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Sturm "Sabine" lief im östlichen Kreis Viersen glimpflich ab

Bilanz von Tief „Sabine“ in Kempen und Umgebung : Sturmschäden hielten sich in Grenzen

Einige entwurzelte Bäume und abgebrochene Äste, ein umgestürztes Baugerüst, lose Werbebanner an Bauzäunen – in der Nacht zum Montag verlief das Sturmtief „Sabine“ in der Region glimpflich. Alle Wehren waren in Alarmbereitschaft.

„Es ist zum Glück nicht so schlimm gekommen, wie zunächst zu befürchten war.“ Dieses Fazit zog am Montagmorgen der Sprecher der Kempener Feuerwehr, Johannes Dicks. In der Thomasstadt, aber auch in Willich, Tönisvorst und Grefrath waren die Wehren am Sonntag ab 17 Uhr in Alarmbereitschaft. Die Wehrleute wurden in die Feuerwachen und Gerätehäuser beordert, um im Falle des Falles schneller am Einsatzort sein zu können. Um 15 Uhr hatte die Kreisleitstelle in Viersen die erste Einsatzmeldung erreicht. In Tönisberg waren auf der Bundesstraße 9 einige Äste vom Wind auf die Fahrbahn geweht worden. Mitglieder des Tönisberger Löschzuges beseitigten sie umgehend. In St. Tönis sperrte das Ordnungsamt sicherheitshalber die Kreuzung Gelderner Straße/West- und Nordring. Es war unklar, ob bei dem angekündigten Orkan möglicherweise Teile der Flügel der Mühle herabstürzen würden. Es passierte aber nichts.

Auch die neue Flügelkonstruktion am Hessenwall in Kempen bewährte sich. Vor vier Jahren war das noch anders gewesen. Damals brach einer der alten Flügel an Altweiber ab. Ein umgestürztes Baugerüst in St. Hubert, einige lose Dachziegel, umgefallene Bäume und abgeknickte Äste, die im Kempener Stadtgebiet zu Einsätzen der Feuerwehr geführt hatten, beschäftigten auch am Montag noch die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofs oder Dachdecker und andere Unternehmen. Die Kempener Feuerwehr hatte am Sonntagabend insgesamt 18 Einsätze. Auch am Montagmorgen musste sie zu einigen Einsatzstellen ausrücken.

An der St. Töniser Mühle wurde die Kreuzung Gelderner Straße/Nordring/Westring am Sonntag ab 17 Uhr vom Tönisvorster Ordnungsamt sicherheitshalber gesperrt. Foto: Norbert Prümen

Glück im Unglück hatte am Sonntag um kurz vor 18 Uhr ein Autofahrer auf der Bundesstraße 509 zwischen Mülhausen und Kempen, als ein Baum auf die Fahrbahn krachte. Das Auto und der Fahrer blieben unversehrt. Zwei Bäume mussten hier auf dem Abschnitt zwischen Kreuzung Hauptstraße in Mülhausen und Einmündung „An Haus Steinfunder“ in Kempen von der Grefrather Feuerwehr beseitigt werden. Grefraths Wehrführer Hans-Konrad Funken hob gegen 23 Uhr die Alarmbereitschaft auf.

Abgebrochene Äste, umgewehte Dixie-Klos und ein Baum, der an der Schelthofer Straße auf ein Wohnmobil gestürzt war – die Freiwillige Feuerwehr Tönisvorst musste zu zwölf Einsätzen ausrücken. Alles in allem sei der Sturm in der Apfelstadt aber glimpflich verlaufen, berichtete Sprecher David Bräuning.

Das Rote Kreuz aus Nettetal versorgte in der Nacht die Einsatzkräfte in den Gerätehäusern mit insgesamt 400 Mahlzeiten. Hier werden gerade die Wehrleute in Kempen mit Suppe versorgt. Foto: Günter Jungmann

Weil am Südring eine Säulenbuche auf die Fahrbahn zu stürzen drohte, sperrten die Einsatzkräfte die Straße etwa gegen 20 Uhr am Sonntagabend ab. Da es für die Wehrkräfte aber zu gefährlich war, den Baum direkt zu beseitigen, ruhte der Verkehr bis etwa 9 Uhr am Montag. Dann wurde der Baum gefällt. Insgesamt stürzten in Tönisvorst acht Bäume um oder wurden so schwer beschädigt, dass sie am Montag entfernt werden mussten. Darunter waren eine 40 bis 50 Jahre alte Birke am Vorster Friedhof, eine rund 40 Jahre alte Weide an der Schule Kirchenfeld in St. Tönis und zwei Weiden an der Schluff-Trasse. Menschen kamen nicht zu Schaden, die Birke am Vorster Friedhof beschädigte lediglich einige der Schindeln an der Leichenhalle. „Die Handwerker sind beauftragt“, sagte Stadtsprecherin Catharina Perchthaler.

In Willich gab es ebenfalls mehrere sturmbedingte Einsätze wegen umgestürzter Bäume. Wie Stadtsprecher Michael Pluschke berichtet, blieben die Friedhöfe und Parkanlagen am Montag geschlossen, um ihren Zustand festzustellen.