Stadt Kempen: Sorgen wegen Frostschäden

Stadt Kempen: Sorgen wegen Frostschäden

Die wochenlangen Minustemperaturen könnten Spargel, Ackergras und Getreide geschädigt haben. Die Landwirte sehen in den kommenden Wochen genau hin und hoffen, dass keine Frostschäden bleiben.

Die unerwartete Frostperiode im Februar könnte Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben. "Man sieht zurzeit viele verfärbte Felder, vor allem bei Weizen, Gerste und Ackergras", sagt Paul-Christian Küskens, Vorsitzender der Kreisbauernschaft. "Mit einer so späten Frostperiode hatte ich nicht mehr gerechnet." Der Frost stecke zurzeit noch immer in vielen Böden. "Das ging bis zu 35, 45 Zentimeter tief, es gibt noch eine Frostplatte, wegen der das Wasser nicht versickern kann", sagt Küskens.

Die ersten Versuche, Bodenproben zu nehmen, scheiterten an der noch immer bestehenden Frostschicht tief im Boden. Erst jetzt konnten Bernd und Karl Goetzens für Proben bohren. Foto: Wolfgang Kaisers

Am besten wäre es für die Landwirte, wenn die Temperaturen jetzt langsam und kontinuierlich ansteigen würden — zu schnelles Auftauen wäre auch problematisch. "Ob es wirklich Frostschäden gegeben hat, wissen wir in zwei bis drei Wochen."

Besonders beim Spargelanbau kann später Frost kritisch sein. "Die Kälte war schon heftig", fasst Karl Goetzens, Besitzer des Spargelhof Goetzens in St. Hubert zusammen. Er blickt dennoch optimistisch auf die Ernte. "Wir können ja ohnehin nichts daran ändern", sagt er. Die ersten Versuche, Bodenproben zu nehmen und die Erde untersuchen zu lassen, sind allerdings gescheitert. Erst vor wenigen Tagen waren die Felder soweit aufgetaut, dass man mit dem Testrohr in den Boden kam. Die Proben sind wichtig, um zu wissen, wie die Spargelfelder gedüngt werden müssen.

Problematisch waren die Frostwochen für die Landwirte, die Vieh versorgen müssen. "Es war eine Herausforderung, die Wasserleitungen frostfrei zu halten und Futter bereitzustellen", sagt Paul-Christian Küskens. Auf dem Hof von Hannes von Heimendahl in Kempen müssten Wassereimer geschleppt werden. "Die Tränken waren alle gefroren", so von Heimendahl.

Norbert Erkens, Besitzer des Erkens-Hof in Grefrath, berichtet: "Das Ackergras hat schon unter dem Frost gelitten, auch das Getreide hat Schäden abbekommen." Er hofft aber darauf, dass sich die Frostschäden in den nächsten Wochen rauswachsen. "Es war eben sehr kalt, da ist alles ein wenig verwelkt. Aber es wird schon wieder grün nachkommen."

Nur wenig Sorgen machen sich die Obstbauern. "Wir müssen die Knospen jetzt erst noch eine Weile beobachten, ob sie sich weiter verfärben", sagt Wolfgang Pilters vom Pilters Obsthof in Kempen-St. Hubert. Erst wenn sich die Knospen verfärben, wissen die Landwirte mehr. Übrigens: Wer beobachtet, dass Landwirte Erdbeerfelder mit Stroh abdecken, braucht sich um die süßen Früchte keine Sorgen zu machen: "Dies dient nicht dazu, die Erdbeeren vor Frost zu schützen, vielmehr wird schon jetzt der Erntezeitpunkt nach hinten verlegt", erklärt der Rheinische Landwirdtschaftsverband. Dadurch soll die sommerliche Erdbeersaison verlängert werden. Frage des Tages

(RP)