Gemeinde Grefrath: So war das damals in Grefrath

Gemeinde Grefrath : So war das damals in Grefrath

Im Rahmen der "Kultur am Montag" las Herbert Küsters, Vorsitzender des Heimatvereins, aus den Tagebuchaufzeichnungen von Maria Schommer vor. Sie beschreibt das Leben in Grefrath im Jahr 1945.

Zum zweiten Mal war jetzt der Heimatverein Grefrath zu Gast bei "Kultur am Montag" in der Grefrather Buchhandlung. Diesmal stellte Herbert Küsters, Vorsitzender des Vereins, etwas ganz Besonderes vor, nämlich die Tagebuchaufzeichnungen von Maria Schommer, die in der Zeit vom 10. Februar bis zum 30. Juli 1945 Tagebuch über ihr Leben in Grefrath führte. Dieses Tagebuch schrieb sie für ihre Nichte Anni, die zur damaligen Zeit zunächst zum Arbeitsdienst in Mitteldeutschland verpflichtet war und später in Potsdam als Straßenbahnschaffnerin arbeitete, bevor sie im August 1945 wieder mit ihrer Tante Mimmi, wie Maria Schommer genannt wurde, zusammentraf.

Idee bei Projektwoche entstanden

"Die Idee zu dem Buch entstand im vergangenen Jahr. Die Liebfrauenschule Mülhausen hatte anlässlich der 60-jährigen Verkündigung des Grundgesetzes in der Bundesrepublik Deutschland eine Projektwoche veranstaltet, für die sie Zeitzeugen gesucht hatte", erklärte Küsters bei der Vorstellung des Buches. Er selber habe als ein solcher Zeitzeuge während der Projektwoche fungiert und habe über die vielen Fragen, die die Schüler hatten, gestaunt. Küsters waren die Tagebuchaufzeichnungen, die sich im Besitz der Familie Schommer befanden, bekannt und er entwickelte die Idee, sie zu überarbeiten und daraus ein kleines Büchlein herzustellen. Das liegt nun unter dem Titel "Wie war das denn, damals in Grefrath?" vor.

Die Aufzeichnungen sind so vielfältig, dass sie in ihrer Gesamtheit einen wirklichen Eindruck der Umstände vermitteln, unter denen die Menschen in Grefrath um das Jahr 1945 gelebt haben. In Angst und Sorge aber auch mit Hoffnung, Freude und Erinnerungen zum Schmunzeln. Mit einer Vielzahl von Leseproben verdeutlichte Küsters genau das, wobei sich die Aufzeichnungen stellenweise wie ein Roman lasen. Ob der Transport der Post über Soldaten, die mittels zugesteckter Zigaretten Aufgaben als Postboten übernahmen, die Berge von Kohlen, die von der Bahn für die Bevölkerung freigegeben wurden und die regelrechte Völkerwanderungen mit Schubkarren und Ziehkarren auslösten, so wie Maria Schommer die Zustände dieses Kriegsjahres beschreibt, erhält der Leser den Eindruck ein stückweit dabei zu sein.

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Als Buch erhältlich

In der gut besuchten Buchhandlung lauschten die Zuhörer voller Spannung. Und so manch älterer Gast nickte zustimmend, wenn Küsters vorlas beziehungsweise frei vortrug und eigene Erinnerungen an diese Zeit mit einflechtete, denn so war es damals wirklich in Grefrath. Das 42 Seiten umfassende Buch ist ab sofort in der Grefrather Buchhandlung oder beim Heimatverein zum Preis von 4,80 Euro zu beziehen. Die Erstauflage beträgt 800 Exemplare.

(RP)
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