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Teutonia St. Tönis: Santiago und Julian Andres Suaterna Florez gewinnen die Copa America für Amateure

Fußball : Teutonias Kolumbianer triumphieren

Die Brüder Santiago und Julian Andres Suaterna Florez gewinnen die Copa America für Amateure. Beim Fußball-Landesligisten in St. Tönis befeuern sie mit ihren Leistungen die Aufstiegsträume.

Seit Januar 2020 sind die kolumbianischen Brüder Santiago und Julian Andres Suaterna Florez wieder zurück bei der DJK Teutonia St. Tönis. Wieder zurück deshalb, weil sie schon einmal in der vergangenen Spielzeit und zu Anfang dieser Saison für den aufstiegsambitionierten Fußball-Landesligisten spielten. Weil aber im Herbst die Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen war, mussten sie zwischenzeitlich wieder zurück in ihre Heimat, wo sie in der Hauptstadt Bogota leben.

Bei den Grün-Gelben sind sie Stammkräfte, wobei Julian Andres sich am Wohlsten auf der rechten Außenbahn fühlt – er kann aber auch ganz vorne drin spielen –, aktuell aber nach einer Meniskusoperation außer Gefecht ist. Das ist schon ein herber Verlust, weil der 23-Jährige in der Wintervorbereitung und den ersten Pflichtbegegnungen stets unter den Torschützen war. Vor allen Dingen beim deutlichen Testspielsieg gegen Ex-Klub Straelen am 15. Januar, der bis dahin nur einmal als Verlierer den Platz verlassen hatte, wuchs er, wie auch alle anderen Mitspieler, über sich hinaus. Für seinen Heilungsprozess kommt die momentane Zwangsspielpause natürlich nicht ungelegen.

Santiago, sein zwei Jahre älterer Bruder, ist ein echter Sechser mit großer Zweikampfstärke, Kämpferherz und der Fähigkeit, ein Spiel zu lesen und steuern. Seine Deutschkenntnisse sind nicht so ausgeprägt wie die seines Bruders, was aber auch daran liegt, dass der vorher schon für den souveränen Oberliga-Spitzenreiter aus der Blumenstadt spielte und schon länger in Deutschland ist. „Beide sind absolute Mentalitätsmonster, uneingeschränkte Stammkräfte und im Team und Umfeld bestens angekommen“, sagt Trainer Bekim Kastrati zu seinen Überseeimporten.

Einen persönlichen Triumph feierten die Suaterna-Brüder im Dezember. Da spielten sie für Kolumbien bei der sogenannten Copa America im argentinischen Cordoba für ihr Land. Der Vater der Suaterna-Brüder ist Trainer bei Movilser, hierzulande vergleichbar mit der Oberliga, in der seine Söhne dann auch mitmischen, wenn sie dort sind. Und über diese Schiene wurde dann auch eine Mannschaft aufgestellt, die sich mit Teams aus Peru, Brasilien, Argentinien, Mexiko, Iran oder Uruguay duellierte – alle fußballerisch etwa auf dem selben Level.

Gespielt wurde mit sechs Feldspielern und einem Torwart, quer über den halben Platz. Kolumbien gewann im Finale gegen die brasilianische Auswahl von Macabi Noar nach Verlängerung mit 2:1. Nach der regulären Spielzeit hatte es 1:1 gestanden. Danach gab es ein Strafstoßschießen, dass bei uns etwas ans Penaltyschießen im Eishockey erinnert. Fünf Spieler jeder Mannschaft laufen mit Ball auf den Keeper zu und müssen, damit der Versuch nicht für ungültig erklärt wird, innerhalb von fünf Sekunden geschosssen haben. Da siegten Suaterna & Co. dann mit 5:4 und bekamen den Zusatzzähler zum 2:1-Erfolg. Den entscheidenden Strafstoß verwandelte übrigens Julian. Dieses Turnier hat in Südamerika einen sehr hohen Stellenwert.

Das siegreiche Team von Kolumbien mit den beiden Spielern von Teutonia. Foto: fuck

Cordoba, Estadio Mario Alberto Kempes – da war doch was? Genau: Dort verlor die deutsche Nationalmannschaft am 21. Juni 1978 bei der WM ihr Spiel gegen den krassen Außenseiter Österreich mit 2:3 und schied, was bei einem solchen Turnier bis heute eher selten ist, vorzeitig aus. Im Nachbarland spricht man noch heute von dieser Überraschung und der deutschen Schmach von Cordoba. Bundestrainer war damals Helmut Schön – er wurde danach von Jupp Derwall abgelöst – und Spielführer war Berti Vogts, dem in dieser Partie ein Eigentor unterlief.