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Stadt Kempen: Stadtwerke investieren ins Leitungsnetz

Stadt Kempen : Stadtwerke investieren ins Leitungsnetz

Seit einigen Tagen laufen die Arbeiten für neue Trinkwasserleitungen. Vom Wasserwerk aus wird das Rohrnetz entlang der Hülser Straße in Richtung Kempener Innenstadt erneuert. Mit Behinderungen muss gerechnet werden.

Es läuft und läuft und läuft, so könnte man den einstigen VW-Werbespot etwas abwandeln. Gemeint ist diesmal das Trinkwasser, das die Kempener Stadtwerke durch ein ausgeklügeltes technisches System zu den Haushalten in Kempen, St. Hubert und Tönisberg schicken. Und das dies auch in den nächsten Jahrzehnten so bleibt, dafür müssen gerade für die Wohngebäude und Betriebe von der Hülser Straße in Kempen aus neue Transportleitungen verlegt werden. "Die alten Rohre sind über 80 Jahre alt und müssen jetzt durch neue ersetzt werden", sagte gestern beim Ortstermin am Wasserwerk einer der beiden Stadtwerke-Geschäftsführer, Siegfried Ferling.

Bereits vor wenigen Tagen war die Hülser Straße vom Abzweig Industriering Ost bis zur Einmündung Heinrich-Horten-Straße gesperrt worden. Warum erst jetzt der Pressetermin? Dazu meinte Ferling, dass dies keinesfalls ein "Katastrophentermin" sei, weil sich eventuell viele Anwohner, Betriebe oder Pendler über Behinderungen oder Belästigungen beschwert hätten. Vielmehr sagte er zu den Pressevertretern: "Wir wollen Ihnen das Projekt einmal vorstellen, nachdem wir mit den ersten Arbeiten begonnen haben." Genauer ist es die bauausführende Firma Hamelmann, die ihre Aushub- und Schaufelbagger in unmittelbarer Nähe des mehr als vierzig Meter hohen Wasserturmes arbeiten lässt.

Gerade wird auf dem Außengelände des Wasserwerks ein schon fertiger Rohrgraben wieder gefüllt. Dort sind etwa 1,20 Meter unter der Oberfläche die ersten Leitungen mit Durchmessern von 200 bis 450 Millimeter bereits gelegt. Projektleiter Hubertus Kinkel bringt zum Termin den exakten Ausbauplan mit. Er erläutert mit seinem Mitarbeiter Heinrich Funken den ersten etwa 500 000 Euro teuren Bauabschnitt. Zwei Etappen in einer Gesamtlänge von etwa 400 Metern seien vorgesehen. So soll zunächst die wichtige Hauptschlagader für die Wasserversorgung von Kempen auf einer neuen Trasse unter dem Radweg bis zur Hülser Straße, Hausnummer 97, gelegt werden. Anschließend folge dann, hier aber unter der Straße oder unter dem Fußweg, die Verlängerung zum langen Straßenzug Industriering Ost. Ende Oktober soll dieser erste Bauabschnitt abgeschlossen sein.

Ein zweites etwa 600 Meter langes Teilstück ist im Jahre 2016 geplant, dann vom Industriering in Richtung Innenstadt, bis zur St. Töniser Straße. Dabei sollen dann auch neue Gasleitungen gelegt und — wenn nötig Hausanschlüsse — erneuert werden.

Es sind bereits Umleitungen eingerichtet, weil die Hülser Straße in einem Teilstück für den Durchgangverkehr gesperrt werden musste. Die beiden Geschäftsführer der Kempener Stadtwerke, Norbert Sandmann und Siegfried Ferling, bitten für die damit verbundenen Beeinträchtigungen um Verständnis, diese seien aber unvermeidlich. Sie versichern aber: "Die Zufahrten zu den anliegenden Gewerbebetrieben und Wohnhäusern werden gewährleistet." Nach einer Druckprüfung, nach Wasserproben und der Abnahme durch das Kreis-Gesundheitsamt soll dann das Trinkwasser wahrscheinlich ab November durch die neuen Leitungen fließen.

"Hoffentlich erleben wir keine unliebsamen Überraschungen, wie Reste alter Bauwerke, alte Schächte oder Kanaldurchlässe in den neuen Trassen", schränkt Hubertus Kinkel ein. Die alten Transportleitungen bleiben übrigens aus Kostengründen da, wo sie sind. Sie werden nach der Abschaltung mit flüssigem Sand gefüllt.

(wsc)