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Stadt Kempen plant Polleranlagen für die Altstadt

Kempen : Büro soll Sicherheitskonzept erarbeiten

Die Freien Wähler haben feste Polleranlagen für die Kempener Altstadt vorgeschlagen.

In der Kempener Politik gibt es eine deutliche Mehrheit für einen Antrag der Freien Wähler, die Kempener Altstadt bei Veranstaltungen gegen mögliche Anschläge sicherer zu machen. Die Wählervereinigung hatte Anfang Juli beantragt, die Stadt möge versenkbare Polleranlagen an den Zufahrtsstraßen zur Altstadt installieren. Mit dem Antrag beschäftigt sich nun der zuständige Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Feuerschutz des Kempener Stadtrates in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am Dienstag, 9. Oktober, ab 18 Uhr im Rathaus am Buttermarkt.

Der zuständige Erste Beigeordnete Hans Ferber geht in seiner Vorlage für die Ausschusssitzung ausführlich auf die Problemlage ein. Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt oder der Amokfahrt in der Innenstadt von Münster sind alle Kommunen bundesweit gefordert, ihre Sicherheitskonzepte für belebte Straßen und Plätze zu verbessern.

Die Freien Wähler haben vorgeschlagen, spezielle versenkbare Polleranlagen an den Zufahrtsstraßen zur Kempener Fußgängerzone fest zu installieren. Die Wählervereinigung hatte selbst Kosten ermittelt, die im mittleren sechsstelligen Bereich liegen sollen. Das Geld könnte im Haushalt auf mehrere Jahre verteilt werden, weil man die Anlagen ja nicht gleichzeitig installieren müsse, so die Freien Wähler. Der Vorschlag findet auch bei den anderen politischen Parteien im Stadtrat Gefallen.

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Auch die Stadtverwaltung steht dem Ansinnen positiv gegenüber. Bei der Vielzahl von Veranstaltungen, zu denen neben den Festen und Weihnachtsmärkten des Werberings auch die Kirmessen im Frühjahr und Herbst sowie der große Martinszug oder der Rosenmontagszug zählen, könnten sich solche Anlagen trotz der zu erwartenden Kosten durchaus rechnen, so der Erste Beigeordnete Hans Ferber. Sie böten zudem wohl eine erhöhte Schutzfunktion.

Die Stadt hat recherchiert: Polleranlagen sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Varianten, die auch einem Lastwagen bei Tempo 30 km/h standhalten, würden pro Stück etwa 26.000 Euro kosten. Hinzu kämen die Installationskosten, die noch nicht genau kalkuliert sind. Bei der Polleranlage auf dem Kirchplatz beliefen die sich seinerzeit auf etwa 30.000 Euro. Diese Anlage dient allerdings nur dazu, die Zufahrt zum Kirchplatz für Unbefugte zu blockieren. Die Sicherungsanlagen für die angedachten fünf Standorte (Engerstraße, Peterstraße, Ellenstraße, Neustraße und Burgstraße) müssen deutlich stabiler sein. Die Stadt geht hierfür von Baukosten in Höhe von insgesamt 280.000 Euro aus.

Da die Anlagen von Anwohnern und anderen Berechtigten zu bedienen sein müssen, muss nach Ansicht der Stadt zunächst ein schlüssiges Gesamtkonzept erarbeitet werden. Die Stadt sieht sich allerdings personell und fachlich nicht in der Lage, ein solches Konzept selbst zu erstellen. Beigeordneter Hans Ferber schlägt der Politik daher vor, ein externes Büro damit zu beauftragen.