Stadt Kempen: Stadt sucht Betreuer für Kinder

Stadt Kempen : Stadt sucht Betreuer für Kinder

26 Frauen und zwei Männer bilden derzeit die Kindertagespflege in Kempen. Das städtische Jugendamt will diesen Bereich der Kinderbetreuung gerne aufstocken. Für den Herbst ist die nächste Grundqualifizierung geplant.

"Es ist einfach schön, zu den ersten Jahren in der Entwicklung eines Kindes beitragen zu können und ein Kind zu fördern", sagt Diana Heuvens. Genau das hat die 39-Jährige vor fünf Jahren bewogen, sich beim Jugendamt der Stadt Kempen als Tagesmutter zu bewerben und ihren kaufmännischen Beruf an den Nagel zu hängen. Sie ist damit eine von insgesamt 28 Kindertagespflegepersonen des Kempener Jugendamtes, die insgesamt 117 Kinder im Alter bis zu drei Jahren tagsüber betreuen.

"Für das laufende Kindergartenjahr sind wir gut aufgestellt, wollen den Sektor der Kindertagespflege aber mit Blick auf den kontinuierlich wachsenden Bedarf gerne weiter ausbauen, um Eltern eine breite Auswahl, individuell auf deren Bedürfnisse angepasst, anbieten zu können", sagt Jugendamtsleiterin Heike Badberg. Die Nachfrage von Eltern nach diesem Angebot ist groß. Aktuell steht ein freier Platz zur Verfügung. In Kempen wird dabei auch die Betreuung von K indern in einer so genannte Großtagespflege angeboten. Das heißt, zwei, manchmal auch drei Tagespflegepersonen kümmern sich in entsprechenden Räumen um bis zu neun fremde Kinder gleichzeitig. Eltern können wählen, ob sie ihr Kind in eine solche Großtagespflegestelle geben möchten oder die Betreuung durch eine Tagespflegeperson mit maximal fünf fremden Kindern vorziehen, die in ihren eigenen vier Wänden agiert. Im Rahmen der Kindertagespflege werden auch die Randzeiten abgedeckt.

Um der starken Nachfrage mit den individuellen Elternwünschen nachkommen zu können, startet die Stadt Kempen mit ihrem Kooperationspartner, dem Katholischen Forum für Erwachsenen- und Familienbildung Krefeld und Viersen, eine neue Grundausbildung im Herbst. Über das Katholische Forum werden sowohl Grund- als auch Aufbaukurse zur Zertifizierung für die Kindertagespflege angeboten, denn ohne eine Qualifizierung kann kein Tagespflegepersonal die Arbeit aufnehmen. Jonas Duarte de Carvalho hat so gerade den Grundkursus abgeschlossen und betreut das erste Kind. "Die Geburt meines Sohnes vor 19 Monaten hat mir die Augen für die Kinderwelt geöffnet. Ich habe gemerkt, wie viel Freude mir die Arbeit mit Kindern macht und mich entschlossen, Tagesvater zu werden", sagt der gelernte Einzelhandelskaufmann. Im Grundkursus standen unter anderem Themen wie Ernährung, Entwicklungsphasen, Gesprächsführung und Recht auf dem Stundenplan. Dinge, die im Aufbaukursus vertieft t werden.

Als Margit Wamers vor 24 Jahren mit der Kindertagespflege anfing, gab es die heutigen Richtlinien noch nicht. "Damals konnte man noch ohne das Jugendamt tätig werden. Etwas, das heute nicht mehr möglich ist. Es sind ganz andere Ansprüche entstanden, und das ist gut", meint die gelernte Erzieherin, die nach der Geburt ihres ersten Kindes ihre Tätigkeit als Tagesmutter aufnahm. Sechs Kinder sind es heute insgesamt, die die 49-Jährige mit Begeisterung betreut.

Jeder Bürger ab 18 Jahren kann in der Kindertagespflege aktiv werden. Altersmäßig sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Eigene Kinder sind kein Muss. Ein Muss ist allerdings das einwandfreie polizeiliche Führungs- sowie ein Gesundheitszeugnis und der Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses. Es folgt die Grundausbildung, bei der die Stadt die Hälfte der Kosten übernimmt. Der Eigenanteil liegt damit bei 150 Euro.

Mit der abgeschlossenen Grundausbildung können Tagespflegepersonen bereits mit der Betreuung beginnen. Es kann der Aufbaukursus im Anschluss absolviert werden. Dessen Kosten übernimmt die Stadt Kempen komplett. Ganz wichtig: Werden fremde Kinder in den eigenen vier Wänden betreut, so muss jedes Familienmitglied über 18 Jahren, das im Haushalt lebt, ebenfalls das Führungszeugnis vorlegen. Die Stadt Kempen zahlt entsprechend der Qualifikation und der Anzahl der betreuten Kinder. Es gibt ein Urlaubsgeld für 30 Tage sowie die entsprechenden Zuzahlungen zu den Sozialleistungen.

(tref)