Stadt Kempen: Schüler räumen am Berufskolleg auf

Stadt Kempen: Schüler räumen am Berufskolleg auf

Zum ersten Mal beteiligte sich das Rhein-Maas-Berufskolleg Kempen an der Frühjahrsputzaktion in der Thomasstadt. 170 Schüler machten bereits gestern mit. Sie sammelten rund um die Schulgebäude jede Menge Müll auf.

"Es sieht schon krass aus", stellt Melik mit Blick auf den Grünstreifen fest, der den Sportplatz hinter dem Neubau des Berufskollegs begrenzt. Verpackungsmaterial einer benachbarten Schnellimbiss-Filiale, leere Zigarettenschachteln, Plastiktüten, die einst verschiedene Süßigkeiten zum Inhalt hatten, und leer Getränkeverpackungen hängen in den Hecken oder liegen auf den Rasenflächen. Der 16-jährige Schüler des Rhein-Maas-Berufskollegs Kempen hält dabei einen großen Müllsack auf, in den die gleichaltrige Merita die Hinterlassenschaften von anderen Menschen hineinwirft. "Wenn man zur Schule geht und hier entlang kommt, achtet man irgendwie gar nicht so darauf. Ich bin überrascht, wie viel Müll schon auf den ersten paar Metern zusammengekommen ist", sagt Merita. Als "ganz schön dreckig" bezeichnet Vera-Michelle, die ebenfalls mit Greifer und Müllsack unterwegs ist, die Umgebung. "Aber hier liegt immer so viel rum. Umso wichtiger ist es, dass wir heute in den Einsatz gehen und für ein anderes Bild sorgen", meint die 16-Jährige.

Die drei Schüler gehören zu einer insgesamt 170-köpfigen Gruppe des Berufskollegs, die bei der Frühjahrsputzaktion in Kempen in den Einsatz gehen. Aufgeteilt in Kleingruppen und begleitet von Lehrern sind die Schüler einen Tag vor der eigentlichen Aktion unterwegs. Zum ersten Mal beteiligt sich das Berufskolleg am traditionellen Großreinemachen, das in diesem Jahr zum 20. Mal stattfindet. Auslöser für die Teilnahme waren für Schulleiterin Elke Terbeck Klagen von Anwohnern, dass rund um die Schule viel Müll auf den Straßen und in den Gärten landete.

Mit einer Verstärkung der Aufsichtspflicht, disziplinarischen Maßnahmen, aber auch Gesprächen mit den Schülern versucht die Schulleitung, dem Problem entgegenzuwirken. So kam auch die Idee auf, am "Frühjahrsputz" teilzunehmen. Die Lehrer wurden von der Schulleitung aufgefordert wurden, ihre Schüler zwecks freiwilliger Teilnahme anzusprechen. Von den gut 2000 Schülern ließen sich 170 motivieren, wobei es sicherlich noch mehr geworden wären, wenn gestern nicht zeitgleich im Berufskolleg die Vorprüfungen für die Fachoberschulreife geschrieben worden wären.

Die Teilnahme am "Frühjahrsputz" ist dem Berufskolleg wichtig. "Allen ist die Problematik rund um die Schule bekannt. Die Anwohner haben sich zu Recht beklagt, wobei sicherlich nicht nur unsere Schüler zu dem Müllproblem beitragen. Mit unserer Teilnahme an der Frühjahrsputzaktion wollen wir zum einen Bereitschaft signalisieren, etwas an der Situation zu ändern, und zum anderen wollen wir die Schüler auch mit dieser Aktion für mehr Ordnung und Sauberkeit sensibilisieren", sagt Antonio Liepold. Wer selbst einmal feststelle, wie es rund um das Schulgelände aussehe, der ändere vielleicht sein eigenes Verhalten hin zur Müllvermeidung, meint der Berufsschullehrer.

Die ersten Müllsäcke sind indes voll geworden. "Man ist ja selber nicht unschuldig an der Situation", gibt Simon zu. Die Umwelt sei wichtig. Sie müsse intakt bleiben und dazu gehöre auch das Schulgelände samt Umgebung, meint der 18-Jährige. "Es ist eine gute Aktion für die Umwelt und die Zukunft. In einer sauberen Schule mit sauberer Umgebung fühlt man sich zudem wohler. Hier gibt es genügend Mülltonnen. Es muss nicht so vermüllt aussehen. Jeder muss sich mal an die eigene Nase packen", betont Darline. Lehrerin Svenja Helfferich strahlt. Sie hat es geschafft, gleich zwei ihrer Klassen komplett für die Teilnahme am "Frühjahrsputz" zu aktivieren. "Jedem muss klar sein, dass es an der eigenen Verantwortung liegt, ob es verschmutzt aussieht oder nicht", meint Svenja Helfferich.

(tref)