Stadt Kempen Rübo: Stadt soll Burg nicht übernehmen

Stadt Kempen · Für die Sondersitzung des Kempener Stadtrates am kommenden Dienstag hat der Bürgermeister eine Empfehlung an die Politik formuliert. Danach spricht sich die Stadtverwaltung gegen eine Übernahme der Burg vom Kreis aus.

 Die Kempener Burg: Die Stadt soll das Wahrzeichen nicht vom Kreis übernehmen, schlägt Bürgermeister Volker Rübo dem Stadtrat vor.

Die Kempener Burg: Die Stadt soll das Wahrzeichen nicht vom Kreis übernehmen, schlägt Bürgermeister Volker Rübo dem Stadtrat vor.

Foto: Müller-Bringmann

Die Kempener CDU-Ratsfraktion will in ihrer Sitzung am heutigen Abend entscheiden, wie sich die Christdemokraten in Sachen Kempener Burg positionieren wollen. Festgelegt hat sich inzwischen Bürgermeister Volker Rübo (CDU). In seiner Beratungsvorlage für die Sondersitzung des Stadtrates am kommenden Dienstag, 6. Februar, (ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Kempener Rathauses am Buttermarkt) empfiehlt der Chef der Stadtverwaltung den Politikern, die Burg vom Kreis Viersen "derzeit nicht zu übernehmen".

Die Beratungsvorlage zur möglichen Übernahme der Burg vom Kreis Viersen als derzeitigem Eigentümer - sie ist jetzt im Ratsinformationsdienst auf der Internetseite der Stadt Kempen (www.kempen.de) einzusehen - umfasst zwei Alternativen: Zum einen enthält sie den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die Stadt solle die ehemalige kurkölnische Landesburg übernehmen und zu einer öffentlichen Bildungs-, Tagungs- und Kulturstätte entwickeln - "unter Umständen auch unter Einbeziehung eines Immobilieninvestors".

Demgegenüber steht der Beschlussvorschlag der Verwaltung, die Burg derzeit nicht zu übernehmen. Bürgermeister Rübo schlägt in diesem Zusammenhang vor, die Stadt Kempen solle "den vom Kreis Viersen als Burgeigentümer durchzuführenden Prozess zur Entwicklung einer Folgenutzung in der Burg positiv begleiten". Neben einer "gemeinsamen, partnerschaftlichen Projektentwicklung" gelte das auch für die Durchführung eines Investorenmodells, wie der Bürgermeister betont.

Konkret bedeutet dieser Vorschlag: Der Kreis Viersen soll sich auf die Suche nach einer Folgenutzung für die Burgimmobilie machen, wenn sie mit dem Auszug des Kreisarchivs Anfang 2021 frei wird. Der Bürgermeister weist ferner daraufhin, dass "die öffentlichen Belange zum denkmalgerechten Erhalten und Nutzen der Burg sowie zur städtebaulichen Entwicklung des Umfeldes auf der Grundlage der planungsrechtlichen, denkmalpflegerischen und sanierungsrechtlichen Regelungsmöglichkeiten abzustimmen" sind. Was sich sehr bürokratisch anhört, bedeutet nichts anderes, als dass die Stadt Kempen in einem möglichen Entwicklungsverfahren mit im Boot ist und der Kreis oder ein möglicher privater Investor über den Kopf der Stadt hinweg keine Veränderungen an dem Wahrzeichen der Stadt vornehmen kann.

Wichtig ist dem Bürgermeister, dass die Burg dauerhaft denkmalgerecht erhalten bleibt und genutzt wird. Das von ihm selbst ins Gespräch gebrachte Zukunftsmodell einer "Bürger-Burg" in Eigenregie der Stadt Kempen soll aus Sicht der Stadtverwaltung vorerst nicht weiterverfolgt werden. Als Begründung nennt Rübo in seiner Beratungsvorlage für die Ratssitzung die "erheblichen Planungs- und Kostenrisiken, ungeklärten Betreiberkonzepte sowie erheblichen Arbeitsaufwendungen in der Verwaltung". Insbesondere in der Bauverwaltung sei es derzeit nicht leistbar, die Burg vom Kreis Viersen zu erwerben und die Projektidee zur "Bürger-Burg" in städtischer Regie planerisch weiter zu entwickeln, wie dies die Kempener Grünen beantragt haben. Auch eine Baudurchführung und der spätere Betrieb der "Bürger-Burg" könne nicht von der Stadt übernommen werden. Rübo verabschiedet seine eigene Idee schließlich mit der Bemerkung: "Mit einer alleinigen Verantwortung zur aktuellen Projektentwicklung und zum künftigen wirtschaftlichen Betrieb stößt die Stadt Kempen zum jetzigen Zeitpunkt finanziell und bezüglich des Verwaltungshandelns an Leistungsgrenzen beziehungsweise sie wird überfordert." Den Kreis werde man aber "partnerschaftlich" bei einer Projektentwicklung begleiten.

(RP)