Serie - Vor 415 Jahren: Mehrere Allianzwappen in Schloss Krickenbeck

Serie - Vor 415 Jahren : Mehrere Allianzwappen in Schloss Krickenbeck

Hoch oben in der vom Schlossbrand von 1902 verschont gebliebenen Nordwand von Schloss Krickenbeck befindet sich bis heute ein in bestem Renaissance-Stil gestaltetes Epitaph mit den Wappen des Arnold von Wachtendonk und der Anna Salome von Holthausen.

In weiteren qualitätvollen Steinmetzarbeiten aus verschiedenen Epochen hält Schloss Krickenbeck die Erinnerung an vorteilhafte Heiraten der freiherrlichen, später gräflichen Familie von Schaesberg fest. Sogenannte Allianzwappen, also die Wappenkombinationen von adeligen Ehepaaren, sind an mehreren Stellen des Schlosses zu sehen. Zwei Beispiele sollen genannt sein. In der Vorburg, links vom Schlossportal aus gesehen, findet sich unter den Wappen des Wolfgang Wilhelm Freiherr von Schaesberg und seiner Frau Maria Florentina Freiin von Eynatten folgende informative, in niederländischer Sprache abgefasste Inschrift aus dem Jahre 1695: „MARIA FLORENTINA GEB. VRYINNE VAN EYNATTEN WED. VAN HOEG WEL G.H. WOLFGANG WILM BARON VAN SCHAESBERCH EN VT GERDINGEN CREKENBECK WANCKVM HINSBECK LEVT HERINGEN LICHTENBORG BROCK DROST VAN CREKENBECK EN ERKELENS“. Als Witwe hat die Herrin auf Krickenbeck also die Besitz- und Herrschaftstitel ihres Mannes in Stein meißeln lassen. Wolfgang Wilhelm war danach unter anderem Herr von Wankum, Hinsbeck, Leuth und Herongen. Im Dienst des Königs von Spanien als Herzog von Geldern war er zudem Amtmann des mit der geldrischen Exklave Erkelenz in Personalunion verwalteten Amtes Krickenbeck, zu dem auch die Exklave Viersen gehörte.

Über dem Schlossportal befinden sich die Wappen des Grafen Heinrich von Schaesberg und seiner Frau Marie Therese von Waldburg zu Zeil und Trauchburg. Graf Heinrich hatte sich rasch nach dem verheerenden Brand entschlossen, ein neues Schloss an alter Stelle zu errichten. Die von ihm empfundene Verpflichtung gegenüber der mehrhundertjährigen Familientradition hatte ihn trotz der Mahnungen seines Rentmeisters veranlasst, das kostspielige Werk anzugehen. Seine Frau entstammte einem namhaften ehemals welfisch-staufischen Ministerialengeschlecht aus dem Allgäu. Auch im Schloss selbst finden sich Wappenkombinationen des Bauherrenehepaares. Ferner enthalten einige der vorzüglichen Renaissance-Kamine, die anlässlich des Schlossbaues aus dem alten Stammschloss Schaesberg bei Heerlen nach Krickenbeck verbracht wurden, heraldische Hinweise auf Ehen in der Verwandtschaft der gräflichen Familie.