Stadt Kempen informiert über Pläne für neue Oberstufe der Gesamtschule Kempen

Gesamtschule Kempen : Eine Interimslösung für die ursprünglich vorgesehene Interimslösung

Die Stadtverwaltung stellte bei einem Info-Abend die Übergangslösung für die neue Oberstufe der Gesamtschule Kempen vor. Bürgermeister Volker Rübo entschuldigte sich für die Zeitverzögerung bei der Schulsanierung.

Es zeichnet sich eine Übergangslösung für die Interimslösung ab: Wie berichtet, kann der Altbau der ehemaligen Martin-Schule in Kempen für die neue Oberstufe der Gesamtschule genutzt werden. Bei einem Informationsabend für Schüler, Eltern und Lehrerkollegium erläuterten Vertreter der Stadtverwaltung – an der Spitze Bürgermeister Volker Rübo – den aktuellen Stand. Der aus dem Jahre 1928 stammende Altbau der früheren Hauptschule ist zwar mit Schadstoffen belastet, aber die Situation ist aus Sicht von Experten nicht so dramatisch wie zunächst befürchtet. Es wurde wohl bei Renovierungen und Umbauten in den 1960er-Jahren in dem Gebäude Asbest verbaut. Das ist aber gebunden. Wenn in dem Gebäude nun nicht großartig gebaut wird, Wände aufgeschlagen oder abgerissen werden, sind die Räume für eine Übergangszeit nutzbar. Bis zum Ende des vergangenen Schuljahres wurde hier der letzte Jahrgang der inzwischen ausgelaufenen Hauptschule unterrichtet.

Die Stadt hatte ein Gutachterbüro mit Schadstoff-Messungen in allen Gebäuden der weiterführenden Schulen beauftragt. Bislang liegt nur das Ergebnis für die ehemalige Martin-Schule vor. Das Asbest in gebundener Form ist nach Ansicht der Experten des Büros Tauw GmbH aus Moers unproblematisch. Die Werte von Formaldehyd liegen zwar leicht über dem Grenzwert, können aber durch ausreichendes Lüften der Räume reduziert werden.

Damit könnte die Martin-Schule für eine Übergangszeit zum Domizil des ersten Jahrgangs der neuen Oberstufe der Gesamtschule Kempen werden. Die Politik muss dem Plan allerdings noch zustimmen. Der Schulausschuss beschäftigt sich mit dem Thema in seiner nächsten Sitzung am kommenden Donnerstag, 14. November, um 18 Uhr im Rathaus am Buttermarkt.

Gesamtschulleiter Uwe Hötter vor der Martin-Schule: Für den ersten Jahrgang der Oberstufe wäre der Altbau ein gutes Übergangsquartier, bis die eigentliche Interimslösung fertig gestellt ist. Foto: Wolfgang Kaiser

Bürgermeister Rübo entschuldigte sich erstmals öffentlich für die Zeitverzögerung beim Großprojekt „Sanierung der weiterführenden Schule“. „Wir haben uns verrannt, hätten pragmatischer vorgehen müssen“, sagte der Bürgermeister. Er entschuldigte sich für die Verunsicherung, die bei Schülern, Eltern und Lehrern der Gesamtschule entstanden sei. Seit fünf Jahren sei schließlich bekannt gewesen, dass es vom kommenden Schuljahr 2020/2021 an eine Oberstufe der Gesamtschule gibt.

Die Gründe für die Verzögerungen seien vielschichtig, meinte Rübo. Ein Grund ist aber bekannt: Die Stadt hat zunächst auf ein Planungsbüro gesetzt, das den Raumbedarf für die weiterführenden Schulen in Kempen viel zu großzügig berechnet hatte. Ein anderes Büro übernahm diese Aufgabe.

Zudem gestaltete sich die Interimslösung mit einem Provisorium in Modulbauweise schwierig. Gebaut werden soll auf der Wiese neben dem Luise-von-Duesberg-Gymnasium (LvD) an der Berliner Allee. Und zu diesem Provisorium gab es am Mittwochabend Neuigkeiten: Bürgermeister Rübo, Schulverwaltungsamtsleiterin Elfi Böhm und der künftige Technische Beigeordnete Torsten Schröder berichteten von einer Besichtigungstour nach Hessen: Dort schaute man sich gemeinsam mit dem von der Stadt beauftragten Architekturbüro DreiKa aus Krefeld in Darmstadt und Frankfurt Referenzobjekte an. In Damstadt hat das örtliche Unternehmen mobispace eine Interimsschule in Holzbauweise errichtet. Sie könnte ebenso ein Modell für Kempen sein wie ein Objekt der Schweizer Baufirma ERNE, ebenfalls weitgehend mit Fertigbauteilen aus Holz konstruiert.

Die Stadt rechnet nach Angaben von Bürgermeister Rübo mit Kosten in Höhe von vier bis fünf Millionen Euro für eine solche Interimslösung, die zunächst für die Gesamtschule, später auch für die beiden Kempener Gymnasien Thomaeum und LvD, wenn deren Gebäude saniert und modernisiert werden, genutzt werden. In vier bis sechs Monaten, so die beiden Hersteller, könnten die Holzbauten erstellt werden.

Die Stadt rechnet damit, dass die Interimslösung zum Schuljahr 2021/2022 fertig sein wird. Das sicherte der Bürgermeister auf Nachfrage aus der Elternschaft der Gesamtschule zu. Aus dem Publikum kam die Anregung, zu prüfen, ob das Gebäude nicht an der Martin-Schule errichtet werden könnte. Denn dort muss der so genannte Neubau, weil er zu marode ist, ohnehin abgerissen werden. Die Stadt will das nun prüfen.

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