Stadt Kempen: Stolpersteine: Rübo bleibt skeptisch

Stadt Kempen: Stolpersteine: Rübo bleibt skeptisch

Kempens Bürgermeister Volker Rübo bleibt weiterhin skeptisch, ob die Verlegung von Stolpersteinen der richtige Weg ist, um an das Schicksal der ehemaligen jüdischen Bürger Kempens, die Opfer des nationalsozialistischen Terror-Regimes wurden, zu erinnern.

Als ihm gestern Vormittag Schüler des Thomaeums und des Rhein-Maas-Berufskollegs - letztere begleitet von Berufsschulpfarrer Roland Kühne - einen Antrag auf deren Verlegung überreichten, entspann sich eine lebhafte Diskussion.

Der Bürgermeister zitierte eine Referentin, die bei einer Gedenkveranstaltung zur so genannten Reichsprogromnacht in Kempen gesagt hatte, die Steine "überschwemmten" die Städte. Genau das sei Ziel des Projektes des Kölners Gunter Demnig, so die Schulpflegschaftsvorsitzende des Thomaeums, Ute Gremmel-Geuchen, die die Überreichung des Antrags als Sprecherin der Initiative "Projekt Stolpersteine" begleitete: "Die Vielzahl der Steine veranschaulicht die ungeheure Zahl an Opfern der Nationalsozialisten." Und eine Schülerin fügte hinzu: "Die Stele am Rathaus hab ich noch nie wahrgenommen. Stolpersteine hab ich jedoch in vielen anderen Städten gesehen. Die fallen ja sofort auf."

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Der Antragsmappe hatten die Jugendlichen unterstützende Schreiben des Thomaeums, des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums, des Berufskollegs und der Martinschule beigefügt. Auch die Evangelische Kirchengemeinde hat den Antrag unterschrieben.

Der Bürgermeister lud die Schüler und Initiatoren zur weiteren Diskussion und Erläuterung ihres Antrags in die nächste Sitzung des Kulturausschusses ein, die für den Rat eine Beratungsvorlage erarbeiten wird. Er versprach eine neue Auseinandersetzung mit dem Thema, bei der das große Schülerinteresse berücksichtigt werden sollte.

(hk-)
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