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So klappt's mit der Maskenpflicht im Handel in Kempen, Willich und Tönisvorst

Wir haben uns mal umgesehen : So klappt’s mit der Maskenpflicht

Seit Montag besteht die Pflicht, in Geschäften einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Kunden hielten sich am ersten Tag an diese neue Corona-Vorschrift. Die Lage in den Innenstädten und Läden war überwiegend entspannt.

Es war erstaunlich ruhig an diesem Montag in der Kempener Fußgängerzone. Es waren deutlich weniger Menschen unterwegs als noch am Freitag, als die Altstadt wie zu normalen Zeiten ziemlich voll war. Das Ordnungsamt war mit Mitarbeitern im Einsatz, die vor allem die Einhaltung der neuen Regelungen zum Mund-Nasen-Schutz kontrollieren sollten.

Viel zu tun hatten die Kontrolleure nicht. Denn alle Kunden hielten sich an die Verordnung, nur mit Schutzmaske ein Ladenlokal zu betreten. Rolf Beckers vom gleichnamigen Schreibwaren- und Zeitschriftengeschäft hatte kaum Kundschaft. Er durfte sein Geschäft während der gesamten Pandemie offen halten, ließ aber jeweils nur zwei Kunden gleichzeitig hinein. Er hatte nie Probleme, hatte sogar festgestellt, dass sich seine Kunden extra beeilten, damit andere nachrücken konnten. Entspannte Kunden hatte auch Zweiradhändler Markus Classen. Er hatte zunächst nur die Werkstatt geöffnet, seit einer Woche läuft auch der Verkauf wieder. Und das Geschäft läuft gut. „Die Kunden gehen ziemlich entspannt mit der Situation um“, sagte er.

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Ein Sonderfall ist das neue Modehaus Kaenders. Das Familienunternehmen aus Kevelaer hat erst vor einer Woche seinen neuen Standort in der Kempener Altstadt eröffnen können. Trotz Corona-Krise ist Inhaber Markus Kaenders nicht unzufrieden. Auf eine Eröffnungswerbung habe man verzichtet, „weil wir einen Kundenandrang vor dem Geschäft vermeiden wollten“, so Kaenders. Gleichzeitig dürfen nur 55 Kunden in sein Geschäft. „Die Frequenz war unter Berücksichtigung der besonderen Umstände sehr gut und stärker als an unseren anderen Standorten.“ Die Kevelaerer betreiben Modehäuser auch in Geldern und Xanten.

Übrigens: Kunden des Wochenmarktes, der am Dienstag und – wegen des Feiertages vorgezogen – am Donnerstag auf dem Buttermarkt stattfindet, dürfen nicht mehr mit dem Fahrrad dorthin. So sollen die Abstandsregeln besser eingehalten werden können. Entsprechende Schilder werden an Markttagen aufgestellt. Bereits ab Dienstag gilt zudem auch für den Wochenmarkt in Kempen Maskenpflicht, wie die Stadt am Montag mitteilte. Beide Maßnahmen soll die Sicherheit für Marktleute und Kunden erhöhen.

Überrascht und erfreut über die Disziplin ihrer Kunden ist Margret Grütters vom Blumengeschäft Grütters in Anrath.Was ihr besonders auffiel: Viele hatten etwas Selbstgenähtes im Gesicht – „teilweise richtig poppig“. Grütters findet es wichtig, jetzt Solidarität zu zeigen und zu sagen „Wir kämpfen gemeinsam gegen das Virus“. Denn viele Einzelhändler oder Gastronomen hätten nicht so viel Glück wie die Blumengeschäfte, die auch in den vergangenen Wochen geöffnet haben durften. Alfred Erren von Spiel- und Schreibwaren Erren in Willich hat bisher auch nur verständnisvolle Kunden erlebt. Die Kauflaune halte sich aber insgesamt noch sehr in Grenzen. Der Städtische Ordnungsdienst (SOD) in Willich hat sich am Montag zunächst einmal ein Bild verschafft, ob sich die Kunden an die Maskenpflicht halten, Bußgelder wurden – wie in Kempen – noch nicht verhängt. Es blieb in beiden Städten im Falle des Falles bei Ermahnungen.

Maximal zwei Kunden auf einmal lässt Isabel Thiele in ihre Boutique an der Antoniusstraße in St. Tönis, damit sich niemand in die Quere kommt. Sobald jemand den Laden betritt, setzt er seine Maske auf, hat die Einzelhändlerin beobachtet. An die Hygienevorschriften müsse sie niemanden erinnern, und „die meisten sind dabei sehr entspannt“. Die kosmetischen Behandlungen, die sie im ersten Stock anbietet, darf sie noch nicht wieder durchführen, umso glücklicher ist sie, dass ihr zweites Standbein – die Boutique – wieder ein bisschen Umsatz bringt. Auch sie selbst trägt eine Maske und möchte ihre Kunden mit einem Spruch erheitern, der in ihrem Laden hängt: Lachen kann man auch mit den Augen.

Für Melanie Barth-Langenecker, die wie Thiele im Vorstand von „St. Tönis erleben“ aktiv ist, ist alles „unverändert“, denn als Optikerin hat sie ihre Kunden schon vorher mit Mundschutz bedient. „Es ist auffällig, dass auch auf der Straße viele eine Maske tragen“, berichtet sie. Auch die Werbegemeinschaft hat rund 1000 Masken bestellt. Zu haben sind sie beispielsweise bei Optik Scholl, Blumen Hermes und im EMS-Trainingsstudio.

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