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Stiftung stellt neue Schwester-Ina-Medaille in Kempen vor

Kempen : Neue Schwester-Ina-Medaille ist erhältlich

Die aktuelle Ausgabe ziert die Fachwerkzeile der Alten Schulstraße in der Kempener Altstadt. Der Verkaufserlös ist wieder für die vielfältige Arbeit des Kinderheims St. Annenhof gedacht.

Die Schwester-Ina-Medaille des Jahres 2018 ziert die Fachwerkzeile der Alten Schulstraße im Herzen der Kempener Altstadt. Die Vorderseite zeigt – wie immer – das Porträt der Schwester Maria Ina vom Orden Unserer Lieben Frau, die von 1935 bis 1970 das Kempener Kinderheim St. Annenhof leitete und den Betrachter mit mildem und klugen Blick durch ihre Brillengläser anschauen scheint. Es ist die 15. Medaille ihrer Art und sie markiert damit auch ein kleines Jubiläum. Denn seit 15 Jahren bringt sich die Schwester-Ina-Stiftung für das Wohl von benachteiligten Kindern und Jugendlichen in der Thomasstadt ein.

In erster Linie unterstützt die Stiftung das katholische Kinderheim St. Annenhof, in dem derzeit 86 Kinder und Jugendliche leben. Aber Hilfe gibt es auch für bedürftige Familien in der Stadt, wenn etwa das Geld für eine Klassenfahrt fehlt. Oder für Förderprojekte in den Kindertagesstätten, die nicht durch den üblichen Etat gedeckt sind. Die Arbeit der Stiftung bezeichnet Propst Thomas Eicker als „einen großen Segen“. Sein Blick geht dabei zu Heinz-Wilhelm Wolters (83), der gemeinsam mit seiner Ehefrau Marianne 2003 die Stiftung ins Leben rief und sich seitdem unermüdlich hier einbringt. Mit viel Geschick und Umsicht habe er das Stiftungsvermögen verwaltet und vermehrt, sagt Eicker. Auch in Zeiten von Niedrigzinsen, die die Erträge aus dem Stiftungsvermögen gegen Null gehen ließen.

„Wir haben den Spieß rumgedreht und Kapital aufgenommen“, berichtete Wolters mit verschmitztem Lächeln. Die Stiftung errichtete am Kauertzacker 11 und 15 zwei Gebäude mit Mietwohnungen. Der erste Bau mit neun Wohnungen ist bereits bewohnt, das zweite Haus mit sechs Wohnungen soll zum 1. Dezember bezugsfertig sein. „So können wir zumindest den Zinsausfall durch Mieteinnahmen ausgleichen“, erläuterte Wolters. Alle Erträge aus dem Stiftungsvermögen, die Spenden eines mittlerweile 150-köpfigen festen Spenderkreises und auch die Erlöse aus der jährlich neu aufgelegten Schwester-Ina-Medaille dienen dem guten Zweck.

Herbert Knops, Leiter des St. Annenhofs, listet die zahlreichen Förderprojekte auf, die erst mit Hilfe der Schwester-Ina-Stiftung möglich wurden. „Viele Dinge sind schon gar keine Projekt mehr, sie gehören mittlerweile zu dem regelmäßigen Angebot der Einrichtung“, sagt er. Da ist etwa die Schulförderung in einem eigens eingerichteten Raum. Hier finanziert die Stiftung eine 60-Prozent-Stelle für die Lernhilfe der Kinder. Weiterhin unterstützt die Stiftung die Arbeit eines Freizeitpädagogen, der sportliche Aktivitäten anbietet, aber auch zeigt, wie Fahrräder repariert werden. Weitere „Dauerbrenner“ sind der Musikraum, die spirituelle Betreuung in der Kapelle, die kinderfreundliche und einladende Gestaltung der Außenbereiche und eine Künstlerwerkstatt. Im Dachgeschoss der katholischen Kindertagesstätte Hermann-Josef wurden zwei Mutter-Kind-Wohnungen eingerichtet, in der derzeit zwei junge Mütter mit insgesamt vier Kinder auf ein selbständiges Leben vorbereitet werden.

Die Liste von Herbert Knops ist lang. Immer noch gibt es weitere Projekte, die er erwähnt. „Ich war selbst erstaunt“, sagt er. Aktuell gestalten die Kinder einen mit Muschelbelag ausgelegten Skulpturengarten vor dem St. Annenhof an der Oelstraße, zu der auch eine Kräuterpyramide gehört. Vier Jugendliche werden zu Medienscouts ausgebildet. Ein Tanzprojekt hilft gerade auch jungen Flüchtlingen dabei, ihre Sprachbarrieren zu überwinden.

Peter Fischer, Verwaltungsleiter im St. Annenhof, betont, wie wichtig die Förderung durch die Stiftung sei. Denn die öffentliche Hand fördere im Rahmen harter Verhandlungen nur „das Nötigste“. Die Schwester-Ina-Medaille wird jährlich in limitierter Stückzahl neu herausgegeben und ist auch als Sammlerstück begehrt. Die erste Medaille zierte eine Ansicht der Kempener Burg. Es folgte zahlreiche weitere Denkmäler und Sehenswürdigkeiten Kempens. Zum zehnjährigen Bestehen gab es die Reproduktion einer historischen Aufnahme mit der namengebenden Schwester Ina. 2015 wurde an Thomas von Kempen erinnert, 2016 an die Martinstradition in der Stadt. Im Laufe der Jahre hat sich der Stiftungsvorstand erweitert. Manfred August kümmert sich um die Finanzen. Das Kempener Ehepaar Elisabeth und Jürgen Hamelmann trägt nun die Stiftungsarbeit mit. Ehrenamtlich selbstverständlich.

Die Schwester-Ina-Medaille 2018 ist gegen eine Mindestspende von 50 Euro im Kinderheim St. Annenhof, Kempen, Oelstraße 9, und in der Geschäftsstelle der Sparkasse, Orsaystraße 1 in Kempen, erhältlich.