Theaterensemble des Kempener Gymnasiums Thomaeum mit „Hairspray“-Premiere

Kempen : Thomaeum: Schüler begeistern mit Musical

Eine gelungene Premiere bot das Theaterensemble des Kempener Gymnasiums mit der Aufführung von „Hairspray“. Das Stück war von Sara Niemeyer gekonnt in Szene gesetzt. Auch das Orchester bot eine ausgezeichnete Leistung.

Der Applaus wollte nicht enden bei der Premiere im Thomaeum. In der voll besetzten Aula des Kempener Gymnasiums waren die Besucher begeistert von der Aufführung des Musicals „Hairspray”. Regisseurin Sara Niemeyer hatte das Stück mit einem großen Ensemble gekonnt mit vielen Ideen umgesetzt.

In dem Musical geht es um den Kampf gegen Vorurteile. Es spielt im USA der 1960er-Jahre in Baltimore, hat aber immer noch eine erschreckende Aktualität. Tracy Turnblad (Ann-Christin Hackstein) ist ein pummeliger Teenager. Sie möchte unbedingt in einer Fernseh-Tanzshow auftreten. Aber sie ist der Produzentin der Show Velma von Tussle (Isabel Czupryna) zu dick. Außerdem möchte diese lieber ihre Tochter Amber (Jana Vehreschild) in der Show sehen. Denn am Ende winkt der Wettbewerb um den Titel der „Miss Teenage Hairspray”.

Wenig Unterstützung erhält Tracy von ihrer Mutter Edna, hervorragend von Simon Kleeberg gespielt. Wenigstens ihr Vater Wilbur (Peter Berger) hält zu ihr. Aber Tracy setzt sich durch und darf letztlich in der Show auftreten. Durch Zufall lernt sie in der Schule eine Gruppe schwarzer Mitschüler kennen und ist von deren Spontanität angetan. So nutzt sie ihre Bekanntheit, um gemeinsam mit ihnen gegen Rassismus einzutreten. Besonders berührt sie dabei die Begegnung mit dem Jungen Seawood (Oliver Driesch), der großes tänzerisches Talent besitzt. Sie schafft es trotz Inhaftierung und Intrigen am Schluss mit ihrer Willensstärke, sich nicht nur zu behaupten, sondern auch noch ihre große Liebe Link (Timo Engermann) zu ergattern. Auch dieser lernt im Stück sehr viel – etwa, dass nicht nur Ruhm und Geld zählen, sondern die wahren Gefühle.

Das komplexe Stück hat Regisseurin Sara Niemeyer bewusst auf die Stärken ihrer jungen Darsteller reduziert. Es gibt ein ganz sparsames, aber originelles Bühnenbild von Jürgen Hemkemeyer. Es wird viel mit Licht gearbeitet. Da werden Leuchtstäbe zu Gefängnisgittern, Darsteller werden gekonnt mit Spots in Szene gesetzt. Mit Kerzen in der Hand bilden die Schauspieler in einer Szene einen eindrucksvollen Weg für die Hauptdarsteller. Und demonstrieren damit die Schwierigkeit, sich für das Überwinden von Schranken und Vorurteilen einzusetzen. Das ist wie eine Art Klageweg. Eine sehr gute Idee auch, dass die Personen des Stücks zwischendurch auch immer wieder durch Schilder kenntlich gemacht werden. So trägt Tracy ein Plakat mit der Aufschrift „Dick”, die farbigen Mitschüler haben eines mit dem Schriftzug „Schwarz”. Außerdem spielt die Regisseurin gekonnt mit dem Tausch, dass Ednas Mutter von einem Jungen gespielt wird, Shelley von einem Mädchen.

Alle Schüler zeigen an diesem Abend nicht nur eindrucksvolle Gesangstalente, sondern fügen sich auch hervorragend in die von Julia Gosdzik-Niethen und Kira Kittner erdachte Choreographie ein. Besonders eindrucksvoll ist ein verliebter Tanz der so gegensätzlichen Eltern von Tracy. Auch die großen Szenen mit Tanzgruppen sind perfekt. Da stimmt jede Bewegung, jedes Bild Vor allem die Schlussszene ist eine beeindruckende Leistung des gesamten Ensembles. Der musikalischen Begleitung durch das Orchester unter Leitung von David Nethen gebührt ebenfalls großes Lob. Man merkte, dass hier ein gutes Team von Darstellern und Musikern miteinander gearbeitet hat.

Als nächstes Stück führt das Thea­ter­ensemble am Thomaeum am Samstag, 25. Mai, 19.30 Uhr, und Sonntag, 26. Mai, 17 Uhr, das Stück „Tod des Sherlock Holmes” auf.

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