Stadt Kempen plant den Ausbau der Kita-Betreuungsplätze

Kempen : Kita-Ausbau: Stadt plant Zwischenlösung

Der Jugendhilfeausschuss soll über den weiteren Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder entscheiden. Die Stadt Kempen will zwei neue Kitas bauen. Da die nicht bis Mitte 2019 fertig sind, soll’s eine Zwischenlösung geben.

Kempens zuständiger Beigeordneter Michael Klee ist vorsichtig geworden. Angesichts der vielen Unwägbarkeiten im Bereich der Kinderbetreuung und der sich in den vergangenen Monaten ergebenen Dynamik in diesem Bereich spricht der Dezernent kaum noch von festen Planzahlen, sondern nur noch von Prognosedaten. Also ist die aktuelle Planung des Jugendamtes für die Betreuungsplätze in den Kindertagesstätten eher ein Prognoseszenario.

Das Jugendamt hat derzeit gleich zwei große Problemfelder: Zum einen lässt sich das Anmeldeverhalten der Eltern nur sehr ungenau voraussagen. Konkrete Zahlen liegen dem Amt fürs nächste Kindergartenjahr 2019/2020 erst mit Abschluss des Anmeldeverfahrens im März 2019 vor. Solange kann die Stadt aber nicht warten, um den längst überfälligen Ausbau der Kita-Plätze endlich voranzubringen. Ein anderes Problem: Der Markt an Erzieherinnen ist leer gefegt, es gibt auf Sicht nicht genug Personal für die zusätzlichen Gruppen. Wie Dezernent Klee berichtet, hatte die Stadt auf eine entsprechende Stellenausschreibung zahlreiche Bewerbungen. Schließlich wurden 25 Bewerberinnen eingeladen, aber nur fünf erschienen zum Vorstellungsgespräch. 20 Bewerberinnen um eine der benötigten Erzieherinnenstellen kamen nicht, viele sagten auch nicht ab. „Wir gehen davon aus, dass etliche Interessenten Mehrfachbewerbungen abgegeben haben und dann bei einer anderen Kommunen bereits eine Stelle bekommen haben“, so Klee. Sei’s drum. Es bleibt schwierig, Personal für die Kinderbetreuung zu finden.

Klarer sieht es da schon beim Ausbauprogramm für die Kitas aus, das Klee und der Technische Beigeordnete Marcus Beyer in den vergangenen Wochen gemeinsam erarbeitet haben. Das will Klee den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses in dessen nächster Sitzung am Dienstag, 18. September, ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses vorstellen. Klee erhofft sich von den Gremien einen Beschluss, mit dem die Stadt in die konkrete Ausbauplanung einsteigen kann. Die Beschlussvorlage sieht zunächst den Bau von zwei neuen Kindergärten mit jeweils sechs Gruppen vor. Die eine Einrichtung soll in Kempen am Schmeddersweg auf dem Grundstück entstehen, das ursprünglich für Wohnhäuser für Flüchtlinge vorgesehen war. Die können – wie berichtet – aus Lärmschutzgründen dort nicht gebaut werden. Kindergärten fallen allerdings wegen des Lärms, den Kinder schon mal produzieren, nicht unter die an dieser Stelle geltende Lärmschutzregelung. Der Standort an der Sportanlage sei für eine Kita insofern auch nicht schlecht, weil die Kinder diese mit nutzen könnten, meint Klee.

Der zweite Kindergarten soll auf dem Parkplatz neben der Kita „Bärenstark“ an der Bendenstraße gebaut werden. Langfristig könnte der Neubau die bestehende Kita ersetzen. Bei beiden Einrichtungen soll gleich eine integrierte Kindertagespflege mit entstehen. Das hätte auch Vorteile für die so genannte Randzeitenbetreuung der Kinder.

Das Besondere bei den geplanten Neubauten: Die Stadt sucht private Investoren, die diese errichten und langfristig an die Stadt vermieten. Am Ende der Mietzeit würde die Stadt die Gebäude dann vom Eigentümer kaufen. Ein solches Modell hatte die CDU-Fraktion schon ins Gespräch gebracht. Es war auch bei den anderen Fraktionen im Stadtrat durchaus auf Wohlwollen gestoßen.

Die CDU sprach seinerzeit von neun Monaten Bauzeit für eine solche privat gebaute Kita. Eine Realisierung in einem solchen Zeitfenster hält Baudezernent Marcus Beyer aber für unwahrscheinlich. Von daher will die Stadt bis zum Beginn des neuen Kindergartenjahres am 1. August 2019 zunächst eine Zwischenlösung umsetzen. In St. Hubert – in der Nähe von Forum und Sportanlage – soll an der Stendener Straße eine Kita aus mobilen Modulen für bis zu fünf Gruppen errichtet werden.

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