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Motorsport: Rote Flagge schockte Bermes

Motorsport : Rote Flagge schockte Bermes

Der Anrather Rennfahrer musste sich beim 5. Lauf zur VLN-Langstrecken-Meisterschaft auf dem "Ring" erstmals nach einem Jahr geschlagen geben. Der Vorster Klaus Abbelen belegte mit seinem "Frikadelli"-Porsche Platz zwei.

Nach 392 Tagen wurde eine der längsten Siegesserien in der Geschichte der VLN-Langstreckenmeisterschaft beendet. So lange hatte der Anrather Rennfahrer Norbert Bermes mit Mathol Racing in der GT4-Klasse SP10 ununterbrochen gewonnen. Beim fünften Lauf des Jahres am vergangenen Samstag auf dem Nürburgring musste sich er sich gemeinsam mit Wolfgang Weber und Rickard Nilsson erstmal nach über einem Jahr geschlagen geben - und das nur, weil das Rennen vorzeitig wegen Regens abgebrochen

20 Minuten fehlten bis zum Ende

Der Frust saß am Samstagnachmittag sehr tief. In Führung liegend, wurde Mathol Racing mit dem Aston Martin Vantage V8 GT4 abgewinkt und trotzdem gewann das Team nicht. Denn anstelle der schwarz-weiß-karierten Flagge schwenkte der Rennleiter das rote Tuch. Wegen Regens wurde das Rennen beendet, als Mathol Racing sich grade die Führung zurückgeholt hatte. "Wahrscheinlich hat es am Nürburgring schon zu lange nicht mehr geregnet, so dass die Rennleitung durch die plötzlich nasse Strecke zu sehr überrascht war", sagte Matthias Holle und konnte sich den Seitenhieb gegen die Verantwortlichen nicht verkneifen. Bis zum regulären Ende fehlten nur 20 Minuten, doch die Verantwortlichen der VLN wollten nichts riskieren. Dadurch wurde der Stand eine Runde vor Abbruch zur Wertung herangezogen, und zu diesem Zeitpunkt lag der Aston Martin von Mathol Racing knapp hinter dem BMW M3 GT4 von Bonk Motorsport.

Freude dagegen bei Frikadelli Racing. Das Team wollte den fünften Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft eigentlich als Reifentest nutzen. Die vom Porsche Zentrum Willich unterstützte Mannschaft plante sogar frühzeitig das Rennen zu beenden, doch es kam anders.

Sabine Schmitz nutzte die Gelegenheit, die ihr die anderen GT3-Teams boten. Denn bis auf zwei Konkurrenten in der Favoritenklasse, glänzten die anderen durch Abwesenheit. Die schnelle Frau aus der Eifel fackelte nicht lange und setzte den Porsche 997 GT3 R auf die Poleposition. Selbst die DTM-Profis Timo Scheider und Mattias Ekström, die gemeinsam mit Frank Stippler einen Audi R8 LMS GT3 pilotierten, hatten das Nachsehen. Im Rennen musste Frikadelli Racing dann allerdings die Profis ziehen lassen. Ohnehin war nicht geplant, voll auf Angriff zu fahren, da Reifentests ganz oben auf der Liste standen. Als sich im Laufe des Rennens jedoch abzeichnete, dass der zweite Platz ungefährdet verteidigt werden konnte, entschied Teamchef Klaus Abbelen aus Vorst, nicht früher nach Hause zu fahren. Ohne Druck von hinten und mit Respektsabstand nach vorne konnte sich die "schnellste Frikadelle der Welt" auf Gesamtrang zwei behaupten.

(RP)