Tennis : Tennisvereine wehren sich

Bei der Jahreshauptversammlung des Tennisbezirks 1 wurden die drastischen Gebührenerhöhungen des Verbandes heftig kritisiert. Drei Krefelder Clubs beantragten für den Verbandstag eine Satzungsänderung.

Als die Tennisvereine aus dem Verbandsgebiet Niederrhein zu Beginn des Jahres die Rechnungen für Passgebühren und Mannschaftsmeldungen erhielten, wurden die Gesichter der Club-Verantwortlichen ziemlich lang. Denn die Erhöhungen sind drastisch: 60 Prozent für die Pässe, 25 Prozent für die Meldungen. Als dann vor vier Wochen die Einladung für den Verbandstag am kommenden Mittwoch in Essen-Bredeney eintraf, lief das Fass über.

Jetzt soll noch eine Beitragserhöhung für die Mitglieder um 37 Prozent beschlossen werden. Das heißt, die Vereine sollen pro erwachsenes Mitglied 5,50 Euro (bisher 4,50 Euro) und pro Jugendlichen 3,75 Euro (bisher 3 Euro) zahlen. Würde das am Mittwoch beschlossen, müsste jeder Verein je nach Mitgliederzahl zwischen 300 und 400 Euro pro Jahr mehr an den Verband abführen.

Die meisten der 172 Vereine des Bezirks 1, der in sechs Kreise aufgeteilt ist, wollen sich nicht derart kräftig zur Kasse bitten lassen. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung des Bezirks am Mittwoch im Mönchengladbacher Borussia-Park sehr deutlich.

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Ein Drittel der Vereine, so viele wie nie, erschien zu diesem Meeting. Der Bezirks-Vorsitzende Thomas Nickel (Neuss), der in dieser Funktion automatisch dem Verbands-Vorstand angehört, machte dabei deutlich, dass er die Beschlüsse des Verbandes nicht mittrage und seit Jahren vergeblich versuche, die Strukturen dieser Organisation zwecks Kosteneinsparungen zu ändern: "Bereits seit fünf Jahren kämpfe ich dafür, bin aber mit meinen Vorstellungen im Verbandsvorstand leider alleine."

Die Vereine wehren sich gegen die Gebühren- und Beitragserhöhungen deshalb so heftig, weil der Verband derzeit über ein Vermögen in Höhe von 1,46 Millionen Euro verfügt. "Eine Beitragserhöhung ist unter diesen Voraussetzungen eine nicht hinnehmbare Zumutung für die Vereine", sagt Horst Giesen, Vorsitzender des Tenniskreises Krefeld und des Crefelder TC. Gemeinsam mit den Vorsitzenden der Vereine TV 1903 SG Krefeld und des TC Traar beantragte Giesen für den Verbandstag am Mittwoch eine Satzungsänderung.

Danach müssen neben den Mitgliedsbeiträgen künftig auch die Gebühren von der Mitgliederversammlung beschlossen werden. Der Bezirksvorsitzende Nickel befürwortet diesen Antrag, obwohl er sich damit den Zorn seiner Verbands-Vorstandskollegen zuzieht.

Giesen hat innerhalb des Kreises Krefeld eine Flugblatt-Aktion gestartet und seine Vereine aufgefordert, am Mittwoch nach Essen zu kommen. Auf der Bezirksversammlung wurde beschlossen, diese Aktion auf die übrigen fünf Kreise des Bezirks 1 auszuweiten. Die restlichen vier Bezirke des Verbandes Niederrhein werden ihre Mitglieder natürlich auch mobil machen, um für die Beitragserhöhung zu stimmen. Allerdings kann sich Giesen kaum vorstellen, dass sich die Vereinsvertreter aus den übrigen Bezirken angesichts des großen Vermögens des Verbandes nicht mit der geplanten Satzungsänderung anfreunden werden.

(RP)