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Stadtsportverband Kempen: Neue Satzung wurde schwere Geburt

Stadtsportverband Kempen : Neue Satzung war schwere Geburt

Bei der Mitgliederversammlung des Stadtsportverbandes Kempen im Forum St. Hubert wurde über zwei Stunden über den ausgearbeiteten Entwurf diskutiert. Letztlich wurde die Satzung mit wenigen Abänderungen und Zusätzen abgesegnet.

Eine schwere Geburt erlebten die Vertreter von 18 der insgesamt 23 Vereine am Donnerstagabend im Forum St. Hubert bei der Mitgliederversammlung des Stadtsportverbandes Kempen (SSV). Im Mittelpunkt stand die neue Satzung. Der alte Entwurf von 2001 genügte nicht mehr den modernen Anforderungen und Rahmenbedingungen eines Sportverbandes.

Mit Unterstützung des Landessportbundes hatte der Vorstand des SSV mit Winand Lange (TuS St. Hubert) an der Spitze in vielen Sitzungen eine Satzung erstellt, die in NRW Standard ist. Wäre es nur nach der Meinung der anwesenden Vereinsvertreter gegangen, wäre dieser Satzung ohne große Diskussion zugestimmt worden. Doch Detlev Schürmann, Vorsitzender der Vereinigten Turnerschaft, hatte schon im Vorfeld beantragt, alle 15 Paragraphen nach und nach zu besprechen.

Da bei Abstimmungen im SSV die Stimmen aufgrund der Mitgliederzahl der Vereine (pro 50 Mitglieder eine Stimme) zählen, hatten die VTK als größter Sportverein Kempens und zwei weitere Klubs die Mehrheit.

Bei verschiedenen Punkten erweckte Schürmann indirekt den Eindruck, dem SSV-Vorstand nicht trauen zu wollen. Vor vier Jahren, als der SSV unter dem damaligen Vorsitzenden Andreas von Brechan in einer Führungskrise stecke und sogar das Aus des Verbandes drohte, hatte der VTK-Chef noch erklärte, sein Verein brauche den SSV nicht. Jetzt stimmte er dagegen, dass die Vorstandsmitglieder des SSV bei Abstimmungen wie in der Satzung vorgesehen ein Stimmrecht besitzen. Dabei gehören die Vorstandsmitglieder ja auch Kempener Vereinen an und vertreten so die Interessen ihrer Mitglieder.

Nach über zwei Stunden Diskussion wurde die Satzung mit einigen wenigen Abänderungen und Zusätzen abgesegnet. Besonders wichtig war Winand Lange, dass zum SSV jetzt per Satzung auch die Sportjugend als Verbindung zu den Jugendabteilungen der Vereine zählt: „Ich bin froh, dass die Satzung so abgesegnet wurde.“

Unter dem aktuellen Vorstand genießt der SSV bei Vereinen, Politik und Verwaltung Vertrauen und Anerkennung. Das wurde auch im Bericht des 1. Vorsitzenden deutlich. Entsprechend erhielt der Vorstand am Donnerstag auch Komplimente. Nach der Kommunalwahl will der SSV noch einmal die Bitte äußern, dass er bei den Sportausschuss-Sitzungen des Rates wie schon beim Jugendhilfeausschuss ein Stimmrecht bekommt.

Ein Antrag der VTK betraf die aktuelle Diskussion über die Zukunft des Ludwig-Jahn-Sportplatzes. Schürmann fordert eine einheitliche Meinung aller Vereine, ansonsten habe sich der SSV in der Öffentlichkeit einer Meinung zu enthalten. Letzteres stieß in der Versammlung auf Unverständnis. Winand Lange will aber jetzt alle Vereine zu einer Gesprächsrunde einladen.

Mehrheitlich wurde beschlossen, dass der SSV sich beim Sportamt dafür einsetzen soll, dass künftig in den Ferien Sportstätten zur Verfügung stehen, wie das derzeit wegen der Corona-Pandemie der Fall ist.

In diesem Jahr will der SSV die Aktion „Kids in Action“ im September auf dem Gelände des Segel- und Surfclubs Kempen am Königshüttesee durchführen. Ferner ist vor der Kommunalwahl noch ein Round-Ta­b­le-Ge­spräch mit den Bürgermeister-Kandidaten geplant.

(lus)