Alte Bekannte

Der Star des Spiels sitzt heute auf der Tribüne: Ex-Bundestrainer Rudi Völler kommt heute Abend als Sportdirektor in Leverkusen zur Partie des KFC gegen die Bayer-Amateure. Vermutlich werden auch einige Trainer zu sehen sein.

Als Spieler hörte er ob seiner leicht angegrauten Haare auf den Spitznamen „Tante Käthe“. Als Trainer war er eine Zeitlang der „Bundes-Rudi“. Und der KFC-Vorsitzende Lakis dürfte seinen eigenen Spitznamen für Rudi Völler haben. Die zwei sind schon seit Jahren miteinander eng befreundet, sind gerade gar zusammen auf Haussuche. Heute Abend gibt es zwischen den Kameraden ein Wiedersehen auf dem Fußballplatz: Um 19.30 Uhr wird die Partie zwischen den Amateuren Bayer Leverkusens und dem KFC Uerdingen in der Grotenburg angepfiffen, und der ehemalige Teamchef der Deutschen Nationalmannschaft und heutige Teammanager in Leverkusen hat seinem Kumpel zugesagt, mal bei dem Oberligakick vorbeizuschauen.

Überhaupt dürften heute auf der Tribüne einige im Fußball nicht ganz unbekannte Gesichter zu sehen sein. Das liegt weniger daran, dass die Brisanz des Spiels im Wiedersehen mit dem einstigen großen Bruder steckt, sondern hängt viel mehr mit der aktuellen Situation des KFC zusammen. Die Uerdinger stehen bekanntermaßen noch auf einem Abstiegsplatz, und trotz der zuletzt guten Leistung gegen Essen sitzt Trainer Aleksandar Ristic noch längst nicht wieder fest im Sattel. Gut möglich also, dass einige Trainer die Partie als kleines Schaulaufen in eigener Sache nutzen werden – so ist das nun mal, wenn es bei einer Mannschaft nicht sonderlich läuft und über den Trainer spekuliert wird. Und außerdem steckt der KFC ja noch in Verhandlungen mit einem möglichen Geschäftsführer, der zurzeit in Rheinland-Pfalz lebt und bei einem Engagement nach Krefeld ziehen würde.

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Auf dem Platz darf man indes gespannt sein, ob die Mannschaft das Unternehmen „Kredit-bei-den-Fans-wettmachen“ heute fortsetzen wird. Immerhin haben sich zahlreiche Fans angekündigt, der Kartenvorverkauf zumindest lief viel versprechend, hieß es gestern. Und gegen Essen stimmte endlich wieder die Einstellung, und auch der Rückstand zur Pause brachte die Uerdinger nicht aus dem Konzept. Das muss auch heute gegen den Ligaprimus wieder so sein, denn sonst droht eine dicke Packung. „Wir müssen unbedingt punkten“, sagt Sportdirektor Heiner Essingholt.

Verzichten muss Ristic heute Abend definitiv auf Markus Ehrhard, der nach seiner Roten Karte im Pokal mindestens noch für dieses Spiel gesperrt ist; ob die Sperre gar auf vier Partien verlängert wird, ist noch nicht bekannt. Angeschlagen sind weiterhin Kevin Okereke und Ales Kohout, der zuletzt an Grippe erkrankte Ersatztorwart Sebastian Selke wird wohl wieder zu Verfügung stehen.

(RP)