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Spring- und Dressurturnier beim vor 142 Jahren gegründeten RV Vorst

Seit 142 Jahren RV Vorst : Als Herr von Danwitz zu Pferd ein Bier trank

Beim vor 142 Jahren gegründeten Reiterverein Vorst fand wieder das Spring- und Dressurturnier statt. Dabei gab es nicht nur gute Leistungen, sondern auch einiges zum Schmunzeln.

Beim Reiterverein 1878 Vorst fand das traditionelle, jährliche Spring- und Dressurturnier statt. In Zeiten von Corona keine Selbstverständlichkeit, und die Vorbereitungen inklusive des von der Stadt Tönisvorst genehmigten Hygienekonzeptes dauerten viele Wochen. Erstaunliche 1.200 Nennungen für die drei Turniertage waren der Lohn für die vielen Mühen, die sich die Vorster Verantwortlichen gemacht hatten.

Mehr als 700 Pferde waren auf dem Vereinsgelände am Neuenhaushof aktiv. Zur Unterbringung der unzähligen Pferdetransporter mussten bei den benachbarten Bauern in Vorst Wiesen angemietet werden. Für das Turnier und auch für das normale Vereinsgeschehen stehen den Reitern eine 40 x 20 Meter große Halle, ein Springplatz sowie ein Dressurviereck (20 x 60 Meter) auf der Außenanlage zur Verfügung. 300 Zuschauer waren laut Hygienekonzept, zusätzlich zu den Aktiven pro Turniertag erlaubt.

Vom Besucherzuspruch und den gastronomischen Umsätzen zeigte sich Geschäftsführer Harry Golsteyn positiv überrascht. „Wenn man sich so viel Arbeit macht und rund 60 Vereinsmitglieder wochenlange Vorbereitungen stemmen, dann freut man sich umso mehr über eine so gute Resonanz“, resümierte er erfreut. Im Turnierbüro ging es sehr wuselig zu, doch die 1. Vorsitzende des Vereins, Gerta Peters führte hier Regie und behielt jederzeit freundlich und turniererfahren die Übersicht.

Rund 130 Mitglieder zählt der RV Vorst, ein Viertel davon Jugendliche. Neben dem jährlichen Turnier ist auch die beliebte Osterparty des Vereins eines der gesellschaftlichen Highlights für alle Tönisvorster. Alle drei Jahre findet ein reiterlicher Vergleichskampf mit den Nachbargemeinden Grefrath und Kempen statt. Der Reiterverein Vorst 1878, der bereits sein drittes Jahrtausend erlebt, wurde zur Kaiserzeit gegründet – zu einer Zeit, als das Automobil noch nicht erfunden worden war.

In und um Vorst war das Pferd weit verbreitet. Auf den Adelssitzen der Großen Honschaft wurde das Pferd schon damals nicht nur als Transportmittel und zum Arbeitseinsatz auf den Feldern eingesetzt, sondern, so wie heute, auch zum Vergnügen von Ross und Reiter. Damals waren es wohl die Jagden zu Pferde, die die Menschen begeisterten, heute sind es die Reit-, Spring- und Fahrturniere. Der erste Vorsitzende zur Gründung des Vereins war Freiherr Florentin von Büllingen auf Haus Raedt.

Die Vereinschronik lässt den Lesr schmunzeln: Man hört immer wieder von unseren Alten, die es wiederum von ihren Alten wissen wollen, manch absonderliche Geschichte über den Mut und die Tollkühnheit der Vereinsreiter in früherer Zeit. So soll Jakob von Danwitz schon 1899 auf seinem Pferd sitzend, an der Theke des Vereinslokals sein Bier bestellt haben.