Fußball : Berges guter Einstand

Vor einer enttäuschenden Kulisse von nur 2172 Zuschauern unterlag der KFC Uerdingen im Benefizspiel der Frankfurter Eintracht mit 1:2. Erste Änderungen von Neu-Trainer Klaus Berge: Sebastian Selke hütete 90 Minuten das KFC-Tor, und er setzt auf einen Doppelsechser.

Auf eine fünfstellige Besucherzahl hatten die Verantwortlichen des KFC Uerdingen gestern Abend beim 1:2 (0:1) gegen Eintracht Frankfurt gehofft, tatsächlich kamen nur 2172 Zuschauer. Und das, obschon die Partie als Benefizspiel zugunsten des klammen Vereins gedacht war. Ob die geringe Zahl an Besuchern nur an den eiskalten Temperaturen und den heftigen Schneefällen gestern gelegen haben mag, sei einmal dahingestellt. D

ennoch: Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel, übrigens von beiden Fanlagern gleichermaßen gefeiert, wird sich sicherlich so seine Gedanken gemacht haben, warum er trotz zuletzt eigener Skepsis auf die Austragung des Spiels gedrängt hatte. Für das Defizit an erwarteten Einnahmen "haftet" Vorsitzender Lakis, der das Spiel mit rund 100 000 Euro vorfinanziert hatte. "Ich hatte damit gerechnet, nichts wieder zu bekommen, das war eh eine moralische Verpflichtung", sagte der Grieche.

Die Stimmung auf den Rängen war in etwa so eisig wie die Temperatur. Wäre nicht eine Gruppe Frankfurter Anhänger im Stadion gewesen, die für Lärm sorgte (und sogar die Uerdinger Fans zu ein wenig mehr Begeisterung aufforderte), man hätte denken können, dass zwei B-Ligisten gegeneinander gespielt hätten - zumindest von der Geräuschkulisse. Die Frankfurter wurden zur Pause noch durch die Ankunft von zwei Fanbussen verstärkt, deren Insassen im Stau standen.

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Immerhin boten die 22 Akteure auf dem Rasen ein durchaus ansehnliches Spiel. Dabei hatte Neu-KFC-Trainer Klaus Berge gleich auf Quintett von Akteuren verzichten müssen, die in Bestform sicherlich einen Platz in der Stammformation beanspruchen: Marcus Wedau, Gustav Policella, Pap Dione, Ales Kohout und Markus Erhard saßen jedoch verletzt nur auf der Tribüne. Auffallend war, dass Berge im Tor Sebastian Selke von Beginn an das Vertrauen schenkte - schon ein Zeichen, dass der Trainer im Abstiegskampf auf eine neue Nummer Eins setzen wird? Und mit Özkan Teke und Matthew Mendy vor der Viererkette bot er einen "Doppelsechser" auf, ähnlich der Spielweise, wie sie auch unter Otmar Hitzfeld bei Bayern München zu sehen ist.

Selke, der zu Saisonbeginn zwischen den Pfosten stand, dem aber Christopher Möllering den Rang abgelaufen hatte, stand auch gleich zu Beginn im Blickpunkt. Ein Freistoß von Caio landete am Pfosten (3.) und sprang von dort aus gegen seinen Fuß, danach rettete der Torwart zwei Mal gegen Fink (13.) und Caio (25.). Machtlos war er allerdings gegen den Führungstreffer von Golm (31.).

Auch im zweiten Durchgang hielten die Uerdinger über weite Strecken mit - und hatten sogar nach 56 Minuten die Chance zum Ausgleich, als Patrick Schnier einen Querpass von Michael Kyei über das Tor drosch. Danach tauten auch die Uerdinger Anhänger endlich auf - und trugen so vielleicht ihren Teil dazu bei, dass Luciano Velardi per Lupfer der Ausgleich gelang (70.). Der Jubel legte sich aber schon nach dem nächsten Angriff, als Weil zum 2:1 traf (72.). Dabei blieb es bis zum Ende.

Nach dem Schlusspfiff spielten sich in der Grotenburg unschöne Szene ab. Frankfurter Anhänger prügelten sich beim Verlassen des Stadion zunächst untereinander, anschließend mit den Ordnern und zuguterletzt auch mit der Polizei, die Schlagstöcke und Hunde einsetzen musste.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Benefizspiel KFC Uerdingen gegen Eintracht Frankfurt

(RP)