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Teutonia St. Tönis: Das Team kämpft gegen den Abstieg

Fußball-Oberliga : „Wir wissen wo wir nachlegen müssen“

Hinter Teutonia St. Tönis liegen viele erfolgreiche Jahre. In dieser Saison läuft es nicht rund. Statt eines erhofften Platz im Mittelfeld steckt der Fußball-Oberligist zum Jahreswechsel mitten im Abstiegskampf.

In den vergangenen Jahren lief es bei Teutonia St. Tönis stets rund. Von der Bezirksliga ging es hoch in die Oberliga, wo in der vergangenen Saison zum Zeitpunkt des Abbruchs ein respektabler 8. Tabellenplatz zu Buche stand. Zur Freude der Verantwortlichen und der Anhänger der Gelb-Grünen mischte der Aufsteiger auch in der Oberliga munter mit, spielte mutig nach vorne und hätte mit dem Abstieg sicher nichts zu tun gehabt.

Viel Grund zur Freude gab es in der laufenden Saison nicht. Die lange vom Erfolg beseelte Teutonia-Familie musste einige Kröten schlucken und sich nach und nach darauf einstellen, dass es allein um Klassenerhalt gehen kann. Denn das ursprüngliche Ziel, nach Ende der Hinrunde in der oberen Tabellenhälfte zu landen um nichts mit der Abstiegsrunde zu tun zu haben scheint bei acht Punkten Rückstand und sechs ausstehenden Spielen illusorisch. Die Tabelle beschreibt sogar eine weitaus schwierigere Lage, die die Alarmglocke weiter schrillen lässt: um die Teutonen herum geht es im Tabellenkeller äußerst eng zu weil die letzten, zu schwankenden Leistungen nicht für eine bessere Ausgangslage zur Wiederaufnahme der Saison am 20. Februar 22 reichten.

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Schon nach drei Spieltagen sorgte der Rücktritt von Trainer Bekim Kastrati und seinem Trainer-Team vor Unruhe. Acht Gegentore in den ersten drei Begegnungen gaben der sportlichen Führung Anlass das Spielsystem zu hinterfragen. Begleitet von Diskussionen um fehlende Corona-Impfungen führten die unterschiedliche Auffassungen zur Trennung, die eine verunsicherte Mannschaft zurück ließ. Den Verantwortlichen gelang es schon nach wenigen Tagen mit Josef Cherfi einen neuen, oberligaerfahrenen Cheftrainer zu verpflichten, der mit einem Sieg bei Union Nettetal einen erfolgreichen Einstand feierte. Viele Probleme aber blieben, sechs Niederlagen in Folge waren das Ergebnis. „Es war nicht einfach da rein zu kommen und ohne Vorbereitung eine Mannschaft zu übernehmen, die Probleme hatte, ihren Spielstil zu finden. Dazu kamen Leistungsträger, die nicht funktionierten“, blickt Cherfi zurück. An vorderster Stelle ist der beruflich und privat stark eingespannte Kevin Breuer zu nennen, der in den zurück liegenden Jahren zum Besten gehörte, was die Oberliga zu bieten hatte. Aber auch andere blieben hinter ihren Möglichkeiten und fallweise auch hinter ihren eigenen Ansprüchen. Dass sich die beiden Torhüter Felix Burdzik und Gian-Luca Mariano verletzten, passte irgendwie ins Bild einer Saison, in der nicht viel zusammen laufen wollte. Zu den wenigen Lichtblicken gehörte zweifellos Burhan Sahin, der nach Cherfis Amtsübernahme aufblühte und was Leidenschaft und Einsatz angeht eine Vorbildfunktion übernahm. Der Abgang war allerdings alles andere als vorbildlich: eine Tätlichkeit stellte den 32-Jährigen ins Abseits und Cherfi vor ein weiteres Problem in der ohnehin lahmenden Offensive, weil Samed Yesil nach längerer Verletzung noch keine adäquate Alternative war und Leonard Bajraktari oft zu stumpf blieb. Als Wiederholungstäter fiel die Strafe für Sahin drastisch aus. Selbst wenn die Meisterschaft wieder startet, muss der Torjäger noch zusehen.

Das Bemühen konnte man den Teutonen bis auf wenige Begegnungen nicht absprechen. Was ihr aber gut tun würde, wäre ein Mentalitäts-Monster. Ein Typ wie Brian Drubel, der ein Team mitreißen und das Glück mal erzwingen kann. Personell dürfte sich ohnehin etwas tun. „Wir wissen, wo wir nachlegen müssen“, deutet Cherfi mögliche Zugänge an, um an Qualität zu gewinnen. Der Coach freut sich auf die Vorbereitung im nächsten Jahr. Ein Ziel sei dabei „den einen oder anderen leistungsmäßig wieder dahin zu bringen wo er hingehört.“