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Stadt Kempen: Schnäppchenjäger sind unterwegs

Stadt Kempen : Schnäppchenjäger sind unterwegs

Offiziell ist der Winterschlussverkauf längst abgeschafft. Trotzdem nutzen auch in Kempen viele Kunden die reduzierten Preise, die ihnen derzeit für Winterware in vielen Geschäften geboten werden, für einen Einkauf.

Es sind zwar längst nicht die riesigen Schilder, die in der Kempener Innenstadt anzeigen, dass eine Saison zu Ende geht, aber in vielen Schaufenster gibt es dezente Hinweise in Rot, mit denen reduzierte Ware dem Kunden schmackhaft gemacht werden soll. In einem Geschäft werden Preisnachlässe bis 50 Prozent, ein Stückchen weiter sogar von 70 Prozent angepriesen. Rote Schilder mit dem Wörtchen "Sale" und "Saisonende" sind auch in Kempen typisch für den Winterschlussverkauf.

Früher genau in einem Zeitfenster terminiert, kann heute jeder Einzelhändler seinen persönlichen Termin für den Ausverkauf der Winterware setzen. "Ich nutze die Zeit der Schlussverkäufe immer gerne, denn ich finde immer etwas, was mir schon vorab gefallen hat, mir aber einfach zu teuer war. Wenn ich es jetzt reduziert erwerben kann, dann schlage ich zu. Ich gehe wirklich gezielt gucken", meint Isabelle Klein. Dabei lacht die junge Frau und deutet auf ihre Tüten. Eine Winterjacke steckt in der einen und ein Wollpullover in der anderen. Natürlich müsse man Glück haben, dass die benötigte Größe noch da sei. Aber manchmal habe man dieses Glück einfach, fügt sie an.

Weniger gezielt ist Monika Wehres unterwegs. "Ich schaue einfach, und wenn mir ein Teil gefällt und der Preis stimmt in meinen Augen, nehme ich es mit", sagt sie. Fündig ist die 52-Jährige an diesem Tag allerdings noch nicht geworden. Dem Winterschlussverkauf steht Roland Ingenhofen eher skeptisch gegenüber. "Da wird ein Preisschild mit einem höheren Preis an das Bekleidungsstück gepappt, das Ganze durchgestrichen und ein neuer Preis draufgeschrieben. Der Kunde soll dann glauben, er würde das absolute Schnäppchen machen. Man müsste vorher wirklich genau wissen, was etwas gekostet hat, um von einem guten Angebot zu sprechen", meint er. Er ist nur in der Kempener Innenstadt anzutreffen, weil er ein neues weißes Hemd für eine Feierlichkeit benötigt. "Das finde ich garantiert nicht wirklich preisreduziert", ist sich der 48-Jährige sicher.

In richtiger Schnäppchenlaune sind dagegen die beiden 16-jährigen Jugendlichen Vanessa und Kim. "Wir gehen gerne im Winterschlussverkauf bummeln. Es macht einfach Spaß zu schauen, ob man etwas findet, das reduziert ist und gut zu einem passt", sagt Kim. Beide haben schon zugeschlagen. Bei Kim sind es gefütterte Winterstiefel, bei denen sie sich sicher ist, dass sie auch weiterhin trendy bleiben. Dazu kommt ein schickes Set, bestehend aus Schal, Mütze und Handschuhen. In Vanessas Tüte stecken eine Fellweste und eine bunte lange Strickjacke. "Für beide Teile habe ich 25 Euro bezahlt. Das ist ein Schnapper", kommentiert Vanessa ihren Einkauf.

Auf Schnäppchenjagd ist Kurt Bäumgens eigentlich nicht. Nichtsdestotrotz baumelt an seinem Handgelenk die Tüte eines Modegeschäftes. "Ich wollte nur mal kurz ins Schreibwarengeschäft. Als ich den Ständer mit den Pullovern sah, habe ich mir gedacht, für den Preis könnte man sich einen mitnehmen", erklärt der Senior seinen spontanen Einkauf.

Etwas unzufrieden schaut dagegen eine 34-Jährige St. Huberterin aus. "Ich musste gerade feststellen, dass es ein Geschäft gibt, in dem man nur mit der Kundenkarte bestimmte Prozente auf Winterware erhält. Das finde ich weniger gut. Ich gebe doch nicht meine Daten heraus, um danach wahrscheinlich mit Werbung vollgemüllt zu werden, nur um ein Bekleidungsstück ein wenig günstiger zu bekommen", empört sie sich. Auf diese Art von Winterschlussverkauf könne sie gut verzichten.

(tref)