Schul-Dialog der Jungen Union Kempen gestartet

Schul-Dialog : Kempens Schüler wollen Lernorte, an denen sie sich wohlfühlen

Die Junge Union sprach mit Vertretern der weiterführenden Schulen. Die sind frustriert, weil ihre Anregungen von der Stadt offenbar nicht ernst genommen werden.

Eigentlich sind es kleine Wünsche, die bei der Modernisierung der Kempener Schulen mit einfachen Mitteln zu erfüllen wären. Das zeigte der Schul-Dialog der Jungen Union im CDU-Stadtverband mit Vertretern aller weiterführenden Schulen in der Stadt. Vor allem ging es den jungen Politikern darum, die Schüler aktiv in die weitere Entwicklung der Schulen einzubinden. Daher nahmen mit dem Vorsitzenden des Schulausschusses, Georg Funken, und Ratsherr Gerd-Wilhelm Stückemann (beide CDU) an dieser Entwicklung beteiligte Kommunalpolitiker an dem Gespräch teil.

Die Schüler wollen keine Luxussanierung ihrer Gebäude, sondern simple Dinge wie funktionierende Toiletten, eine vernünftige Wärmedämmung, die zum Beispiel am Luise-von-Duesberg-Gymnasium (LvD) offensichtlich fehlt. Außerdem vermissen die Schüler auch eine gute Stromausstattung der Schulen. Manchmal scheitert eine vernünftige Unterrichtsgestaltung schon daran, dass der Overhead-Projektor nicht funktioniert. Das Smartphone aufladen ist oft unmöglich, außerdem funktioniert keine breit gefächerte W-Lan-Ausstattung. Auch vermissen die Schüler eine vernünftige Fortbildung ihrer Lehrer in Sachen digitaler Medienkompetenz.

Die Schüler wären durchaus bereit, selbst aktiv zu werden. Sie würden auch die Räume selbst renovieren, aber ihre Angebote an die Verwaltung, dies zu übernehmen, wurden bislang nicht beachtet. Dabei wollten sie einfach nur die nötige Farbe dafür haben. Überhaupt bemängeln sie die Kommunikation mit der Verwaltung. Sie haben sogar schon ein Antragsformular entwickelt, um ihre Wünsche an die richtigen Ansprechpartner im Rathaus zu formulieren. Bei solchen Aussagen ist deutlich die Frustration der Schüler festzustellen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Entwicklung des geplanten Schulcampus mit den beiden Gymnasien und der Gesamtschule. Hier vermissen die Schüler Transparenz seitens der Verwaltung, aber auch der Politik. Da sie aber keinen Überblick über den Stand der Dinge haben, können sie nicht eingreifen. Denn auch hier würden sie gerne eigene Wünsche und Vorstellungen einbringen.

Insgesamt wurde bei der Diskussion deutlich, dass gerade beim Thema Schule auf allen Seiten viel Kompromissbereitschaft nötig ist. Außerdem wurde schnell klar, dass die Schüler ihre Schulen als einen Ort empfinden möchten, wo sie sich wohlfühlen. Dies ist eigentlich ein ganz normales Anliegen. Sie wollen einen Lernort haben, der funktionell ausgestattet ist und über kurze Wege verfügt. Er soll gleichzeitig genug Möglichkeiten für ein modernes, kommunikatives Miteinander bieten. Sie wünschen sich eben eine Schule, bei der sie sich morgens freuen hinzugehen.

Allen Beteiligten des Schul-Dialogs war klar, dass die Schulgebäude in die Jahre gekommen sind und lange Zeit nichts modernisiert worden ist. Aber die Schüler drängen nun darauf, dass sich das möglichst schnell ändert. Das bestätigte auch der Vorsitzende der Jungen Union, Gero Scheiermann. Der Dialog solle auf jeden Fall nach den Sommerferien fortgesetzt werden, versprach er. Er begrüßt es, dass sich Jugendliche zunehmend engagieren, auch wenn dies zunächst einmal oft projektbezogen ist.

Als nächstes Thema steht die Skateranlage im Sportpark an der Berliner Allee an. Auch dies ein Problemfall, der der Stadtverwaltung bekannt ist. Die Anlage muss saniert und modernisiert werden. Schüler hatten dazu selbst schon Vorschläge eingebracht. Diese sind Stadtverwaltung und Politik bekannt. Die Politiker müssen darüber entscheiden, wie viel Geld ihnen die Modernisierung der Anlage wert ist. Man will dies bei den Haushaltsberatungen im Herbst berücksichtigen.

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