Stadt Kempen plant Kanalsanierungen in älteren Wohngebieten

Kempen : Straßenausbau: Bürger werden einbezogen

Im Planungsausschuss wurden die weiteren Schritte im Sanierungskonzept in älteren Wohngebieten in Kempen vorgestellt. Die Planungen sind noch nicht festgezurrt. Die betroffenen Anwohner werden weiterhin einbezogen.

Am Ende seines Vortrags machte Kempens Tiefbauamtsleiter Torsten Schröder den betroffenen Anliegern der Straßen in den älteren Wohngebieten, die in den kommenden Jahren saniert werden sollen, das Angebot, mit ihm über die weiteren Schritte und mögliche Kosten zu sprechen. „Machen Sie mit mir einen Termin aus“, sagte Schröder mit Blick auf die dicht besetzte Zuhörerbank im großen Sitzungssaal des Kempener Rathauses. Zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Klimaschutz waren am Donnerstagabend viele Hauseigentümer gekommen – sowohl aus dem Wohngebiet zwischen Vorster- und St. Töniser Straße als auch aus dem Viertel Grüner Weg/Am Bengt/Bongert.

Wie bereits mehrfach berichtet, plant die Stadt für die kommenden Jahre die Umsetzung eines Sanierungskonzeptes für Straßen in älteren Wohngebieten in Kempen. Am Blatendoop wurde bereits mit der Sanierung des Abwasserkanals begonnen. Ende September soll die Straße, die teilweise gesperrt ist, wieder freigegeben werden. Die Kanalerneuerung in den vergangenen Monaten war der Einstieg in ein Moderniserungsprogramm, das in diesem Wohnviertel in den kommenden Jahren realisiert werden soll.

Die Haus- und Grundstückseigentümer werden – wie in solchen Fällen üblich – an den Kosten für die Erneuerung von Gehwegen und Fahrbahnen prozentual beteiligt. Die Betroffenen treibt die Sorge um, sehr hohe Kosten dafür zahlen zu müssen. Etliche Anlieger haben sich bei der Stadt bereits gemeldet. Umgekehrt hat die Stadt alle Betroffenen informiert und nach Ideen und Anregungen gefragt. Das gleiche Verfahren wird von der Stadt für den Bereich Grüner Weg/Am Bengt/ Teilstück Bongert praktiziert. Wichtig ist der Stadt, dass sich die betroffenen Hauseingentümer bei den Projekten mitgenommen fühlen. Das betont auch die Politik immer wieder. Die im Ausschuss vorgestellten Ausbauvarianten sind längst noch nicht festgezurrt. Das Tiefbauamt wird die Planungen in den kommenden Monaten verfeinern. Es sei derzeit viel zu früh, etwas zu möglichen Kosten, die auf die Anwohner zukommen, zu sagen, betonte Tiefbauamtsleiter Schröder. Aber dazu steht auch sein Angebot eines persönlichen Gesprächs. Dort können individuelle Fragestellungen erörtert werden.

Mit dem Verfahren, die Bürger frühzeitig in Planungsprozesse einzubinden, ist die Stadt Kempen in den vergangenen Jahren gut gefahren. Die frühzeitige Information nimmt in der Regel schon etwas Druck aus dem Kessel. Gleichwohl gibt es unter den Betroffenen kritische Stimmen, zumeist vor dem Hintergrund möglicher Kosten, die auf sie zukommen.

Dass die Stadt aber die Anregungen ernst nimmt, zeigt sich an der St.-Peter-Allee. Hier wird mittlerweile eine Grundsanierung so weit eingeschränkt, dass die Allee-Bäume erhalten bleiben. Eine Ausbauvariante hätte den Verzicht auf die Bäume zur Folge gehabt. Die ist vom Tisch. Wie Tiefbauamtsleiter Schröder erläuterte, kann der Kanal auch saniert werden, ohne dass die Bäume Schaden nehmen. Das hatte sich eine deutliche Mehrheit der betroffenen Anwohner so gewünscht. Auch wenn das Laub der Linden viel Arbeit macht, den besonderen Charakter ihrer Wohnstraße möchten die Anwohner nicht missen. Die Stadtwerke haben mittlerweile auch geprüft, dass die Gasleitung bislang nicht durch Baumwurzeln beschädigt ist. Gleichwohl muss hier regelmäßig geprüft werden. Die nächste Untersuchung steht aber wohl erst in fünf Jahren an.

Der Gehweg, bislang mit roter Asche belegt, soll allerdings erneuert werden. Dafür werden die Anlieger dann an den Kosten beteiligt.

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