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Stadt Kempen: Stadtentwicklung am Beispiel Hagelkreuz

Stadt Kempen : Stadtentwicklung am Beispiel Hagelkreuz

Angesichts des demografischen Wandels ist eine altersgerechte Weiterentwicklung der Stadtteile in Kempen von besonderer Bedeutung. Im Hagelkreuz wurde dazu eine Modellprojekt gestartet. Die Politik diskutierte den Fortgang.

Eine altersgerechte Quartiersentwicklung für das Kempener Hagelkreuz stand am Dienstagabend im Ausschuss für Soziales und Senioren zur Diskussion. Bereits im April wurde die Verwaltung von allen Fraktionen im Rat beauftragt, dazu ein Konzept zu entwickeln. Im August folgte dazu dann ein Workshop aller Beteiligten.

Frederik Neitzel, Student an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn, hatte dazu im Rahmen einer Studienarbeit einen Fragebogen entwickelt und Bürger im Hagelkreuz zu ihrer Lebenssituation und ihren Wünschen an das Quartier befragt (die RP berichtete). Seine Ergebnisse flossen in die Arbeit des Workshops ein. Erarbeitet wurde dort ein Rahmenkonzept, das auch die jährlichen finanziellen Auswirkungen beziffert. Dazu gehört eine zentrale Anlaufstelle im Viertel (Kosten pro Jahr dafür etwa 11 000 Euro), die Beschäftigung eines Quartiermanagers mit einer halben Stelle, dies könnte zum Beispiel ein Sozialpädagoge sein (Kosten: 27 000 Euro pro Jahr). Mit Büroausstattung und externer Projektbegleitung kämen insgesamt 46 000 Euro zusammen.

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Die Kosten sollen nach Möglichkeit zumindest teilweise über Fördermittel abgedeckt werden. Hier hatte die Stadt Kempen allerdings mit einem Förderantrag beim Kreis kein Glück, auch vom Land ist derzeit kein Geld zu erwarten. Das erklärte Sozialdezernent Michael Klee im Ausschuss. Dagegen könnte es Gelder vom Deutschen Hilfswerk geben. Diese berücksichtigen jedoch nur Anträge gemeinnütziger Organisationen.

Verschiedene Trägermodelle wurden laut Klee in dem Workshop diskutiert. Übrig geblieben sind als Alternativen, dass die Stadt Kempen selbst die Trägerschaft übernimmt oder ein gemeinnütziger Verein. Hierbei sprach sich Ausschussmitglied Monika Schütz-Madré von den Grünen dafür aus, auf den in der Verwaltungsvorlage genannten Passus "ortsansässiger Träger" zu verzichten. Man einigte sich im Ausschuss darauf, diese Formulierung zu streichen. Dezernent Klee schlug vor, einen ortsnahen Träger zu suchen, der sich mit Kempener Verhältnissen auskennt. Hannelore Gronow und Lutz Strothmann (beide SPD) fragten an, ob das geplante Kontaktbüro am Concordienplatz, die Alte Post, groß genug wäre. Immerhin, so Strothmann, befände sich dort ja bereits eine Anlaufstelle für die Jugendarbeit.

Dezernent Klee meinte, dass dies noch Teilaspekte seien, die später zu klären seien. Erst einmal müssten die grundsätzlichen Möglichkeiten geprüft werden. Aber man müsse auch beachten, dass alles realisierbar sei. "Sonst verheben wir uns an dem Projekt", meinte Klee. Derzeit sei ohnehin noch keine Entscheidung über einen Standort nötig. Vorrang habe vielmehr die Entscheidung über die Trägerschaft.

Mit den Stimmen aller Fraktionen wurde die Verwaltung nun beauftragt, bis zur nächsten Sitzung des Sozialausschusses am 6. November das Trägermodell weiter zu entwickeln. Dann soll abschließend darüber beraten werden. Die Stadt soll bis dahin auch prüfen, wie lange ein Antragsverfahren für mögliche Fördermittel dauert, wie die Trägeranteile finanziert werden können und was nach Ablauf der Förderperiode passiert.

Parallel dazu nehmen Hildegard Steffens-Speidel, Leiterin des Seniorenbegegnungszentrums Dr.-Karl-Rudolph-Haus in St. Hubert und Ursula Frese von Seniorennetzwerk "SONET" an einem Workshop zum Thema "Lebendige Nachbarschaften gestalten - ein starkes Stück Gemeinschaft im Quartier" teil.

(sr)