Kreis Viersen: Schitthelm: "Grüne Aue statt Beton"

Kreis Viersen : Schitthelm: "Grüne Aue statt Beton"

Der Niersverband, der Wasser- und Bodenverband Mittlere Niers und der Netteverband haben einen Kooperationsvertrag geschlossen. Sie können Vorschriften so besser umsetzen und Gebührensprünge verhindern.

Die Europäische Union will, dass Flüsse, Bäche und Seen wieder gesund werden und sich die Biologie darin erholt. Sie hat im Jahr 2000 die Wasserrahmenrichtlinie erlassen, die darin formulierten Ziel müssen bis 2027 erreicht werden. Ob das gelingt, ist eher fraglich. Mehr Effizienz versprechen sich der Niersverband, der Wasser- und Bodenverband Mittlere Niers und der Netteverband in einer vertraglich festgelegten Kooperation.

Es gehe auch darum, gesetzlich festgelegte Aufgaben so zu erfüllen, dass die Gebührenzahler lediglich ein "hellblaues Auge" davontrügen, erklärte Prof. Dietmar Schitthelm. Der Vorstand des Niersverbandes unterschrieb mit den Vorstehern der beiden Verbände, Peter Joppen und Christian Wagner, den Vertrag. Damit bündeln Institutionen ihre Kräfte, die für den Abfluss und/oder die Behandlung von Schmutzwasser verantwortlich sind.

Nettetals Bürgermeister Christian Wagner berichtete, die strengen Normen müssten dringend erfüllt werden, weil übergeordnete Fachbehörden dazu übergehen, notfalls bereits erteilte wasserrechtliche Genehmigungen zurückzuziehen. Das kann dazu führen, dass Wohn- und Gewerbeansiedlungen selbst in rechtskräftig ausgewiesenen Flächen blockiert werden.

Peter Joppen gestand, dass die Verhandlungen nicht leicht waren. So muss die Einleitung von Regenwasser für das aufnehmende Gewässer "ökologisch verträglich sein". Kann das nicht nachgewiesen werden, muss man handeln. Der Bau von Rückhaltenbecken oder Retentionsbodenfiltern wie in Dülken ist aufwendig, immens teuer und gebührenwirksam. Deutlich günstiger wird es, wenn solche Bauten vermieden werden können. So kann die Fließgeschwindigkeit von aufgefangenem Regenwasser durch ein Graben- oder Kanalsystem mit größerem Querschnitt verringert werden. "Der Zoo bleibt da, wo er ist", sagte Schitthelm im Hinblick darauf, dass mühsam aufgebaute Biologie mit Pflanzen und Kleingetier im Wasser nicht einfach weggeschwemmt werden soll. Damit benötigt man aber mehr Fläche - und davon wollen Grundbesitzer, in erster Linie natürlich Landwirte, möglichst nichts abgeben. Daher wiederholte Joppen seine offensichtlich in Verhandlungen immer wieder aufgelegte Forderung: "Der Flächenverbrauch muss so gering wie möglich bleiben."

(RP)
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