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Schützen feiern in Vinkrath noch bis Mittwoch Schützenfest

Strahlender Sonnenschein und prächtige Kleider : Vinkrather Schützen feiern mit vielen Besuchern

Die St.-Laurentius-Schützengesellschaft feiert noch bis zum kommenden Mittwoch. Dann wird traditionell das Kirmesmännchen verbrannt.

   In Vinkrath wird derzeit bei allerschönstem Hochsommerwetter unbeschwert Schützenfest gefeiert. Das Fest begann am Freitag mit dem Aufstellen der Prunkbäume und endet am Mittwoch ganz locker mit dem Brauch, das Kirmesmännchen zu verbrennen.

Die St.-Laurentius-Schützengesellschaft Vinkrath 1849 feiert normalerweise alle drei Jahre ihr Schützenfest – wenn dies durch eine Pandemie wie Corona nicht gerade vereitelt wird. Corona hat übrigens keine tiefen Spuren hinterlassen: Die Zahl der Mitglieder, die aktiv mitmachen, liegt bei rund 170, es waren vor der Pandemie nicht mehr. Und im Gegensatz zu vielen anderen Schützengesellschaften ist es den Vinkrathern nicht schwergefallen, genügend Musikeinheiten für die Festumzüge zu finden.

Wie gerne man in Vinkrath Schützenfest feiert, war nicht nur am sehr vollen Festzelt erkennbar, sondern auch daran, dass sich die großen Paraden mit rund 1000 Marschiererinnen und Marschierern wahrlich sehen lassen konnten. Die Liste der Gäste war wie immer lang. Einige Beispiele derer, die mit ihrer Beteiligung den Festzug verlängert haben: Die Kehner Junggesellen waren da, die St. Sebastianer Vorst waren mit einer Abordnung vertreten, ebenso wie die St.-Matthias-Schützenbruderschaft  Schlibeck, die Antonius-Bruderschaft Grefrath, die St.-Vitus- und St.-Heinrich-Schützenbruderschaften 1903 Mülhausen sowie Schützen aus Wankum und Hinsbeck-Glabbach.

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Das eigene Regiment ist zwar klein, aber bunt: Der Spieß marschierte vorneweg, es folgten Adjutanten, Fahnenträger, das Königshaus, der Jungschützentrupp und es gab jede Menge Kontraste: Hier der klassische Marinezug in Blau und Weiß, da die „Pink Ladys“ mit ihren geblümten Sommerkleidern mit lilafarbenem Blumenmuster, die Wallensteiner in ihren prächtigen Uniformen, der Jägerzug, „Papas Mädchen“ in zartem Mintgrün, der 3. Zug, die Medizinische Abteilung und zuletzt die Ehrenteilnehmer.

Am Montag fand bei sengender Sonne der Uniformappell vor der Kirche statt. Anschließend ging es zurück zum Zelt. Der letzte Befehl lautete so: „Zum Biertrinken nach hinten wegtreten.“ Das galt natürlich nicht für die Kinder – nach alter Sitte durften sie mit ins Festzelt einmarschieren. Norbert Franken trug seine Jägeruniform, an der Hand hatte er seinen kleinen Enkel Leon. Der Opa war begeistert, als der Dreijährige versuchte, im Takt der Musik zu marschieren.

Der Kleine war nicht das einzige Kind mit bester Laune: Schließlich stand der Kinder- und Familientag mit Roland Zetzen auf dem Programm, und neben dem Zelt lockte die Mini-Kirmes. Der Dämmerschoppen für die Erwachsenen fand wie immer ohne besonderes Programm statt. Im Mittelpunkt stand an allen Tagen das Königshaus. „Es hat uns allen bis jetzt sehr viel Spaß gemacht“, erklärte Schützenkönig Markus Altmann. Seine Königin Sandra und die Ministerpaare Stefan Schulz und Petra Heinrichs sowie Sebastian und Lena Wulf strahlten mit der Sonne um die Wette. Die Damen trugen prachtvolle Kleider.

Kein Schützenfest ohne Auszeichnungen: Hans-Josef Drießen konnte aus der Hand von Bundesbrudermeister Hans Puschmann das St.-Sebastianus Ehrenkreuz entgegennehmen. Brudermeister Christian Anstötz war rundherum glücklich: „Es ist alles sehr gut gelaufen.“

Am Dienstag steht um 19 Uhr der Galazug auf dem Programm inklusive der Schützen-Frauen. Der um 19.30 Uhr beginnende Galaball mit der Band Saturn im Festzelt ist so etwas wie der krönende Abschluss des Schützenfestes. Am Mittwoch folgt um 18 Uhr dann ein symolischer Akt mit Tradition: Dann wird das Kirmesmännchen am Festzelt verbrannt. Es folgt der Dorfabend mit Marcel Simons. Alles geht locker zu beim Dorfabend, ohne Schützenunifomen und ohne Eintrittsgeld.

Das nächste Mal wird 2025 Schützenfest gefeiert, bereits 2024 findet der Königsvogelschuss statt. Und das 175-jährige Bestehen ist bei der 1849 gegründeten St.-Laurentius-Schützengesellschaft auch nicht mehr in weiter Ferne.