So halten es die Büchereien im Kreis Viersen mit Sonn- und Feiertagen

Beschluss der Landesregierung : Sonntags in die Bücherei: Noch ist nichts entschieden

Willich und Tönisvorst überlegen, wie sie mit dem Beschluss der Landesregierung umgehen, dass öffentliche Bibliotheken künftig auch sonntags öffnen dürfen.

Es ist kein Muss, aber sie können es. Die Rede ist von den öffentlichen Bibliotheken. Im nordrhein-westfälischen Landtag ist jetzt einstimmig die Entscheidung gefallen, dass Bibliotheken zukünftig auch an Sonn- und Feiertagen öffnen dürfen. Für die Nutzer heißt das: Bücher, Hörbücher, Zeitschriften, CDs und Spiele können an Tagen, an denen in der Regel die gesamte Familie Zeit hat, ausgeliehen werden.

In Willich hat die Stadtverwaltung die sonntägliche Öffnungsmöglichkeit im Blick, und zwar hinsichtlich der geplanten Kooperation mit der Emmaus-Kirchengemeinde in Schiefbahn. Deren Bücherei am Wallgraben 29 hat nämlich unter anderem sonntags von 11 bis 12 Uhr geöffnet. Derzeit laufen die Gespräche mit der sich in unmittelbarer Nähe befindenden Bücherei der evangelischen Gemeinde, in der Ehrenamtler aktiv sind. „Unser Ziel ist es, über die Kooperation jeden Tag eine Öffnung der Bibliotheken anbieten zu können. Die beiden Einrichtungen sollen sich ergänzen“, sagt Bernd Hitschler, Leiter des Geschäftsbereiches Schule, Sport und Kultur der Stadt Willich. Es sollen für jede der beiden Bibliotheken feste Öffnungszeiten sein, die nicht wechseln, damit die Nutzer eine Verlässlichkeit haben.

Ein Buch bei Emmaus ausleihen und bei der städtischen Bibliothek wieder abgegeben beziehungsweise umgekehrt, soll dann möglich sein. Wobei die Stadtbücherei an der Hochstraße 30 in Schiefbahn jetzt auch schon samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet hat und damit über die normalen Werktage und Öffnungszeiten hinausgeht.

Bei den öffentlichen katholischen Büchereien, in denen allesamt Ehrenamtler im Einsatz sind, bieten Willich und Neersen bereits sonntägliche Öffnungszeiten an. An der Hülsdonkstraße 9a in Willich ist am Sonntag von 11 bis 13 Uhr und an der Hauptstraße 34 in Neersen von 11 bis 12.30 Uhr geöffnet. Die Anrather öffnen zwar nicht sonntags, dafür aber jeden ersten und dritten Samstag im Monat. An der Berliner Straße 10 können die Nutzer dann von 11 bis 13 Uhr die verschiedenen Medien ausleihen.

In Grefrath muss sich niemand mit der neuen Möglichkeit auseinandersetzen. Die beiden katholischen öffentlichen Büchereien in Grefrath und Oedt haben nämlich bereits sonntags geöffnet. Am Markt 10 in Grefrath und in Oedt an der Johannes-Girmes-Straße 11 öffnen sich die Türen jeweils von 10.30 bis 12 Uhr. In Tönisvorst setzt man indes aufs Abwarten. „Wir werden aufmerksam verfolgen, wie die Resonanz bei den ersten Bibliotheken sein wird und dann entscheiden“, teilt die Tönisvorster Pressesprecherin Catharina Perchthaler mit. Dass die Stadtbücherei Tönisvorst sehr gut angenommen werde, habe man jüngst durch Aussagen der Teilnehmer der Auftaktveranstaltung vom Stadtentwicklungskonzept erleben können, die insbesondere das kulturelle Programm rund um die Stadtbücherei gelobt hätten, fügt Perchthaler an. Gerade vor dem Hintergrund könnte eine entsprechende Öffnungszeit am Sonntag interessant sein. Klar ist indes, dass für ein solches Angebot entsprechendes Personal benötigt wird. Einfach oben drauf für die Mitarbeiterinnen geht es nicht.

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