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Turnerschaft St. Tönis: Lena Schleupen hat Litauen lieben gelernt

Handball : Lena Schleupen hat Litauen lieben gelernt

Eigentlich wollte die 22 Jahre alte Kempenerin im Rahmen ihres Studiums der Wirtschaftsinformatik nur ein Auslandssemester absolvieren. Doch es wurde viel mehr daraus – auch im sportlichen Bereich, wo sie unerwartet große Erfolge und schöne Erlebnisse hatte.

Die Frauen-Mannschaft der Turnerschaft St. Tönis wartet auf die Rückkehr von Lena Schleupen. Die 22-Jährige ging im August für ein Auslandssemester nach Kaunas in Litauen. Allerdings erlebte die gebürtige Kempenerin nicht nur den Uni-Alltag in ihrer Wahlheimat, sondern auch zahlreiche Ausflüge und auch dem Handballsport konnte sie nachgehen und absolvierte sogar zwei Europapokalspiele. Lena Schleupen ist jetzt nach Kempen zurückgekehrt, um mit ihrer Familie und ihren Freunden Weihnachten und den Jahreswechsel zu verbringen. Im Januar geht es noch einmal für Klausuren nach Kaunas, im Februar wird sie dann in ihre Heimat und zur Turnerschaft St. Tönis zurückkehren.

Nach einer Ausbildung zur Informatikkauffrau bei einem großen Krefelder Unternehmen für Heimtierbedarf zog Lena Schleupen nach Münster, um an der dortigen Universität Wirtschaftsinformatik zu studieren. Um auch weiterhin bei der Turnerschaft St. Tönis spielen zu können, hielt sich die 22-Jährige im Hochschulsport fit. Ein Auslandssemester stand für dieses Jahr auf dem Programm. „Am liebsten wäre ich nach Kanada oder Island gegangen. Ich habe mich aber auch aufgrund der Corona-Lage welt- und europaweit nach anderen Zielen erkundigt. Und so bin ich durch einen Freund auf Litauen aufmerksam geworden“, berichtet Lena Schleupen. Und das südlichste Land der drei europäischen Baltikumstaaten wurde mit der Universität in Kaunas ihr Ort für das Auslandssemester.

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Dank Wolfgang Rommel, dem ehemaligen Bundestrainer der Trier Miezen, konnte Lena Schleupen in Litauen auch dem Handballsport nachgehen. Rommel, ein Freund der Familie Schleupen, stellte den Kontakt zu Antanas Skarbalius, dem Coach vom ACME Žalgiris Kaunas, her. Und die 22-Jährige lief seit August im Trikot des litauischen Klubs auf. Dabei spielte sie nicht nur in der litauischen Liga, sondern gewann den litauischen Supercup, zudem absolvierte sie ein Spiel in der Baltic League.

Und ein weiteres unglaubliches Erlebnis wartete auf sie, denn die Rechtshänderin konnte mit ihrem Klub auch zwei Spiele im Europapokal absolvieren. Im EHF European Cup traf der Klub aus Litauen in der ersten Runde auf das niederländische Team Westfriesland SEW. Das Hinspiel verloren die Litauerinnen zu Hause mit 26:31, das Rückspiel gewannen sie mit 28:25. Am Ende fehlte nicht viel, um die nächste Runde zu erreichen. „Das war natürlich ein absolutes Highlight. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich diese Erfahrung machen durfte und mir diese Erlebnisse niemand mehr nehmen kann“, sagt die Rückraumspielerin.

Trotz des Uni-Alltags in Litauen blieb Lena Schleupen und den neu gewonnen Freunden viel Zeit, um Städtetrips zu unternehmen. So reiste sie innerhalb der vier Monate nach Kopenhagen, Helinski, Tallinn, Riga und auch Warschau. „Zudem haben wir natürlich auch alle großen Städte in Litauen kennengelernt. Und wir waren in Litauen auch in Klaipeda am Strand. Das Land ist unglaublich schön“, berichtet die Studentin, deren persönliches Highlight eine einwöchige Reise nach Lapland Anfang Dezember war. „So viel Schnee wie dort habe ich noch nie gesehen. Wir haben die Winterlandschaft genossen.“

Im Alter von drei Jahren hatte Lena Schleupen mit dem Handball bei der Vereinigten Turnerschaft Kempen begonnen. Dort spielte sie bis zur B-Jugend. 2015 schloss sie sich dann der Jugendspielgemeinschaft des TV Korschenbroich und des ART Düsseldorf, die unter dem Namen JSG TVK/ART in der Oberliga spielte, an. 2017 gewann sie mit der Mannschaft von Robert Russek die Niederrheinmeisterschaft. Danach wechselte sie zur Turnerschaft St. Tönis.Spätestens im Februar will sie wieder das Team der Turnerschaft in der Nordrheinliga unterstützen.

Die scheidende Trainerin Miriam Heinecke und die Mitspielerinnen sind sich einig, dass Lena Schleupen dem Team gut tun wird. Und da sie in Litauen vier- bis fünfmal pro Woche Training hatte, kehrt sie in bester Verfassung und mit vielen neuen Erfahrungen zurück.