Sportausschuss beschließt Neubau von Umkleide in St. Hubert

Sportplatzsituation : Vereine fordern eine schnelle Lösung

Deutliche Kritik kam von Vertretern der beiden St. Huberter Sportvereinen TuS und FC zur erneuten Verzögerung beim Sportplatzbau. Einen Kunstrasen an der Stendener Straße wird es nicht geben.

Die Sportler sind seit Langem sauer. Seit Jahren werden vor allem die Fußballer der beiden Klubs TuS und FC St. Hubert hingehalten. Seit Jahren versprechen Stadtverwaltung und Politik ihnen, dass sich die Platzsituation im Kendeldorf bald verbessert. Doch immer wieder werden die Vereine hingehalten und mit neuen Lösungsvorschlägen konfrontiert. Vieles erfahren die Vereinsvorstände nur aus der Zeitung. Sie fühlen sich nicht mitgenommen in dem schwierigen Prozess. Das machten Sprecher der beiden Vereine bei der Sondersitzung des Kempener Sportausschusses am Montagabend im St. Huberter Forum deutlich.

Die Sondersitzung war anberaumt worden, weil die Sportpolitiker auf Drängen der CDU vor der Sommerpause ein Gutachten zur Lärmsituation am Sportplatz „An Eulen“ beantragt hatten. Die Stadt Kempen hatte damit das Krefelder Ingenieurbüro Bernd Driesen beauftragt. Wie bereits berichtet, kommt der Experte für Schalltechnik und Umweltlärm zu dem Ergebnis, dass die Anlage eines Kunstrasens als Ersatz für den bestehenden Aschenplatz wegen der dann zu erwartenden stärkeren Nutzung des Fußballplatzes schwierig werden könnte. Nutzungsbeschränkungen für einen neuen und rund 1,5 Millionen Euro teuren Platz kann man sich im Kempener Rathaus nicht vorstellen. Das machte Sportdezernent Michael Klee deutlich.

Dezernent Michael Klee (mit Mikro) erläuterte im Sportausschuss den aktuellen Stand der Sportplatzplanung für St. Hubert. Links neben Klee der Ausschussvorsitzende Jürgen Pascher, rechts Amtsleiterin Elfi Böhm. Unter den aufmerksamen Zuhörern waren Vertreter der beiden Vereine TuS und FC St. Hubert. Foto: Norbert Prümen

Die Alternative, den Naturrasen im Sportpark an der Stendener Straße in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln, wollen die betroffenen Sportvereine partout nicht. Das machten ihre Sprecher im Sportausschuss deutlich. Da haben sie auch Rückendeckung aus der Politik. Denn alle Fraktionen halten diese von der Stadt ins Gespräch gebrachte Lösung für undenkbar. Das Rasenplatz ist in der Regel gut bespielbar. Eine Umwandlung in einen Kunstrasen „wäre unökologisch, entspräche nicht der aktuellen Diskussion um den Klimaschutz und ist somit der Öffentlichkeit auch nicht vermittelbar“, heißt es in einer Stellungnahme der beiden betroffenen Vereine TuS und FC St. Hubert.

Sie drängen auf zweierlei: Zum einen muss eine Lösung für die geplante neue Sportanlage am Ortsrand gefunden werden. Die Bezirksregierung Düsseldorf hatte den angedachten Standort an der Ecke Kempener Landstraße/Tönisberger Straße in einem Gespräch mit der Stadtplanung als nicht mit der Regionalplanung vereinbar abgelehnt. Eine schriftliche Absage gibt es noch nicht, wie Planungsamtsleiter Heinz-Peter Cox im Sportausschuss erklärte. Sie wäre allerdings wahrscheinlich. Eine Chance für den Bau dieser neuen Sportanlage, die ähnlich dem Kempener Sportpark an der Berliner Allee nicht nur Platz für Fußballer, sondern auch für Leichtathleten, Tennisspieler oder Freizeitsportler bieten könnte, sieht Dezernent Klee nur auf der politischen Ebene. Die Parteien müssten ihre Landes- und Regionalpolitiker in Stellung bringen, möglicherweise könnten die noch etwas bei der Bezirksregierung erreichen. Vor allem der Name des CDU-Landtagsabgeordneten Marcus Optendrenk fiel in diesem Zusammenhang.

Die beiden betroffenen Vereine drängen aber auch auf die Umsetzung der längst versprochenen Verbesserungen am Sportplatz Stendener Straße. Hier soll endlich ein neues Umkleidegebäude gebaut und der marode Schotterparkplatz saniert werden. Beides ist seit Längerem geplant, die Umsetzung wurde im vorigen Jahr aber zunächst zurückgestellt, weil die Stadt auf Fördermittel aus einem Bundesprogramm hoffte. Die wird es nicht geben. Also könnte nun mit dem Bau begonnen werden.

Der Sportausschuss beschloss zum einen, eine Umkleide für vier Mannschaften und den Parkplatzneubau mit Haushaltsmitteln für 2020 zu forcieren. Zum anderen soll es ein Treffen vor Ort von Vertretern der Stadt, der Politik und der St. Huberter Sportvereine mit der Bezirksregierung geben. Dazu soll auch der Landtagsabgeordnete Opten­drenk eingeladen werden. Das Ziel: Es soll ausgelotet werden, ob es nicht doch eine Lösung für eine komplett neue Sportanlage am Ortsrand von St. Hubert geben kann.

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