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Thomasstadt Kempen: Meier visiert den Aufstieg an

Fußball-Kreisliga B : Meier visiert mit Kempen den Aufstieg an

Nach Jahren der Stagnation darf der SV Thomasstadt wieder ernsthaft von der Kreisliga A träumen. In seiner ersten Station als Trainer im Seniorenbereich sorgt Trainer André Meier für neuen Elan.

Der SV Thomasstadt Kempen unterlag in der 1. Runde des Kreispokals Bezirksligst TuRA Brüggen mit 1:4 (0:2). Die Niederlage fiel unterm Strich zu deutlich aus, denn der spielerisch überzeugende B-Ligist zeigte sich streckenweise auf Augenhöhe und scheiterte letztlich nur an der größeren Effektivität des Favoriten. Den Kempener Ehrentreffer zum 1:2 erzielte Luca Küppers.

Als Verlierer vom Platz zu gehen, war eine neue Erfahrung. Denn in der Meisterschaft gab es in der Gruppe 2 für die von Trainer André Meier und Co-Trainer Pascal Tepaß betreuten Thomasstädter bisher keinen ernsthaften Gegner. Die makellose Zwischenbilanz des Tabellenführers: sieben Siege aus sieben Spielen. An sich ist eine derartige Ausbeute in der Kreisliga nichts Ungewöhnliches. Das Besondere drückt sich dagegen in den Ergebnissen aus, die zu einem beeindruckenden Torverhältnis von 57:2 führten. Gleich dreimal gewann die Meier-Elf zweistellig und kassierte aus dem Spiel heraus bisher keinen Gegentreffer.

Unter Meier scheint der SV Thomasstadt nach Jahren der sportlichen Stagnation und mäßigen Platzierungen reif für die Rückkehr in die Kreisliga A zu sein, in der der ehemalige Landesligist zuletzt in der Saison 2015/16 spielte. Die Trainerlaufbahn des 35-Jährigen begann bereits vor 20 Jahren, als ihn das damalige Kempener Jugend-Vorstandsmitglied Bernd Appenzeller überredete, als Jugendlicher bereits eine Jugendmannschaft zu übernehmen. Seither trainierte Meier auch parallel zur eigenen aktiven Laufbahn, die er 2016 beim SSV Grefrath beendete, erfolgreich diverse Jugendmannschaften und war auch in der Talentförderung des Fußball-Verbandes Niederrhein (FVN) tätig. Ein schöner Nebeneffekt der langjährigen Arbeit ist ein großes Netzwerk, das im Laufe der Zeit entstanden ist. Der so entstandene Spielerpool dürfte Meier nicht nur in Kempen, sondern auch bei zukünftigen Stationen hilfreich sein. Selbst  sein 28-Jähriger Assistent Tepaß ist ein ehemaliger Schützling.

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So gern Meier mit dem Nachwuchs arbeitete, ein Senioren-Team zu übernehmen blieb aber immer das angestrebte Ziel. In Kempen den ersten Schritt zu tun, fiel ihm jedoch zunächst nicht leicht: „Am meisten habe ich gezögert, weil es die B-Liga war. Am Ende hat aber alles gepasst“. Klares Ziel ist der Aufstieg, auch wenn es nicht unbedingt in dieser Saison sein muss. Dafür nötigt Meier seiner Mannschaft auch mehr ab, als an vielen Orten üblicherweise geleistet wird. Gerne hätte er dreimal wöchentlich zum Training gebeten, was aber nicht durchsetzbar war. Der Kompromiss: zweimal zwei Stunden, dazu ab und an eine Zusatzschicht am Montag. Auf seine Spieler, die allesamt die Kempener Jugend durchliefen und zum Teil aus anderen Vereinen zurück kehrten, hält Meier große Stücke: „Die Mannschaft hat Bock auf Fußball, ist fit und hat Spieler mit großen individuellen Qualitäten“. Und wie beurteilt er die Gefahr, dass seine Mannschaft angesichts des Erfolgs abhebt? „Es ist sicher eine meiner Hauptaufgaben, genau das zu verhindern“. Eine echte Standortbestimmung dürfte es ohnehin erst geben, wenn die aufeinander folgenden Duelle mit den ärgsten Verfolgern TSV Bockum II und TSV Meerbusch III hinter dem SV Thomasstadt liegen.