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Schüler in Kempen, Willich, Tönisvorst und Grefrath halten sich an Maskenpflicht

Schulanfang in Kempen, Willich, Tönisvorst und Grefrath : Schüler halten sich an Maskenpflicht

Der Schulstart an den weiterführenden Schulen ist ruhig angelaufen. Schulleiter berichten aber, dass die Maskenpflicht eine große Herausforderung darstellt — insbesondere in Anbetracht der derzeit hohen Temperaturen.

Von einem bunten Bild zum Schulstart spricht Andreas Pässler, Schulleiter des Schiefbahner St.-Bernhard-Gymnasiums, und meint die Masken, die mit Beginn des neuen Schuljahres auch im Unterricht für alle Schüler Pflicht sind. Die einen tragen Einweg-Papiermasken, andere selbstgeschneiderte Unikate oder Masken mit Bekenntnissen zu Fußballvereinen. „Die Maskenpflicht lief an unserer Schule gut an. Es gab bei den jüngeren Schülern einige, die über Kopfschmerzansätze sprachen. Sie gingen dann eine Runde durch unseren Schulpark, was sichtlich guttat, und nahmen danach wieder am Unterricht teil“, berichtet Pässler.

Aus Solidarität tragen auch alle Lehrer und weiteres Schulpersonal Masken. Fachlehrer begleiten die Schüler zu den Räumen und führen Klassen hintereinander durch das Treppenhaus, damit es dort zu keinen engeren Kontakten kommt.

Bei den Temperaturen von mehr als 30 Grad setzt das Gymnasium auf Kurzstunden. „So fällt kein Fach aus, und der Unterricht endet trotzdem früher“, sagt Pässler. Mit Kurzstunden arbeitet auch das Luise-von-Duesberg-Gymnasium in Kempen. Statt 45 Minuten dauert der Unterricht 30 Minuten. „So kann jeder Lehrer seinen Kurs sehen, was wichtig ist“, sagt Schulleiter Benedikt Waerder.

Auch er berichtet, dass die Maskenplicht ruhig angelaufen sei. Die Lehrer würden von ihrem Vorrecht, bei ausreichendem Abstand in den Klassen keine Maske tragen zu können, nur Gebrauch machen, wenn es nötig sei. „Wir sehen das Tragen einer Maske von unserer Seite als Vorbildfunktion an. Nur wenn ein großer Redeanteil besteht, ist die Maske wirklich eine enorme Belastung“, sagt Waerder.

Im Fremdsprachenunterricht werden Schüler einzeln nach vorne geholt, damit sie die richtige Aussprache mit Abstand ohne Maske üben können. „Wir haben den Eindruck, dass sich die Schüler sehr diszipliniert verhalten haben. Alle waren mit Masken ausgerüstet und trugen sie ordnungsgemäß. Gerade in der Oberstufe habe ich eine große Ernsthaftigkeit feststellen können. Generell achten die Schüler mehr aufeinander und sind rücksichtvoll“, lobt Uwe Hötter.

Der Leiter der Kempener Gesamtschule unterrichtete am ersten Schultag selbst in der neunten Stufe und machte wie seine Kollegen auch mit den Schülern zwischendurch Maskenpausen. „Gerade in Anbetracht der Temperaturen geht es nicht, dass die Schüler nonstop mit den Masken im Klassenraum sitzen“, sagt er. „Wir gehen für einige Minuten raus, wo wir uns aufgrund unserer großen Außenflächen verteilen und so die Masken abnehmen können. Die Schüler müssen durchatmen und auch etwas trinken können.“

Es gibt allerdings eine Handvoll Schüler, die aufgrund von Vorerkrankungen von der Maskenpflicht befreit sind. Sie sitzen in den Klassen mit zusätzlichem Abstand. Ansonsten setzt die Gesamtschule derzeit auf Hitzefrei. Für die fünften bis zehnten Klassen endet der Unterricht um 11.20 Uhr und für die Oberstufe um 13.10 Uhr. Nachmittagsunterricht entfällt komplett.

„Der erste Tag mit Maskenpflicht ist besser gelaufen, als wir es uns vorgestellt haben“, sagt Paul Birnbrich, Leiter des Michael-Ende-Gymnasiums in St. Tönis. Vor dem Hintergrund, dass das Gymnasium nur mit Doppelstunden arbeitet, wurden zusätzliche Pausen von fünf bis zehn Minuten in die Blöcke eingearbeitet. In dieser Zeit können die Schüler unter Aufsicht aufs Schulgelände, wo sie sich ohne Masken, aber mit Abstand bewegen können.

Die Lehrer tragen im Unterricht Visiere, die die Schule eigens dafür angeschafft hat. Bei näherem Kontakt mit Schülern und beim Verlassen der Klassen ziehen sie zusätzlich eine Maske auf.

Als „unerwartet gut gelaufen“, beschreibt Christian Rütten, Leiter der Schule an der Dorenburg in Grefrath, den ersten Tag. Einzelne Schüler habe man einmal ansprechen müssen, aber im Grunde habe alles gut funktioniert. Wobei die Sekundarschule schon beim Schulbeginn mit zentralen Aufstellplätzen arbeitet, was Geknubbel vermeidet.