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Sturm "Eberhard" wütet auf der Von-Saarwerden-Straße in Kempen

Großer Sachschaden : Sturm lässt Bäume auf Autos stürzen

In der Kempener Innenstadt wurden wegen des heftigen Sturms mehrere Straßen gesperrt. Auf der Von-Saarwerden-Straße wurden mehrere Autos beschädigt. Auch in Willich, Tönisvorst und Grefrath waren die Wehren im Dauereinsatz.

Mit Lautsprecherdurchsagen hat die Feuerwehr die Anwohner der Von-Saarwerden-Straße in Kempen am Sonntagnachmittag aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen nicht zu verlassen. Fünf stattliche Bäume waren da schon umgestürzt und hatten mehrere Autos unter sich begraben. Weitere Bäume drohten umzustürzen. Sturm „Eberhard“ wütete auch im Kreis Viersen und verursachte hohe Schäden. 182 Einsatzstellen gab es bis 17.30 Uhr im gesamten Kreis Viersen, 665 Kräfte der Feuerwehren waren im Einsatz, so der stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Metzer. Verletzte habe es bis zum späten Nachmittag glücklicherwiese nicht gegeben. Schwerpunkt sei eindeutig Nettetal gewesen.

Doch auch in Kempens Innenstadt war die Heftifkeit des Sturms offensichtlich: Im Stadtgebiet waren mehrere Straßen wegen umgestürzter Bäume und herabfallender Äste gesperrt. Auch an nicht gesperrten Stellen bestand wegen des Sturms Gefahr, verletzt zu werden. Die Bäume bogen sich bedenklich im Wind. Wer trotz der Warnungen durch Parks lief, hörte die Äste knirschen und sah, wie zumindest kleiner Äste herabfielen.

Auf der Landesstraße 39 bei Grefrath geschah ein Auffahrunfall durch einen umherfliegenden Ast. Foto: Günter Jungmann

Um kurz vor 15 Uhr waren alle Feuerwehren von der Kreis-Leitstelle in Viersen angewiesen worden, die Wachen zu besetzen. „Wir fuhren im sogenannten Unwetter-Modul. Das heißt, die Fahrzeuge waren nicht zugweise, sondern einzeln unterwegs“, sagte Lars Greiner, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Willich. Auch in allen Willicher Stadtteilen waren die Löschzüge mit 80 Personen im Dauereinsatz. Umgewehte Bauzäune und Bäume, herabgefallene Dachziegel und sogar zwei beschädigte Oberleitungen – so lautete eine erste Bilanz. In Teilen Neersens kam es zudem zu einem Stromausfall.

Ein ähnliches Bild auch in Tönisvorst, wo beide Löschzüge mit insgesamt 46 Kräften bis zum späten Nachmittag mehr als 25 Einsätze hinter sich gebracht hatten. So musste die Zufahrt zur Streuff-Mühle an der Gelderner Straße gesperrt werden, weil sich die Mühlblätter im Wind heftig bewegt haben, so Wehrleiter Rolf Peschken.

In Grefrath kam es durch den Sturm am Sonntag unter anderem zu einem Verkehrsunfall: Ein Autofahrer bremste wegen eines umherfliegenden Astes stark ab, der Fahrer des hinter ihm fahrenden Fahrzeugs konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr auf. In Grefrath waren laut Metzer bis 17.30 Uhr 50 Einsatzkräfte an 16 Orten beschäftigt.

Schon am Samstag hatten die Feuerwehren angesichts des teilweise starken Sturms viel zu tun. Der Löschzug Tönisberg der Freiwilligen Feuerwehr Kempen musste gegen 17 Uhr an der Kapelle Vinnbrück einen großen Ast entfernen. Weitere Einsätze waren laut Feuerwehrsprecher Johannes Dicks an der Söderblomstraße und an der Verbindungsstraße in Kempen. Am Burgring in Kempen musste eine abgerissene Mauerabdeckung, in Unterweiden eine Verkehrsampel gesichert werden. In Grefrath beseitigte die Wehr zwei umgestürzte Bauzäune, am Kirchplatz in Oedt drohte ein Baum auf ein Dach zu stürzen.