St. Martin 2019: So war der Martinszug durch die Kempener Altstadt

Martinszug : Ein Regenbogen für St. Martin

Mehr als 1000 Schüler und weitere junge Menschen zogen im Kempen mit Laternen an liebevoll geschmückten Häusern vorbei.

Über der Kempener Innenstadt liegt der Duft von Glühwein und Püfferkes. Menschen stehen dicht an dicht entlang der Häuser, wärmen sich die Finger an einem heißen Getränk und naschen aus Papiertüten Fettgebackenes. In den Fenstern hängen Laternen und Lichterketten. Ganze Reihen von Fensterbänken sind mit Teelichtern in kleinen Gläschen geschmückt. Eine erwartungsvolle Stimmung hat sich bei den Tausenden von Besuchern, die sich entlang des Martinszugwegs über die gesamte Innenstadt verteilen, breit gemacht.

Köpfe drehen sich plötzlich in Richtung der Trommeln, die auf einmal zu hören sind. Dann ertönt das Klappern von Hufen. Hoch zu Ross, eingerahmt von seinen Herolden, führt St. Martin ein Lichtermeer an. In der sich langsam herabsenkenden Dämmerung leuchtet das Licht von Kerzen und batteriebetriebenen Beleuchtungen aus Hunderten von selbstgebauten Laternen. Schon von weitem strahlt den Zuschauern ein knapp drei Meter hoher Kirschbaum entgegen, aus dem hell leuchtende Eulenaugen schauen und eine ebenfalls beleuchtete Schaukel sanft hin und her schwingt. An einer Seite löst sich der Baum dabei in unzähligen von verschiedenen großen Quadraten auf. Ein ebenfalls in Pixel übergehender Regenbogen von einer Länge von über drei Metern schließt sich an. Die Arbeiten der Fackel-AG vom Thomaeum sind unverkennbar. Über Laternen schwebende Kugeln der Stufe sechs ziehen die Blicke der Besucher genauso auf sich wie ein gigantischer Fliegenpilz, den die Fünftklässlerin Cara aus Dutzenden von Plastikbechern hergestellt hat, indes ihre Klassenkameradin Lupita eine Kugel aus Bechern trägt.

Schule hinter Schule zieht durch die Straßen, Martinslieder erklingen. Die Gesamtschule trägt die große Laterne, die die Martinsszene samt Stadtwappen und Kindern mit Fackeln in den Händen zeigt. Dem folgt eine Unterwasserwelt, das ist das Thema der Gesamtschule. Da gibt es Austern, in deren Mitte eine Perle schimmert, dazu bunte Fische, die aus Dutzenden von Papierförmchen gebaut wurden. Die 5c lässt ihre Fische in Netzen voller Müll schwimmen, während die 6f farbige Quallen in den Händen hält.

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Die Hände frei haben dagegen die Schüler der 9a. Sie tragen ihre Laternen in Fischform allesamt auf dem Kopf, wobei LED-Beleuchtung für viel Licht sorgt. Die drei Buchstaben LvD kündigen das Luise-von-Duesberg-Gymnasium an. Dahinter hat die Schülervertretung schwer zu tragen. Sie hat nämlich ein fast fünf Meter langes Konstrukt aus schwarze Pappe und Holz gebaut.

Lagerfeuer schillern in der Luft. Weltkugeln, die von Menschenketten eingerahmt sind, werden von Schülerhänden getragen. Moderne Kunst in Form von abstrahierten Gesichtern als auch Werken von Kandinsky sind zu sehen, und selbst eine Schar von weißen Gänsen fehlt nicht. Gigantisch ist der Anblick der Laternen der Liebfrauenschule: In der Dunkelheit leuchten die Fenster von Notre-Dame auf Dutzenden von Laternen auf. Licht schillert durch das Transparentpapier in den schwarzen Pappkonstruktionen und verleiht dem Ganzen etwas Mythisches. „Das war wirklich viel Arbeit, wobei wir nicht nur in der Schule, sondern auch daheim gebastelt haben“, erzählt Hannah.

Die Grundschulen stehen den weiterführenden Schulen in nichts nach. Jamian von der Astrid-Lindgren-Grundschule transportiert bedeutende Bauwerke wie den Big Ben, den Eiffelturm, den schiefen Turm von Pisa und die Kempener Burg in einer Fackel vor sich her, während Ian eine blaue Rakete in den Händen hält. Heißluftballons schweben durch die Luft, Szenen aus dem All inklusive Marsmenschen und Ufos sind zu sehen.

Aber nicht nur Schüler sorgen für das unvergleichliche Erlebnis. Unter anderem sind auch die Evangelische Jugend Kempen und St. Hubert mit von der Partie, die Kirchenfenstermotive zum Leben erweckt haben. Laternenträger mit strahlenden Gesichtern, die sich über so manches Lob, das aus den Besucherreihen zu hören ist, sichtlich freuen. Die Begeisterung an den wunderschönen selbstgebastelten Laternen und dem vielstimmigen Gesang, begleitet durch die Musikgruppen, ist den Besuchern überall anzusehen.

Die Martinsszene am lodernden Feuer auf dem Buttermarkt, das Verteilen der Tüten im Rathaus und zum krönenden Abschluss das Feuerwerk über der Burg – St. Martin in Kempen ist immer wieder einen Besuch wert und auf der ganzen Linie ein einmaliges Erlebnis.

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