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Thomasstadt Kempen: Was Dieter Hussmanns und Aleksandar Ristic verbindet

Geburtstag wird nächstes Jahr gefeiert : Dieter Hussmanns und der Pattex-Stuhl

Den Kempener Fußball-Trainer verbindet eine herzliche Bekanntschaft zum ehemaligen Fortuna-Trainer Aleksandar Ristic.

Jetzt ist er 60 Jahre alt, aber die große Feier auf einem Gehöft zwischen Kempen und Wachtendonk – 160 Gäste von knapp 200 hatten bereits zugesagt – war wegen der Corona-Pandemie bereits drei Wochen vorher schweren Herzens storniert worden. Die Rede ist von Dieter Hussmanns, als Spieler, aber vielmehr noch als Trainer in unserer Region gut bekannt und bestens vernetzt. Daran ändert auch nichts, dass sein letztes Engagement als Chefcoach schon einige Jahre zurück liegt. Dies war bei Union Nettetal. Thomasstadt Kempen, KFC Uerdingen, VfR Fischeln und nochmals Kempen waren seine Stationen. Aktuell arbeitet er für Bundesligist Fortuna Düsseldorf als Scout für den U19/U20-Bereich. Auch die Profis benötigten schon einmal seine Hilfe.

Absolut im Blickpunkt der hiesigen Szene stand er Anfang 2006. Da war er Co-Trainer beim KFC Uerdingen unter Teamchef Wolfgang Maes. Diese Konstellation war aber eher ein Etikettenschwindel, weil Hussmanns als A-Lizenz-Inhaber von der sportlichen Wertigkeit klar die Nummer 1 war. Die Blau-Roten waren in der Saison zuvor aus der Dritten Liga wegen angeblichen Verstößen gegen die Lizenzspielerstatuten abgestiegen und kickten in der Oberliga. Im Anschluss an eine 1:2-Niederlage beim 1. FC Bocholt am 25. Februar wurde Maes beurlaubt und „Hussi“ musste ran. Aber nach nur einer Partie schmiss er hin (2:2 am Freitagabend gegen den 1. FC Kleve), weil der damalige Manager Jonny Hey ihm immer wieder reinredete. So mussten zum Beispiel die Australier Krncevic und Tadrosse auflaufen, weil Hey sie einmal geholt hatte. Direkt danach übernahm Jürgen Luginger. Er gewann von den zwölf folgenden Partien übrigens nur die beiden letzten gegen Yurdumspor Köln (5:0) und Bocholt (1:0). Zu vielen Spielern aus der Zeit, und vor allen Dingen zu denen aus dem Jahr vorher, pflegt Hussmanns noch heute ein freundschaftliches Verhältnis. Über die digitalen Medien, damals noch in Kinderschuhen, erhielt er von den KFC-Fans viel Zuspruch für seine mutige Entscheidung. Damals lag ihm ein Angebot des VfR Fischeln vor, was er dann, auch auf Anraten des ehemaligen Teammanager Heiner Essingholt, jetzt 1. FC Bocholt, annahm.

Zu der Zeit arbeitete er bei der Polizei in Düsseldorf in der Motorradstaffel. Oft führte ihn da sein Weg auch zum Trainingsgelände von Fortuna Düsseldorf am Flinger Broich. Es entstand eine herzliche Verbindung zu Trainer Aleksandar Ristic. Die gipfelte darin, dass ihn der Bosnier neben seinem schon Kult ähnlichen Pattex-Stuhl auch mit seiner Trainingsjacke beschenkte. 2016 schied er als Vorruheständler übrigens aus dem Polizeidienst aus.

Bei anstehenden Feiern stellt sich für die Gäste oft, und so war es auch beim „Hussi“, wie er überall nur genannt wird, meist die Frage: „Was schenken wir.“ Es sollte nur Bares fließen, was anschließend an Familien, die ihre Kinder zu bestimmten Festen nicht so beschenken können, wie andere, weitergeleitet werden sollte. Diese guten Taten sind zwar erst einmal aufgehoben, aber nicht aufgeschoben. „Ich werde am 28. März nächsten Jahres 61. Dann holen wir alles nach und feiern, was ideal ist, in den Geburtstag von Samstag auf Sonntag hinein“, stehen die neuen Planungen schon fest. Übrigens: Die Idee von Hussmanns, eingehende Gelder zu spenden, haben aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis, und der ist sehr groß, viele für ihre eigenen Festivitäten dankbar aufgegriffen.