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Technik-Tag am Luise-von-Duesberg-Gymnasium in Kempen

Technik-Tag am Luise-von-Duesberg-Gymnasium in Kempen : Voller Begeisterung für die Technik

Hautnah bekamen die LvD-Schüler am Freitag zu spüren, was moderne Technik so alles leisten kann.

Der Rollstuhl, der sich wie von Geisterhand durch die Besucher in der Aula des Luise-von-Duesberg- Gymnasiums manövriert, obwohl niemand einen Joystick oder eine andere Fernbedienung benutzt, lässt nicht nur Schüler stehen bleiben und schauen. „Es handelt sich um einen autonom fahrenden Rollstuhl, der über Sprache gesteuert werden kann und so programmiert ist, dass er einen Menschen zwischen zwei Standorten selbstständig transportieren kann. In jeder Armlehne ist ein Lasersensor, der Messdaten erstellt und sie verarbeitet, um sich bewegen zu können ohne anzustoßen“, erklärt Fabian Mehn, der an der Fachhochschule Niederrhein Informatik studiert und im Rahmen des Technik-Tages am LvD sein Masterprojekt vorstellt.

Seit Oktober tüftelt der 27-Jährige an dem Projekt namens RoboChair und verdeutlich damit, wie spannend und hilreich Programmieren sein kann. Dass es nicht immer ein Studium sein muss, um einen spannenden Job im IT-Bereich ausführen zu können, stellt Blue Consult vor. „Wir machen zum ersten Mal beim Technik-Tag mit, da wir Auszubildende als Fachinformatiker Systemintegration und IT-Systemkaufmann suchen“, berichtet Prokurist Peter Tucholsky.

Insgesamt sind 23 Aussteller in der Aula, der Turnhalle und auf dem Schulhof vom LvD anzutreffen, angefangen von Unternehmen und Infotrucks bis hin zu Hochschulen. Der Technik-Tag ist angesagt. Auch wenn der spezielle Tag zum neunten Mal läuft, so stellt er für das LvD diesmal eine Premiere da. „Wir haben ihn erstmalig mit dem Portfoliotag gekoppelt. Dadurch sparen wir einen unterrichtsfreien Tag ein. Trotzdem haben unsere Schüler ausreichend Zeit, in den Technik-Tag hineinzuschnuppern“, sagt Schulleiter Benedikt Waerder. Dabei steht der Tag nicht nur den LvD-Schülern offen. Alle weiterführenden Schulen aus Kempen und Umgebung sind angesprochen, einmal in die unterschiedlichsten technischen Berufe hineinzuschnuppern.

„Ich finde es gut, dass man hier nicht nur Theorie hört, sondern auch Praxis erleben kann. Da bekommt man einen ganz anderen Blick für einige Berufe“, bemerkt die 16-jährige Carlotta vom LvD. Das Bildungszentrum des Baugewerbes (BZB) hat so nicht nur 16 Ausbildungsberufe mit Studienanschlussmöglichkeiten im Gepäck, sondern hat gleich einen Baggersimulator mitgebracht. „Bei uns können die Schüler eine reale Arbeitsaufgabe lösen und bekommen auf diesem Weg einmal einen Einblick in einen Beruf, der vielleicht bislang für sie überhaupt nicht von Interesse war“, sagt Christoph Lanken vom BZB-Außendienst. Was sich einfach anhört, braucht in der Praxis einiges an Übung.

Einen Wärmetauscher hat indes Robin Leenen vom Kempener Unternehmen SEW mitgebracht. Wärme- und Kälterückgewinnungssysteme für alle luft- und klimatechnischen Anlagen sind das Thema.

Nicht weniger spannend geht es beim Geologischen Dienst NRW zu. Heinz Peter Schrey stellt die Bodenkartierung vor. Dass Boden nicht einfach braun ist, sondern bunt, erleben die Schüler unter anderem anhand von Bodenproben, die sie selber bestimmen dürfen. Bei der Hochschule Rhein-Waal ist der 3D-Drucker im Einsatz, die Lackwerke Peters haben jede Menge Platinen mitgebracht, und die Schleupen AG zeigt Softwarelösungen. Das duale Studium der Chemie fehlt ebenso wenig wie der Maschinenbau oder die Nanophysik.

Der gigantische Truck für die Metall- und Elektroindustrie parkt auf dem Schulhof. Bei der Fachhochschule Aachen zieht indes der Rennwagen die Blicke auf sich. Die Studenten vom Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik sind mit dem aero/race lab angereist und bringen mittels Beispielen aus dem Alltag und Sport die Themen Fahrzeug- und Antriebstechnik sowie Aerodynamik und Strömungslehre rüber. „Wir möchten die Schüler mit dem Technik-Tag für das Thema begeistern und Entscheidungshilfen für eine Zukunft in technischen Berufen geben“, betont Schulleiter Waerder.