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Handball: „Lumpis“ Team muss noch das Ticket lösen

Handball : „Lumpis“ Team muss noch das Ticket lösen

Anna Loerper gehört zu Deutschlands besten Handballspielerinnen. Auf der Spielmacher- und der Linksaußen-Position gibt es kaum eine Bessere. Dabei ist sie gerade einmal 1,64 Meter groß.

Während des Olympia-Qualifikationsturnieres an diesem Wochenende muss die gebürtige Kempenerin eine starke Leistung bieten, um den Traum von Peking wahr werden zu lassen. Gegner der Deutschen sind Kuba, Schweden und Kroatien; die ersten beiden Mannschaften können die Tickets lösen.

Anna Loerper will sich im Fall einer erfolgreichen Qualifikation auf ihre erste Teilnahme an den Olympischen Spielen vorbereiten. "Man hört immer, dass Olympia das größte Erlebnis für einen Sportler ist. Ich will das einmal miterleben", sagt Anna Loerper.

Ihren Platz im deutschen Team hat die 23-Jährige inzwischen gefestigt. Wenn alles normal läuft, gehört sie in Peking zum Olympia-Kader. Dabei wird das Team nochmal um zwei Positionen reduziert. Es dürfen nämlich nur 14 Spielerinnen nach Peking fahren. Bei Welt- und Europameisterschaften sind 16 Athleten im Kader. Doch Anna Loerper rechnet sich gute Chancen auf eine Nominierung aus. "Ich bin eine Allrounderin und kann auf jeder Position spielen", sagt die Kempenerin. Vielleicht würde sich das im Hinblick auf Peking als Vorteil erweisen.

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Anna Loerper erlernte das Handballspielen beim VT Kempen und spielte mit ihrem Heimatclub in der Regionalliga, ehe sie 2003 zum Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen wechselte. "Ich habe sehr schöne Erinnerungen an die Zeit in Kempen", sagt die Handballerin. Obwohl sie in Leverkusen wohnt, habe sie immer noch viel Kontakt zu ehemaligen Schulfreunden.

Mit Bayer Leverkusen wurde sie 2006 und 2007 Deutsche Vizemeisterin. Zudem gewann sie den Challenge-Cup 2005. Ihren bisher größten Erfolg feierte die Sport-Studentin im vergangenen Jahr während der Weltmeisterschaft in Paris, als sie mit der Nationalmannschaft überraschend die Bronze-Medaille gewann. Inzwischen hat "Lumpi", wie sie von allen genannt wird, über 50 Länderspiele bestritten. Dabei erzielte sie über 70 Tore für die Nationalmannschaft.

Die Damen-Nationalmannschaft hat sich ohnehin in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Nach der Olympia-Teilnahme 1996 in Atlanta folgten zwei Olympische Spiele ohne die deutschen Handballspielerinnen. Jetzt sind die Damen wieder zur Weltspitze dazugestoßen. Und es sind gerade die jungen, ambitionierten Spielerinnen, die für den Aufschwung stehen. Spielerinnen wie Anna Loerper.

(RP)