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Schüler des Kempener Luise-von-Duesberg-Gymnasiums bei "Jugend forscht"

„Jugend forscht“ : Forschergeist am LvD-Gymnasium

Vor dem Hintergrund, dass der Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ in Krefeld ausgefallen ist, hat Christian Reiners im Luise-von-Duesberg-Gymnasium eine schulinterne Präsentation unter Wettbewerbsbedingungen ins Leben gerufen.

„Rot ist Plus, Blau ist Minus. Durch das Sonnenlicht ziehen sich die Teilchen an. In der Mitte ist die Bewegung besonders schnell. Es entsteht Spannung, die Strom erzeugt“, erklärt der neunjährige Johannes der Jury vor seinem Stand, den er zusammen mit dem ein Jahr älteren Carlo aufgebaut hat. Vor einer aus Pappe gestalteten Berglandschaft mit Wanderern sowie einer großen Sonne steht ein Rucksack, der mit mehreren Solarzellen bestückt ist, die wiederum per Kabel an ein Smartphone angeschlossen sind. Das signalisiert, dass es lädt.

„Wir haben aufgrund des Klimawandels gedacht, dass es gut wäre, ein Handy beim Wandern mit Sonnenlicht aufzuladen“, sagt Carlo. Die beiden Fünftklässler vom Luise-von-Duesberg (LvD) Gymnasium sind bei ihrer Präsentation ein klein wenig aufgeregt. Schließlich ist es das erste Mal, dass sie in der Sparte „Schüler experimentieren“ teilnehmen.

Vor dem Hintergrund, dass der Regionalwettbewerb in Krefeld aufgrund des Coronavirus ausfiel, kam Lehrer Christian Reiners auf die Idee, eine schulinterne Veranstaltung ins Leben zu rufen. „Es sind fantastische Projekte, an denen die Schüler gearbeitet haben, und wir möchten dem unsere Wertschätzung entgegenbringen“, sagt Reiners, der die sechsköpfige Jury zusammensetzte. Zudem organisierte er eine zehnte Klasse, die als Besucherteam unterwegs ist.

„Es sind interessante Projekte, und ich freue mich, bei diesem Wettbewerb zur Jury zu gehören“, betont der Entwicklungsingenieur Patrick Pausch, der seit fünf Jahren zur „Jugend-forscht“-Jury gehört, selber Schüler am LvD war und es zu seiner Schulzeit bis ins Bundesfinale schaffte. Als tolle Idee bezeichnet es Jurymitglied Lena Stückemann, die 2017 ihr Abi am LvD macht und jetzt in Münster studiert.

Malte, Jonah und Aljoscha machen Regenwolken. Foto: Wolfgang Kaiser

Insgesamt sind zwölf Stände in den beiden großen Physikräumen aufgebaut, die nacheinander von der Jury besucht und von einem Filmteam bei der Präsentation gefilmt werden. Bei Malte, Jonah und Aljoscha erfährt die Jury, wie die drei Sechstklässler künstliche Wolken mit Hilfe von heißem Wasser, ausgepusteten Streichhölzern, Kühlakkus und einem sich im Vakuum befindlichen Glasbehälter herstellen.

Probieren ist indes bei Franziska angesagt. Sie hat eine eigene Schokocreme ohne Palmöl und Zucker hergestellt. „Ich habe mich gefragt, warum in den Schokocremes immer so viel Zucker und Palmöl stecken. Dann habe ich angefangen zu experimentieren und die beiden Produkte durch Rapsöl und Agavensirup ersetzt“, berichtet die Zwölfjährige, während sie die nächste Portion Franella zubereitet, wie sie ihre Creme genannt hat.

Franziska macht Franella, eine Schokocreme ohne  Palmöl und Zucker. Foto: Wolfgang Kaiser

Mathematisch geht es bei Björn zu. Der Sechstklässler erklärt locker die mathematischen Formeln, mit denen er in seinem Projekt Pluto V gearbeitet hat. Es geht um einen umweltfreundlichen Antrieb bei Raketen.

Auf Mathematik, allerdings in einem ganz anderen Zusammenhang, setzt auch Theresa. Die Elfjährige verblüfft die Jury mit ihren Kartentricks. „Mathe ist mein Lieblingsfach, und Kartentricks faszinieren mich. Also war klar, womit ich mich beschäftigte“, sagt Theresa, die ihren Trick mittels angewandter komplexer Mathematik verrät.

Dass man mit Piezokristallen beim Laufen Energie erzeugen kann, beweisen Sara und Victoria. An ihrem Turnschuh auf dem Tisch blinken LED-Leuchten, die rein durch Bewegung und nicht mit Batterien angetrieben werden.

Was ein intelligenter Spiegel alles leisten kann, wenn es sich um einen mit Spiegelfolie beklebten Monitor mit Gesichtserkennung leistet, demonstrieren Moritz und Charlotte. Wobei es sich in ihrem Fall um ein schulübergreifendes Projekt handelt. Die 14-Jährige kommt nämlich von der Liebfrauenschule. „Moritz und ich kennen uns seit der Kita und haben diesmal zusammen geforscht“, sagt Charlotte.

Ob der Bau und die Programmierung einer Umweltmessstation von Yara, das Filamentrecycling von Simon und George, der topologische Isolator von Heiner, der Schritt vom Silizium zum Computerchip von Paul oder das Atomic force microscope von Rasmus – die Jury zeigt sich beindruckt, in welchen Bereichen die Schüler des LvD forschten.