Gemeinde Grefrath: Rund um die Burg: Oedt feiert den Heimatverein

Gemeinde Grefrath : Rund um die Burg: Oedt feiert den Heimatverein

Das 70-jährige Bestehen des Heimatvereins Oedt nahm die Gemeinde Grefrath zum Anlass, den Familienaktionstag erstmalig nach Oedt zu verlegen. Rund um die Burg Uda wurde gemeinsam gefeiert.

Lucas Augen strahlen. Gerade ist er in das Cockpit des auf dem Boden stehenden Segelfliegers geklettert und genießt Pilotenfeeling. "Zieh einmal an dem Hebel links neben dir", sagt Linus Minten und deutet auf besagten Griff. Luca folgt der Aufforderung, und ein knarrendes Geräusch ist zu hören. Der Kopf des Achtjährigen geht hin und her. Minten deutet in Richtung der Flügel, in deren glatter Fläche auf einmal hochstehende Klappen aufgetaucht sind. "Du hast gerade die Bremsklappen ausgefahren", erklärt der Segelflieger vom Luftsportverein Grenzland. Aufmerksam hört Luca zu, als Minten den Landevorgang erklärt. "Das ist einfach nur cool", bemerkt er und würde am liebsten gar nicht mehr aussteigen. Aber die nächsten stehen schon an, und auch Maya möchte einmal in den Genuss des Flugfeelings kommen.

Auf der großen Wiese vor der Burg Uda lockt aber nicht nur der Segelflieger. Beim Familienaktionstag der Gemeinde haben sich jede Menge Vereine, Institutionen und Organisationen eingefunden, die nicht nur sich und ihre Arbeit vorstellen, sondern auch jede Menge Unterhaltungsspaß im Gepäck haben. Zum ersten Mal findet der Aktionstag in Oedt statt. Gekoppelt mit dem Jubiläum des Heimatvereins Oedt, der 70 Jahre alt wird, hat man gemeinsam ein Fest auf die Beine gestellt. Burg stürmen ist bei der DRK-Kita Oedt angesagt. Am Stand lockt ein Burgturm mitsamt Gespenst Theo. Das Gespenst in Form eines Skeletts ist rundum mit roten Luftballons geschmückt. "Theo wartet darauf erobert zu werden. Das ist ganz einfach", meint Leiterin Annelie Maxen und greift zu einen schmalen Rohr. Dort hinein kommt ein Holzstäbchen, und dann ist Zielen und kräftig Pusten angesagt. Doch ganz so einfach ist es nicht, einen der Ballons zum Platzen zu bringen.

Das gilt auf für die schwebenden kleinen Luftballons ein paar Stände weiter. Mit der Armbrust, geladen mit Korken, gilt es die Ballons, die in einem künstlichen Luftstrom schaukeln, zu treffen. Schummerlampen mit Hilfe der Grefrather Jugendfeuerwehr basteln, sich beim Niersverband von Margit Heinz anhand von Modellen und Wassereinsatz die Vorteile einer renaturierten Niers erklären lassen oder mittels eines Fahrrades Schleuderbilder herstellen - Langeweile ist ein Fremdwort. Spannend wird es direkt vor der Burg Uda. Die "Habitare" haben ihr Ritterlager aufgeschlagen. Frauen zeigen Nadelbinden und Sticken, während bei den Männern Kettenhemden, Helme und Schwerter im Einsatz sind.

Für den Segelflieger interessierten sich besonders Kinder und Jugendliche. Foto: Prümen Norbert

Die Niersmatrosen, einer der vielen Programmpunkte beim Jubiläum, schmettern ihre Lieder über den Platz. "Es passt alles schön zusammen. Wir alle haben gemeinsam ein buntes Programm auf die Beine gestellt", freut sich Karl J. Willmen, der Vorsitzende des Heimatvereins, über die Kooperation mit der Gemeinde Grefrath. Eins können die Besucher an diesem Tag auch genießen, und das ist der Blick vom Turm der Burg Uda über Grefrath und Umgebung. Allerdings sind für dieses Vergnügen 123 Stufen zu bewältigen. Dafür ist die Aussicht aber grandios und entschädigt für die Anstrengung.

(tref)
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