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Stadt Kempen will Gelände zwischen Oedter- und Vorster Straße nicht bebauen

Kempen : Areal am Außenring für neues Wohngebiet zu klein

Die Stadt Kempen will die landwirtschaftliche Fläche zwischen Oedter- und Vorster Straße nicht bebauen.

Die Freien Wähler Kempen (FWK) hatten das Gelände zwischen Oedter- und Vorster Straße sowie Kempener Außenring (B 509) im vergangenen Jahr als mögliche Erweiterungsfläche für Wohnbebauung ins Gespräch gebracht. Schon damals hatte die Stadtverwaltung erklärt, dass ihr nur ein Bruchteil der Flächen gehöre und von daher eine Ausweisung als Baugebiet nur schwer möglich ist. Nun befasst sich der Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz des Kempener Stadtrates in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am Montag, 4. Februar – ab 18 Uhr im Rathaus am Buttermarkt – mit dem Antrag der Wählervereinigung.

Wie der Technische Beigeordnete der Stadt Kempen, Marcus Beyer, in der Vorlage für die Ausschusssitzung mitteilt, gehen die Freien Wähler in der Angelegenheit von falschen Voraussetzungen aus. Von dem etwa zwölf Hektar großen Areal befinden sich lediglich rund 1,7 Hektar im Eigentum der Stadt. „Es gestaltet sich auch überaus schwierig, Flächenanteile in größerem Umfang zu erwerben, da die Flächen für den aktiven landwirtschaftlichen Betrieb benötigt werden“, so Beyer.

Auch aus städtebaulicher Sicht spreche wenig für die Entwicklung des Geländes zu Wohnbauzwecken. Beyer führt die Lärmproblematik an. Der vorhandene, etwa drei Meter hohe Lärmschutzwall am Außenring sei so dimensioniert, dass die maßgeblichen Richtwerte zum Lärmschutz in dem vorhandenen Baugebiet Lilienstraße/Margeritenstraße eingehalten werden können. Bei einer zusätzlichen Wohnbebauung näher zum Außenring seien die vorgeschriebenen Richtwerte keinesfalls ohne Erhöhung des Walls auf einer Länge von rund einem Kilometer auf etwa 5,50 Meter einzuhalten.

Aus Sicht der Stadt stellt sich zudem die Erschließung der Fläche „als schwierig und unwirtschaftlich“ dar, denn sie kann nur an die Oedter- oder die Vorster Straße angeschlossen werden. Dort müssten wegen der Nähe zu den Kreuzungen mit dem Außenring aufwendige Kreisverkehre gebaut werden. Insgesamt ließe der Grundstücksstreifen mit einer Breite von rund 100 Meter keine Spielräume für eine städtebaulich ansprechende Gestaltung des Baugebietes. Der Aufwand sei zudem zu groß, weil am Ende nur etwa vier bis fünf Hektar für eine Wohnbebauung zur Verfügung stehen würden.