In St. Tönis Neun Treffer in einem verrückten Spiel

Fußball-Landesliga : Neun Treffer in einem verrückten Spiel

Fußball-Landesliga: Teutonia St. Tönis holt gegen den 1. FC Mönchengladbach dreimal einen Rückstand auf und unterliegt am Ende 4:5. Burhan Sahin und Darius Strode trafen doppelt für den wankelmütigen Aufsteiger.

„Ob die sich wohl noch richtig reinhängen?“. Diese Frage stellte sich ein FC-Anhänger vor dem Anpfiff. Schließlich lagen hinter den Gästen einige interne Querelen, die sogar einen Nichtantritt auf den Tisch brachten. Doch bereits beim Einschwören der Mannschaft, die auf einige Leistungsträger verzichten musste, kaum Ersatzspieler hatte und im Prinzip ohne Trainer dastand, war diese Frage beantwortet. Der FC lieferte eine engagierte Leistung in einer spielerisch mäßigen Partie und gewann nach turbulentem Spielverlauf glücklich mit 5:4 (2:2). Für Teutonia bedeutete das, erneut nicht gegen ein Team aus dem Topp-Quartett punkten zu können. Aus gutem Grund, denn nach vorne reichte die individuelle Klasse zu vier Toren, aber die individuellen Schwächen im Defensivverbund überwogen diesmal.

Schon nach fünf Minuten kam Semir Cakir frei zum Abschluss, aber Daniel Hitzschke reagierte blendend. Bei der anschließenden Ecke leistete sich der Keeper eine zu kurze Faustabwehr und Samuelson Forestal köpfte gefühlvoll ins lange Ecke (7.). Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem Handspiel von Semir Zeriner zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Eine harte Entscheidung, die Burhan Sahin zum 1:1 nutzte (18.). Mit viel Mittelfeldgeplänkel ging es weiter, bis dem FC ein sehenswerter Angriff gelang und Vincent Boldt aus spitzem Winkel zum 1:2 traf (27.). St. Tönis war meist dann gefährlich, wenn Sahin am Ball war. Der Torjäger war auch indirekt am 2:2 beteiligt, dass Darius Strode nach starkem Einsatz von Valerio Parvisi erzielte (39.).

Für die im zweiten Abschnitt zunächst stärkeren Gäste traf Semir Cakir zum 2:3 (61.) und Forestal einige Minuten später zum mittlerweile durchaus verdienten 2:4 (69.). Dass die Teutonen doch noch einmal heran kamen, lag besonders an Strode, der sich spürbar steigerte. Ihm gelang auch der Anschlusstreffer zum 3:4 (73.). Und spätestens nachdem Sahin einen Freistoß direkt zum 4:4 verwandelte (81.), war die Begegnung wieder völlig offen. Aber nicht zum ersten Mal gingen in der Schlussphase die Punkte flöten. Oguz Ayan erlief einen Befreiungsschlag und profitierte davon, dass Hitzschke zu lange in seinem Kasten verharrte (90.).

Teutonia-Trainer Bekim Kastrati monierte hinter ein wenig die Einstellung, war aber nicht unzufrieden: „Wir sind immer wieder zurück gekommen und wollten auch noch gewinnen. Ein 4:4 wäre sicher gerecht gewesen. Mein Glückwunsch und ein Kompliment an den FC, der in einer schwierigen Situation Kampfgeist und eine gute Moral gezeigt hat.“

St. Tönis: Hitzschke - Parvisi (54. Mollov), Er, Alexiou, Aoudou - Falcone, Arslan - Wersig, Strode, Borges (28. Dettmers) - Sahin.

Mehr von RP ONLINE