Eishockey: In Grefrath wird Eishockey zum Zankapfel

Eishockey: In Grefrath wird Eishockey zum Zankapfel

Die Zeiten, in denen Eishockey die Gemeinde Grefrath zwischen Flensburg und dem Bodensee bekannt machte, sind lange vorbei. Die Hoffnung, dass die blau-gelben Farben wenigstens mal wieder in der dritten Liga vertreten sein werden, zerschlugen sich vor zwei Jahren mit dem Abschied von Mäzen Thomas König zu den Krefelder Preussen. Dazu belastet seit einigen Jahren eine eklatante Führungsschwäche den Grefrather EC.

Daher wurde Ende 2009 mit der Grefrather Eislauf-Gemeinschaft (GEG) ein neuer Club gegründet, dem sich mittlerweile fast alle Jugendlichen des GEC angeschlossen haben. Um die Zukunft des GEC ist es daher nicht gut bestellt. Die Amtszeit des langjährigen Vorsitzenden Wolfgang Thyssen ist am 31. Dezember 2009 abgelaufen. Das bestätigte er vor einer Woche in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Trotzdem will Thyssen weiter das Sagen haben. Sein Versuch, bei der Vorstandssitzung am 9. Februar kommissarisch im Amt zu bleiben, scheiterte am Veto des 2. Vorsitzenden Ralf Renkes, dessen Amtszeit noch läuft. Die Versammlung wurde daraufhin abgebrochen. Renkes wirft Thyssen vor, dass dieser 6000 Euro, die der Jugendabteilung zustehen, für den Spielbetrieb der Damen-Mannschaft ausgegeben habe. Renkes will bis zum Ende des Geschäftsjahres (30. April) eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. "Wolfgang Thyssen ist auch Politiker und beim Kreis Viersen beschäftigt. Er muss doch erkennen, dass er nicht mehr der richtige Mann für den Vorsitz ist", sagt Renkes, der gespannt ist, wie das Amtsgericht auf die jüngsten Ereignisse reagiert.

Nachdem sich 132 hauptsächlich Jugendliche abgemeldet haben, gehören dem GEC noch 67 Mitglieder an, davon 45 der Eiskunstlauf-Abteilung. Dazu kommen noch 31 Passive. Diese negative Entwicklung ist natürlich auch der Sport- und Freizeit gGmbh nicht verborgen geblieben, die die Eiszeiten vergibt. Der Aufsichtsrats-Vorsitzende Gerald Raeth (CDU) erklärte gegenüber der Rheinischen Post, dass man beiden Vereinen Eiszeiten geben werde. Allerdings müssten die bisherigen Stunden auf beide Clubs verteilt werden. Das ist eine Abkehr der langjährigen "Ein-Verein-Strategie" der gGmbH. Der Aufsichtsrat will in einem Zeitfenster von maximal vier Wochen eine Verteilungsregelung auf Basis einer der Geschäftsführung durch die Vereine vorgelegten Mitgliederzahl und Anzahl der spielberechtigten Mannschaften. In diesem knappen Zeitfenster wird der GEC sein Führungsproblem kaum lösen können. Denn Thyssen scheint nicht bereit zu sein, seine Alleinherrschaft zu beenden. Er hat diese Woche den Gemeindesportverband um Unterstützung gebeten, weil der die Fortführung der Nachwuchsarbeit und die Existenz des Frauenteams gefährdet sieht, die den letzten Tabellenplatz in der Bundesliga belegt. Ein Abstieg kann nur verhindert werden, wenn kein anderer Verein aufsteigen will.

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Nachwuchsförderung steht aber auch für den neuen Club an oberster Stelle, der künftig in allen Altersklassen Mannschaften stellen will. Ferner wird ein Senioren-Team gebildet, das notfalls in der untersten Klasse (Bezirksliga) beginnen muss. Aufgrund der handelnden Personen bei der GEG und deren Konzept, dürfte der GEC bei der Vergabe der Eiszeiten schlecht wegkommen. Der 2. Vorsitzende Renkes setzt auf Kooperation und fordert einen "runden Tisch" mit allen Beteiligten. Er bedauert, dass sein Versuch, mit der GEG Kontakt aufzunehmen, bisher gescheitert sei.

(RP)