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Städte rechnen mit mehr Briefwählern bei der Bundestagswahl 2021

Vorbereitungen in Kempen, Tönisvorst und Willich : Städte rechnen mit mehr Briefwählern

Bis zu 50 Prozent der Wähler könnten bei der Bundestagswahl im September per Briefwahl abstimmen. So lauten die Erwartungen aus den Kommunen.

Die Städte und Gemeinden im Kreis Viersen bereiten sich auf die Bundestagswahl am Sonntag, 26. September, vor. Sie rechnen mit deutlich mehr Briefwählern als bei vorangegangenen Wahlen, wie Lutz Oellers vom Wahlamt der Stadt Tönisvorst berichtet. Die Zahl der Briefwähler sei von Wahl zu Wahl gestiegen, so Oellers, „aber dass der Anstieg jetzt so hoch ist, hat mit Sicherheit mit Corona zu tun.“ In Tönisvorst geht man davon aus, dass etwa 50 Prozent der Wähler ihre Stimme per Brief abgeben werden. Bei der Bundestagswahl 2017 wurden in Tönisvorst 5755 Briefwähler gezählt, das waren 31,5 Prozent der Wähler. In Kempen rechnet die Stadt mit bis zu 15.000 Briefwählern, das wären über 50 Prozent der Wähler.

Auch in der Stadt Willich geht man davon aus, dass die Zahl der Briefwähler bei etwa 40 bis 50 Prozent aller abgegebenen Stimmen liegen dürfte. „Dies ist eine deutliche Steigerung gegenüber der letzten Bundestagswahl 2017, bei der damals schon ein Rekordanteil an Briefwählern registriert wurde“, erklärt Gesa Deckers von der Pressestelle der Stadt. 2017 waren von den 30.565 abgegebenen Stsimmen rund 30,3 Prozent Briefwähler.

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Aufgrund des zu erwartenden höheren Anteils an Briefwählern würden mehr Unterlagen und Personal benötigt, so Deckers. Das Wahlamt werde ab Montag, 16. August, Wahlbenachrichtigungen versenden, so dass ab dann auch Briefwahlanträge gestellt werden können. Ab dem 18. August können Wähler die Briefwahlstimme auch direkt im Schloss Neersen abgeben.

Wahlhelfer werden in Kempen, Tönisvorst und Willich nicht mehr benötigt. „Wir sind aktuell mit Wahlhelfern gut ausgestattet, alle Wahllokale sind besetzt“, sagt Lutz Oellers vom Wahlamt in Tönisvorst. Allerdings steigen mancherorts die Kosten für die Durchführung der Wahl. So erhalten Wahlhelfer für ihren Einsatz einen Obolus, Erfrischungsgeld genannt. In Tönisvorst erhält ein Beisitzer im Wahllokal 50, ein Beisitzer für die Briefwahl 30, ein Wahlvorsteher 60 Euro. Die Apfelstadt stockt die Gesamtzahl der Wahlhelfer nicht auf, sondern besetzt lediglich Wahllokale mit weniger Helfern, so dass die frei werdenden Helfer für die Briefwahl eingesetzt werden können. In Willich führt eine Erhöhung der Erfrischungsgelder zu steigenden Kosten. Dort erhält ein Beisitzer im Wahllokal 50, ein Beisitzer für die Briefwahl 35 Euro. Die Stadt Kempen setzt mehr Wahlhelfer ein. Dort erhalten externe Wahlhelfer ein Erfrischungsgeld von 30 Euro, externe Wahlvorsteher 50 Euro. Für die Bundestagswahl wurde in Kempen die Zahl der Wahlhelfer von 232 auf 280 erhöht. „Dadurch entstehen je nach gewählter Funktion rund 1500 Euro an Mehrausgaben“, teilte die Pressesprecherin der Stadt mit.