Stadt Kempen: Sporthotel: Inhaber mit Stadt im Gespräch

Stadt Kempen: Sporthotel: Inhaber mit Stadt im Gespräch

Das Kempener Sporthotel am Schmeddersweg steht derzeit leer. Die Inhaberfamilie Altinok will sich Zeit nehmen für eine neue dauerhafte Lösung. Die Tennishalle kann von den Kempener Vereinen für weitere zwei Jahre genutzt werden.

Berichte über einen geplanten Abriss des Komplexes am Schmeddersweg haben die Familie Altinok überrascht. Den Duisburgern gehört der Hotelkomplex mit angrenzender Tennishalle und Wohnungen seit einigen Jahren. Mit der Schließung des Hotelbetriebes Ende Dezember steht das bekannte Sporthotel vor einer unsicheren Zukunft. Der langjährige Hotelpächter Hans-Peter Friedrich hat sich aufs Altenteil zurückgezogen, er hat die Schlüssel an den Inhaber Murat Altinok abgegeben.

Was aus dem Komplex wird, steht derzeit noch nicht fest. Fest steht allerdings, dass die beiden Kempener Tennisclubs Rot-Weiß und Casino die Hallenplätze weiterhin nutzen können. Der Ende März auslaufende Mietvertrag wurde am Donnerstagabend um zwei Jahre verlängert. Für die beiden Sportvereine ist damit nicht nur die Hallensaison gesichert. Sie können die Plätze nun ganzjährig nutzen. Die TG Casino will beispielsweise hier das Jugendtraining ausbauen. Bei schlechtem Wetter müssen Medenspiele (Meisterschaftsrunden) in den Sommermonaten nicht abgesagt werden, man kann unkompliziert in die Halle ausweichen. Für den Herbst sind bereits Hallenturniere in Planung. Das Wintertraining für die Clubmitglieder soll wie bisher weiterlaufen.

Für die Tennisvereine bietet der neue Mietvertrag Planungssicherheit. Die Inhaberfamilie Altinok gewinnt ihrerseits Zeit, über eine neue Nutzung des Komplexes nachzudenken.

Murat Altinok erklärte gestern im Gespräch mit der Rheinischen Post, dass seine Familie in Ruhe nach einer dauerhaften Lösung suche. Er bestätigte den Kontakt zur Stadtverwaltung. Es habe ein Gespräch gegeben. Völlig offen sei allerdings, ob eine Hotelnutzung an diesem Standort eine Zukunft hat. Altinok berichtete, er habe bei mehreren Hotelketten angefragt, ob sie sich einen Hotelbetrieb am Standort Schmeddersweg vorstellen könnten. "Doch die haben abgewunken. Für Hotelketten ist Kempen generell kein attraktiver Standort", so Altinok. Seine Familie sei auf der Suche nach einem Hotelbetreiber, der entweder die vorhandene Immobilie pachtet oder der an einem Neubau auf dem Areal interessiert sei. Investieren will die Familie Altinok im Falle des Falles so oder so. Für eine Renovierung des Hotels rechnet Murat Altinok mit Kosten von schätzungsweise zwei Millionen Euro. Ein Abriss mit gleichzeitigem Neubau käme wohl deutlich teurer. "So 15 bis 20 Millionen muss man da wohl in die Hand nehmen", meint Murat Altinok. In jedem Fall ist die Inhaberfamilie an einem langfristigen Pächter interessiert. Bei einem Neubau müsste der Pachtvertrag über mindestens 20 Jahre laufen.

  • Stadt Kempen : Sporthotel erhöht die Zimmerkapazität

Sollte sich in den kommenden Monaten kein Interessent finden, käme für Familie Altinok auch eine komplett andere Lösung für das Areal infrage. Dann würde man die bestehenden Gebäude abreißen und dort Mietwohnungen bauen.

Der Technische Dezernent Stephan Kahl bestätigte im Gespräch mit der Rheinischen Post, dass es bei dem Treffen mit Murat Altinok im Rathaus auch um eine mögliche Wohnnutzung des Geländes ging. Derzeit ist das Areal im Flächennutzungsplan als Bereich zur "sportlichen, sozialen und kulturellen" Nutzung ausgewiesen. Sollten dort Mietwohnungen gebaut werden - was durchaus im Interesse der Stadt wäre -, müsste der Flächennutzungsplan entsprechend geändert werden. Eine Wohnungsnutzung auf dem bisherigen Hotelareal passt angesichts des geplanten neuen Stadtquartiers im Kempener Westen sehr gut in die städtischen Pläne. Das bestätigt auch Dezernent Kahl. Im Zuge der neuen Planungen werde man auch den Bereich am Schmeddersweg neu bewerten müssen.

Murat Altinok erklärte gestern, seine Familie stehe weiterhin im Kontakt mit der Stadt. In dem kommenden Monaten soll es weitere Gespräche mit der Stadtverwaltung geben. Nach vielen Monaten der Funkstille zwischen beiden Seiten, zeigt Murat Altinok nun Gesprächsbereitschaft. "Vielleicht wissen wir Ende dieses Jahres schon etwas mehr, wie es am Schmeddersweg weiter gehen kann", sagte er gestern.

Unter Zeitdruck will sich seine Familie in der Sache nicht setzen lassen. "Von daher sind die Gerüchte vom bevorstehenden Abriss auch völlig aus der Luft gegriffen", betonte er. Es sei momentan viel zu früh, über eine künftige Nutzung des Areals etwas zu entscheiden, betonte er. Auch der Bau von Mietwohnungen müsse sorgfältig geprüft werden. "Ganz gleich in was wir investieren, es muss sich für uns rechnen", sagte Murat Altinok.

(RP)