1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Testfahrt mit Karnevalswagen für den Rosenmontagszug in Kempen

Kempen : Test mit dem Karnevalswagen: Rosenmontag kann kommen

Die Stadt wollte wissen, ob die großen Wagen überall passieren können. Hier und da musste noch nachgebessert werden.

„Da kommt er“, sagt Heinz Börsch. Dabei blickt der Geschäftsführer und Präsident vom KKV dem Schlepper entgegen, der den städtischen Karnevalswagen im Schlepptau über die Oedter Straße fährt und in den Kreisverkehr an der Birkenallee einbiegt. Nicht nur er schaut neugierig, wie das gut 15 Meter lange Gespann den Kreisverkehr meistert und an der Ecke Oedter Straße/Marie-Juchacz-Straße zum Stehen kommt. „Für uns ist es heute eine Premiere. Wir fahren unsere Zugstrecke erstmalig verkehrtherum ab, weil wir erstmalig so ziehen werden“, sagt Zugleiter Theo Balters.

Aufgrund der Schließung der Köhlerhalle, in der immer die Abschlussparty stattfand, rollt der närrische Lindwurm in diesem Jahr erstmals andersherum. Schließlich steht das Festzelt an der Otto-Schott-Straße. Doch egal, wierum es geht, wie immer läuft beim alle drei Jahre anstehenden Zug in Kempen vorab die Testfahrt eines Karnevalswagens für den Rosenmontagszug. Gleich neun Personen sind es, die auf den Karnevalswagen steigen. Fahrer Henrik Genneper, der die Testfahrt schon zum dritten Mal in Folge macht, startet die 145 PS und fährt hinter Polizei und Feuerwehrmannschaftswagen in Richtung Vorster Straße los. Den Abschluss bildet das Fahrzeug des Baubetriebshofs. An allen vier Fahrzeugen blinken die Warnblinkleuchten.

Dass Kempen jeck ist, ist deutlich zu spüren. Über die Vorster Straße, auf der es aufgrund der Straßenbreite zügig und problemlos vorangeht, fährt Genneper den Wagen im Schneckentempo in die Peterstraße ein. „Wir steigen ab“, ordert Christoph Dellmans vom Referat Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing an. Dabei greift er zu den beiden farbigen Sprühflaschen. Markieren ist angesagt. Aufmerksam beob­achtend bilden Dellmans, Alexandra Arnhold, die kommissarische Leiterin des Tiefbaumamtes, sowie Ralf Wynhoven und Renee Dau vom Baubetriebshof wie auch Michael Steckel und Jannik Kleinofen vom Ordnungsamt eine Art Kette vor dem Schlepper. „Hier dürfen auf keinen Fall Leute stehen, das ist zu eng“, gibt Wynhoven zu bedenken und deutet auf die Ecke Peter-/Rabenstraße. Dellmans greift zur Sprühflasche und sprüht ein großes pinkes Kreuz auf den Boden. Direkt daneben gibt es einen pink gesprühten Bogen. Das Kreuz steht dabei für eine Sicherheitskraft und der Bogen für ein Drängelgitter.

Als der Tross aus der Rabenstraße kommend auf den Ring trifft, gibt es Diskussionen, ob ein Ordner reicht oder ein zusätzliches Drängelgitter aufgebaut werden soll. „Wie wäre es, wenn wir ein Flatterband vom Straßenschild quer über die Straße zur Dachrinne spannen“, schlägt Steckel vor. Dellmans winkt ab, und auch Wynhoven ist nicht überzeugt. Schließlich einigt man sich darauf, den Ordner mit Band auszustatten, das im Falle eines Falles gespannt werden soll.

Für Genneper bedeutet die Fahrt durch die Innenstadt Millimeterarbeit. Zu Hindernissen wie Laternen, Bänken und Blumenkübeln kommen die Auslagen der Geschäfte, die in die Straßen hinein aufgebaut sind. Dass noch bestehende Gerüste an Häusern in der Innenstadt bis zum Zug wegmüssen, steht außer Frage. Immer wieder sprüht Dellmans die Markierungen auf. „Später werden wir die genaue Meterzahl der Absperrgitter errechnen“, informiert Dau. Für Balters steht fest, dass auch der verkehrtherum ziehende Zug kein Problem darstellt. Der Rosenmontag kann kommen.