Stadt Kempen: Stiftung für die Altenhilfe

Stadt Kempen: Stiftung für die Altenhilfe

Die Mitgliederversammlung der Senioren-Initiative hat die Gründung einer Stiftung beschlossen. Sie soll langfristig den Bestand der Gemeinschaft sichern. Die Stadt Kempen legt großen Wert auf Wohnberatung.

Gut besucht präsentierte sich die Mitgliederversammlung der Senioren-Initiative (SI) Kempen. Knapp 300 Gäste hatten sich eingefunden, um die umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten. Galt es doch nicht nur , einen neuen Vorsitzenden, Jörgen Helfenritter, zu wählen (die RP berichtete gestern), sondern auch zu beraten, ob die SI eine Stiftung einrichtet. DieMitglieder waren vorab mit der Frage an den Vorstand herangetreten, ob eine Stiftung möglich sei. Der Vorstand kam zu dem Schluss, "dass wir dem Gedanken einer Stiftung folgen sollten", so der scheidende Vorsitzende Gerd Mueser.

Eine Stiftung leiste einen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Arbeit der SI und damit auch zur Altenarbeit in der Stadt Kempen. Aufgrund der demografischen Entwicklung bildeten Senioren so eine Art Selbsthilfegruppe. Sie träfen für sich selber Vorsorge. Mit der Stiftung soll das gegebene soziale Umfeld in Kempen erhalten und verbessert werden. Sollte sich die SI auflösen, so geht die Stiftung an die Stadt Kempen und deren Seniorenarbeit über. Das Stiftungsstartkapital beträgt 25 000 Euro aus den Rücklagen.

Wie wichtig Vorsorge ist, machte auch Erster Beigeordneter Hans Ferber klar. Er stellte die Altenhilfeplanung der Stadt vor, deren roter Faden "ambulant vor stationär" heißt. So misst die Stadt der Wohnberatung eine besondere Bedeutung zu, ermöglicht sie doch Senioren, lange in den gewohnten vier Wänden zu leben. Auch alternative Wohnformen, wie die der Villa Basels, seien zukunftsweisend, betonte Ferber. Mit der SI wolle man zudem Stadtteilberater einsetzen, die als Ansprechpartner für Senioren zur Verfügung stehen. Mit dem Ausbau des sozialen Netzes geht die SI schon in diese Richtung.

Gegen Vereinsamung

Mueser betonte, wie wichtig regelmäßige Besuche bei Senioren seien, um Vereinsamung und einer drohenden Verwahrlosung entgegen zu wirken. Der Mobile Soziale Hilfsdienst hat entsprechend an Bedeutung gewonnen, und auch der Ambulante Dienst steigerte die Anzahl seiner Maßnahmen im vergangenen Jahr. Gut angenommen wird der Fahrdienst, wobei durch die Einführung der Zehnerkarten der Fahrpreis bei gerade einmal 1,50 Euro liegt.

Für die Zukunft hat sich die SI vorgenommen, das soziale Netz auszubauen und jüngere Mitglieder zu werben. Ein neues Fahrzeug soll angeschafft werden, Kostenpunkt rund 25 000 Euro, und gut 7500 Euro gehen in die Inventar- und Technikerneuerung. Kempens Bürgermeister Volker Rübo betonte in diesem Zusammenhang nochmals, dass die Stadt froh sei, die SI als Partner zu haben, um gemeinsam die Altenarbeit in Kempen gestalten zu können.

(RP)