Kreis Viersen: Seit zehn Jahren ein Führerschein für die Erziehung

Kreis Viersen: Seit zehn Jahren ein Führerschein für die Erziehung

Ist es normal, dass mein Kind so oft schreit? Ist der Kleine in seiner Entwicklung normal weit? Wie reagiere ich, wenn mein Kind im Supermarkt nach Süßigkeiten verlangt? Dies sind Fragen, mit denen sich Eltern auseinandersetzen. Kompetente Antworten erhalten sie im Rahmen des "Erziehungsführerscheins" - und das seit zehn Jahren. Das Kreisjugendamt bietet seit 2007 Abendkurse in den Gemeinden Brüggen, Grefrath, Niederkrüchten und Schwalmtal sowie der Stadt Tönisvorst an. "Erziehung macht Spaß - der Erziehungsführerschein" heißt das Angebot unter Leitung von geschulten Erzieherinnen.

"Ein Kind stellt das Leben auf den Kopf. Da ist es natürlich, dass die Eltern manchmal unsicher sind", sagt Lothar Thorissen, Leiter des Kreisjugendamtes. "Die Kursleiter wissen, wie sie den Eltern zu mehr Souveränität, Ruhe und Gelassenheit verhelfen. Vor allem machen sie aber deutlich: Ihr seid nicht allein mit euren Problemen."

Die Teilnehmer schätzen den Austausch mit anderen Eltern, berichtet Dr. Sarah Werth: "Sie profitieren von einem unterstützenden Austausch in einem geschützten Raum." Die Kurse helfen den Eltern, sie in Erziehungsfragen zu sensibilisieren; die Beziehung zu den Kindern zu festigen und sie in ihrer Vorbildfunktion zu stärken. Susanne Reinartz, die das Projekt für das Kreisjugendamt koordiniert, hat festgestellt: "Die Themen haben sich in den letzten zehn Jahren nicht geändert. Es geht um Erziehungsstile, Regeln und Grenzen sowie Kommunikation und Ermutigung."

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Aktuell bieten 20 zertifizierte Erzieherinnen - jeweils in Zweierteams - in regelmäßigen Abständen Kurse für interessierte Eltern an. Die Teilnahme kostet zwischen 50 und 80 Euro. Vom Kreisjugendamt wird das Elterntraining bezuschusst.

(RP)