Stadt Kempen: SPD-Kreisparteichef ist froh über Votum für eine Groko

Stadt Kempen: SPD-Kreisparteichef ist froh über Votum für eine Groko

Schiefner befürwortet innere Erneuerung seiner Partei.

Dass es beim Mitgliedervotum am Ende 66 Prozent Zustimmung für eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD gegeben hat, damit hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der Sozialdemokraten, Udo Schiefner, nicht gerechnet. Der Kempener hatte im Vorfeld der Auszählung auf höchstens 60 Prozent getippt.

Schiefner begrüßt denn auch die Entscheidung der SPD-Mitglieder. Er ist stolz auf die hohe Wahlbeteiligung und den Prozess, den seine Partei erfolgreich hinter sich gebracht habe. Gleichwohl müsste nun der Blick nach vorne gerichtet werden. Beim notwendigen Erneuerungsprozess sei nun Geschlossenheit erforderlich. Das Gruppendenken "Pro Groko" oder "No Groko" müsse aus den Köpfen raus: "Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen", appellierte Schiefner an die Parteifreunde. Auf die SPD-Parteiführung käme nun die schwierige Aufgabe zu, die unterschiedlichen Strömungen in der SPD zusammenzuführen.

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Bedenklich stimmen Schiefner die Kommentare der Groko-Kritiker in den sozialen Netzwerken. Dort werde teilweise heftig nachgetreten. Das bezog er aber ausdrücklich nicht auf Mitglieder aus dem SPD-Kreisverband Viersen. "Das ist nicht unser Stil", meinte der Kempener. Wichtig findet Schiefner die Erfahrung, die seine Partei mit dem Diskussionsprozess samt Mitgliederbefragung gemacht habe. Ein solcher Prozess sei auch für künftige politische Debatten sinnvoll. "Warum soll die SPD-Basis nicht auch bei wichtigen Entscheidungen beispielsweise zur Europapolitik einbezogen werden", so Schiefner. Das Verfahren habe zudem deutlich gezeigt, wie lebendig und diskussionsfreudig die SPD sei. "Diese Lebendigkeit müssen wir uns erhalten", meinte Schiefner. Dies gelte auch für den eigenen Kreisverband.

(RP)